Abo

„Turmstübchen“ in NümbrechtDen Traum endlich erfüllt

2 min

Unter dem Aussichtsturmservieren Marita und Winfried Spitzbarth, die neuen Inhaber des „Turmstübchens“, ihren Gästen auch hausgemachte Kuchen.

Nümbrecht – Es war auf Liebe auf den ersten Blick. Dabei hatten Marita und Winfried Spitzbarth eigentlich aufgegeben – nach bald zwei Jahren der intensiven Suche und rund 20 000 Kilometern, die das Paar zuvor kreuz und quer durch Deutschland geführt hatten – „an die Ostsee, nach Bayern und Sachsen, an die Nordsee“, erzählt der 46 Jahre alte Spitzbarth. Im September vergangenen Jahres haben er und Ehefrau Marita (31) das „Turmstübchen“ auf dem Nümbrechter Lindchen gekauft und im vergangenen Februar die kleine Ausflugsgastronomie am Fuße des 35 Meter hohen Aussichtsturms wiedereröffnet. Dafür hat das Paar sogar seine Heimat im Landkreis Calw hinter sich gelassen.

Nur die „Pretzel“ fehlt den Neuen

„Ein Tagescafé, das war immer schon mein Traum“, verrät Marita Spitzbarth, die eigentlich aus dem Einzelhandel kommt, während Ehemann Winfried zuvor in der Immobilienwirtschaft gearbeitet hat. „Eine geeignete Immobilie haben wir jedoch nirgendwo entdeckt“, erinnert er sich an die lange Suche. Plötzlich aber preist ein Internetinserat das Nümbrechter Haus an: „Das war unsere letzte Chance“, erinnert sich Winfried Spitzbarth. „Und wir haben sie sofort genutzt.“ Innerhalb von nicht mal zwei Wochen sei der Kauf damit beschlossene – und besiegelte – Sache gewesen.

Seither haben sich die beiden Schwaben gut einlebt, das Heimweh halte sich in Grenzen. „Was wir wirklich vermissen, ist gutes Laugengebäck, vor allem Pretzel“, sagt Winfried Spitzbarth mit schwäbischem „P“. „Laugengebäck können die Oberberger leider nicht.“ Auch habe sich das Paar inzwischen an manche oberbergische Gepflogenheit gewöhnt: Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen habe niemand bestellt. „Wir bekamen einen Tipp, schrieben ,Kartoffelsalat mit Bockwurst’ auf die Karte – und schon lief’s.“ Dass Kölsch ein Muss sein würde, hatten die Neu-Gastronomen beim Umzug freilich schon gewusst.

Dass im Oberbergischen das Wetter in diesem Sommer besonders rau ist, das hat das Paar sich so nicht vorgestellt. „Wir kennen Wasser in allen Zuständen“, sagt Winfried Spitzbarth und seufzt. Klar, dass damit auch die Einkünfte noch zu wünschen übrig ließen. Geöffnet ist das Ausflugslokal immer von Mittwoch bis Samstag und ab 15 Uhr (bei offenem Ende) sowie an Sonn- und Feiertagen ab 11 Uhr. „An Sonn- und Feiertagen gibt es Deftiges vom Grill“, kündigt Spitzbarth an und lädt für Samstag, 27. August, zu einem Sommerfest ein. „Überhaupt wollen wir Veranstaltungen hier oben etablieren“, ergänzt Marita Spitzbarth. Im vergangenen April war der hölzerne Aussichtsturm mit seinen 154 Stufen nach zweijähriger Schließung und umfangreicher Sanierung für 350 000 Euro wiedereröffnet worden.