Keine Solarparks vor 2029, das ist das Votum des Nümbrechter Fachausschusses, dem der Rat wohl folgen wird.
Votum in Nümbrechter AusschussFreiflächen-Photovoltaik ausgesetzt

Auf zusammen 16 Hektar Land möchte die Firma Enerparc in Nümbrecht zwei Freiflächen-PV-Anlagen errichten.
Copyright: dpa
In Nümbrecht gibt die Politik vorerst kein grünes Licht für die geplanten Solarparks mit einer Gesamtgröße von 16 Hektar. Der Gemeindeentwicklungsausschuss hat mit breiter Mehrheit den Daumen gesenkt und war damit dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt. Erfahrungsgemäß folgt der Gemeinderat, der das Thema nächste Woche letztlich zu entscheiden hat, wiederum der Empfehlung seines Fachausschusses.
In einem Punkt weicht die Politik vom Verwaltungsvorschlag ab: Nicht fünf, sondern nur zweieinhalb Jahre soll die Weiterverfolgung des jetzt konkret von der Firma Enerparc angestoßenen und aller vergleichbaren großflächigen Solarpark-Projekte in Nümbrecht ausgesetzt werden. Der entsprechende Vorschlag von Matthias Wetzler (GUD) fand eine Mehrheit. Sein Argument: Eine Neubewertung sollte besser innerhalb der laufenden Legislaturperiode stattfinden. „Vielleicht haben wir ja bis dahin schon die Windräder.“
Bürgermeister für eine längere Auszeit
Das Moratorium würde – wenn der Rat dieser Empfehlung folgt – demnach nicht erst im Herbst 2031 auslaufen, sondern bereits im Frühjahr 2029. „Dann könnte also der nächste Projektierer bei den Gemeindewerken anklopfen“, erinnerte Bürgermeister Thomas Hellbusch, dem es lieber wäre, wenn das Thema für fünf Jahre ruhen würde.
Die Gemeinde Nümbrecht steht etwaigen Solarpark-Plänen aus nachvollziehbaren Gründen zurzeit eher skeptisch gegenüber. Denn nach den Buchstaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sind die Gemeindewerke Nümbrecht (GWN) verpflichtet, Solarparks ans Netz anzuschließen – Millionenkosten, die die Gemeindewerke aber selbst zu tragen hätten und die letztlich bei den Nümbrechtern hängenblieben. Die Gemeinde fürchtet zudem eine Überlastung der GWN, die mit ihren drei geplanten Windenergieanlagen, der Integration geplanter Batteriespeichersysteme und dem Ausbau des allgemeinen Versorgungsnetzes stark ausgelastet sind, wie Bürgermeister Hellbusch betonte.
Anwohner sprachen sich gegen Freiflächen-Photovoltaik-Anlage aus
Zahlreiche Anwohner des Areals zwischen den Nümbrechter Ortsteilen Grunewald, Marienberghausen, Lindscheid und Niederelben waren in die Ausschusssitzung gekommen, viele meldeten sich zu Wort und sprachen sich aus verschiedenen Gründen klar gegen die geplante riesige Freiflächen-Photovoltaikanlage aus. Eine Anwohnerin sagte, ausschließlich Grundbesitzer, die selbst gar nicht in Nümbrecht leben, hätten sich bereit erklärt, Flächen an Enerparc zu verpachten.
Zudem wurde die Frage gestellt, wer denn letztlich eigentlich von so einer Anlage profitieren würde. „Für die Gemeinde Nümbrecht wäre es nicht wahnsinnig lukrativ“, erklärte Bürgermeister Hellbusch. „Die Firma Enerparc hätte was davon, die ist bundesweit unterwegs, und sie ist nicht die einzige.“
Weitere Themen im Rat
Die geplanten Freiflächenphotovoltaikanlagen in Nümbrecht ist nur eins der Themen, die der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 1. Oktober, auf der Tagesordnung stehen hat.Weitere Themen sind unter anderem die Auflösung und anschließende Abwicklung der KMVZ Nümbrecht GmbH (Kommunales Medizinisches Versorgungszentrum), Beratung und Beschluss des Antrags auf Städ- tebaufördermittel für das Programmjahr 2027 und die Teileinziehung eines Gemeindeweges in der Hügelstraße in Nümbrecht-Elsenroth.