Vorgarten wird zum BuchladenPrombacher verwandeln ihr Dorf in einen Flohmarkt

Schmackhafte Sonntags-Waffeln hatten Uwe Wachendörfer und Edyta Schmidt im Angebot.
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Nümbrecht-Prombach – Schwer zu sagen, wie viele Leute am sonnigen Sonntag den Weg ins Nümbrechter Dorf Prombach gefunden haben. „Aber zeitweise gab es keine Parkplätze mehr und am Kuchen-, Getränke- und Wurststand vor dem Dorfgemeinschaftshaus bildete sich eine Schlange bis auf die Straße“, erzählt Manfred Henry Daub, Vorsitzender des Gemeinnützigen Vereins Prombach.
Alle zwei Jahre organisiert die 121 Köpfe starke Gemeinschaft diesen Dorf-Flohmarkt, rund anderthalb Kilometer lang. Da wird die Scheune zum Verkaufsraum, der Vorgarten zum Buchladen und der Hauseingang zum Tresen.
30 Haushalte bei Prombacher Flohmarkt mit dabei
Insgesamt machten 30 Haushalte mit, zu kaufen gab es fast alles. Von Second-Hand-Klamotten über das obligatorische Porzellan und die Glasvasen aus Omas Vitrine, zu den üblichen Schallplatten und Büchern bis hin zum Röhrenradio und der Küchenwaage aus den Sechzigern. „Die ging schnell weg“, sagt schmunzelnd der „Prommicher“ Wolfgang Söhn, der zufrieden mit dem Geschäft schien.
Die Verkäufer waren durch die Bank gut gelaunt, wie auch die Neu-Prombacher Johannes Urbach und Sabina Kirchhoff, die erst vor einem Jahr in das 320- Seelen-Dorf gezogen sind und das erste Mal beim nunmehr fünften Flohmarkt dabei waren. Clara Reiffers und Paula Theis verkauften ihre Spiel- und Anziehsachen, denen sie entwachsen sind. Von den Einnahmen wollen sich die beiden Mädchen neue Sachen kaufen, die besser passen.
„Das ist das Schöne an unserer Dorfgemeinschaft, dass die Jungen ebenso mitmachen wie viele Zugezogene. Immerhin besteht unser Verein seit 54 Jahren“, sagt Manfred Henry Daub. Mit der Arbeit des „PAJuKi“, dem Prombacher Ausschuss für Jugendliche und Kinder, bemüht sich der Verein um die Interessen der insgesamt 54 unter 18-jährigen Nachwuchskräfte, die im Ort leben und beim Flohmarkt für frisch gebackene Waffeln gesorgt haben.
Einnahmen wandern in die Vereinskasse
Die Einnahmen wandern in die Vereinskasse, ebenso wie der Erlös aus dem Verkauf der selbst gebackenen Kuchen und der vielen Bratwürste, die auf dem kleinen Spielplatz vor dem Dorfgemeinschaftshaus verkauft wurden. „Eigentlich lebt der Verein von der Vermietung des Dorfgemeinschaftshauses, doch da kam natürlich die vergangenen anderthalb Jahre nichts rein, außer durch die Wochen, in denen wir hier ein Corona-Testzentrum einrichten konnten“, erklärt Vorsitzender Daub.
Umso größer ist die Freude über den gelungenen Flohmarkt-Sonntag in dem kleinen Ort abseits der Verbindungsstraßen zwischen Wiehl und Gaderoth gelegen. Nur, als in Gaderoth der Kreisel gebaut wurde, musste der Verkehr durch Prombach umgeleitet werden. „Eine schwierige Zeit“ sei das für die von der Ruhe verwöhnten Prombacher gewesen, erinnert sich der Vereinschef.
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Denn außer am Flohmarktsonntag oder zum Motorrad-Oldtimer-Treffen sei Prombach zum Glück ein Ort, „durch den man eigentlich nicht durch muss“, sagt Daub.



