Oberberg – Wer in den eigenen vier Wänden wohnen möchte, zahlt im Oberbergischen Kreis bisher nie dagewesene Preise. In seinem neuesten Grundstücksmarktbericht hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte einen „Immobilienmarkt im Aufwind“ festgestellt.
Mit anderen Worten: Wohnimmobilien werden immer teurer. So seien die Preise von wiederverkauften Ein- und Zweifamilienhäusern von 2015 bis 2018 um 21 Prozent gestiegen, ein frei stehendes Gebäude wechselte für im Schnitt 188 300 Euro den Eigentümer. Allerdings seien die Kaufpreise in Oberberg noch moderat im Vergleich zur Rheinschiene, merkt der Gutachterausschuss an: Ein vergleichbares Haus wurde im benachbarten Rheinisch-Bergischen-Kreis für 390 000 Euro verkauft, in Köln sogar für knapp 800 000 Euro.
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Landwirtschaftliche Flächen, neue und gebrauchte Wohnungen werden auch teurer
Im selben Zeitraum sind auch die Preise für neue und gebrauchte Eigentumswohnungen gestiegen – nicht ganz so stark, aber immerhin um 18 Prozent. So wurde eine neu gebaute Wohnung mit durchschnittlich rund 250 000 Euro gehandelt. Bezogen auf eine mittlere Wohnfläche von 94 Quadratmetern seien das 2661 Euro pro Quadratmeter, so der Gutachterausschuss: „Dabei sind jedoch Verkäufe von über 3000 Euro pro Quadratmeter keine Seltenheit mehr.“ Die Preissteigerungen seien der hohen Nachfrage und dem niedrigen Zinsniveau geschuldet, der Ausschuss geht von einer „marktüblichen Entwicklung“ aus.
Für seinen neuen Bericht hat der Gutachterausschuss Kaufverträge, die im vergangenen Jahr abgeschlossen wurden, ausgewertet – nicht nur die für Immobilien, sondern auch die für Grundstücke. Dabei war auffällig: Während an der Rheinschiene im vergangenen Jahr weniger Verträge gegenüber 2017 abgeschlossen wurden, stieg die Zahl in Oberberg um sieben Prozent auf 3923 Kauffälle. Der Gesamtumsatz lag mit rund 552 Millionen Euro auf einem Rekordhoch – das waren 17 Prozent mehr als im Jahr davor.
Ein Preiszunahme stellten die Gutachter auch bei den landwirtschaftlichen Grundstücken fest: Hier stieg der Bodenrichtwert von 1,40 auf 1,50 Euro pro Quadratmeter. Mit 45 Cent unverändert blieb der Preis für eine kahle Forstfläche. Die Preise für Nadelwald fielen um sechs Prozent und lagen im Schnitt bei 1,50 Euro, für Mischwald und für Laubwald fielen sie um je 4 Prozent (1,30 Euro/1,25 Euro).
Der Grundstücksmarktbericht 2019 liefert auf 120 Seiten wichtige Grundstücks- und Immobilieninformationen. Er steht kostenfrei im Internet zum Herunterladen bereit.



