Abo

Das fliegende AugeDrohnenstaffel des DRK Oberberg hat in kurzer Zeit viele Einsätze

3 min

Bisher kam die Drohne des DRK nur bei der Suche nach vermissten Personen zum Einsatz. Sie kann aber auch für die Erstellung von Lagebildern aus der Luft eingesetzt werden.

Oberberg – Die Gründung der Drohnenstaffel des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Oberberg vor etwa einem halben Jahr hat sich gelohnt. Das zeigen die jüngsten Einsätze. Fünf Mal ist die Drohenstaffel des DRK Oberberg insgesamt ausgerückt, vier Mal erst kürzlich – und zwar innerhalb von neun Tagen. In allen Fällen unterstützten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des DRK überörtlich bei der Suche von vermissten Personen. Das teilt das DRK Oberberg mit und zieht eine positive Bilanz.

Eine unruhige Woche stand der Drohnenstaffel in den vergangenen Tagen bevor. Am 10. April hatte die Polizei Düsseldorf die Drohnenstaffel aus dem Oberbergischen, die rund um die Uhr auf Abruf parat steht, zur Unterstützung bei einer Personensuche angefordert. Ruhe kehrte nach dem Einsatz nicht lange ein, denn nur wenige Tage später, am 16. April, schrillten erneut die Alarmempfänger der oberbergischen Hilfsorganisation. Diesmal ging es für die Helferinnen und Helfer samt Drohne nach Bonn, wo sie mit Unterstützung einer Suchhundestaffel im Einsatz waren.

Aus der Luft hat die Drohnenstaffel des DRK Oberberg einen guten Überblick über einen Einsatzort. Dank Wärmebildkamera kann die fliegende Technik auch nachts eingesetzt werden.

Dann ging es plötzlich Schlag auf Schlag. Am 17. April rückte das DRK Oberberg nach Duisburg aus, anschließend ging es ohne Pause direkt weiter zu einem Folgeeinsatz nach Oberhausen. Während die Retter in Bonn nach zwei Mädchen suchten, die aus einem Heim weggelaufen waren, wurden bei den restlichen Einsätzen Seniorinnen und Senioren aus Pflegeheimen vermisst. Lediglich der Einsatz in Oberhausen konnte am Ende – zwar nicht dank der Drohne, aber immerhin erfolgreich – beendet werden.

Bei den restlichen Einsätzen musste die Hilfsorganisation die Suche ohne Erfolg einstellen, da sich die jeweilige Fährte verloren hatte. „Wenn die beiden Mädchen beispielsweise in einen Bus gestiegen sind, wird der Suchradius zu groß und wir können nichts mehr tun. Aber die Polizei sucht natürlich weiter“, erklärt Johannes Ufer, Pressesprecher des DRK Oberberg.

Das könnte Sie auch interessieren:

Alle Einsätze fanden am späten Abend und in den frühen Morgenstunden statt. Für die Drohne des DRK kein Hindernis, denn die moderne Technik ist mit einer speziellen Wärmebildkamera ausgestattet und somit auch für nächtliche Einsätze geeignet. Außerdem kann die Drohne ein per GPS vordefiniertes Suchfenster eigenständig abfliegen und somit Personen auch in unwegsamen Gelände ausfindig machen.

„Die Drohne bildet bei der Suche von vermissten Personen ein optimales Ergänzungsmittel zu der herkömmlichen Suche mit Rettungshunden“, erklärt Staffelleiterin Laura-Jane Schwarze. Während in Bonn hauptsächlich in urbanem Gebiet gesucht wurde, wurden an den anderen Einsatzorten auch bebaute und landwirtschaftliche Gebiete abgeflogen, berichtet Johannes Ufer.

Drohne eignet sich nicht nur für die Vermisstensuche

Ob sich die Drohne neben der Vermisstensuche bald auch in weiteren Einsatzfeldern im Oberbergischen und der Umgebung beweisen kann, erwarten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des DRK Oberberg mit Spannung. Denn die fliegende Technik eignet sich auch zur Lageerkundung und Erstellung von Lagebildern.

Zudem können die Einsatzkräfte dank eines integrierten Lautsprechers über die Drohne Kontakt zu verunfallten Personen aufnehmen, beispielsweise wenn sich diese in abschüssigem oder schwer zugänglichem Gelände befinden.