Oberberg – Nachdem die Siegener Polizei Anfang Februar in Wiehl-Bielstein nach eigenen Angaben eine Drogenbande ausgehoben hat, hüllt sich der 25-jährige mutmaßliche Haupttäter in Schweigen. Er befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft. Auch ein 27-jähriger Siegener, den die Polizei als mutmaßlichen Hauptkurierfahrer bezeichnete, und der 29-jährige mutmaßliche Hauptabnehmer für den Raum Gummersbach sitzen noch ein. Das sagte die Staatsanwaltschaft Siegen auf Anfrage dieser Zeitung.
Bei dem Schlag, der laut Siegener Polizei „von entscheidender Bedeutung im Kampf gegen die Amphetamin-Szenen im Großraum Siegen und Gummersbach“ war, hatten die Ermittler 16 Liter Amphetamin-Öl, versteckt in Mineralwasserflaschen, im Wert von mehreren hunderttausend Euro, beschlagnahmt. Der mutmaßliche Haupttäter, der in einer ersten Mitteilung der Polizei als Mann aus dem Raum Engelskirchen bezeichnet worden war, ist nach Auskunft der Staatsanwaltschaft in Kreuztal (Kreis Siegen-Wittgenstein) gemeldet, soll aber zuletzt in der Wohnung seiner Freundin in Engelskirchen wohnhaft gewesen sein.
Einschlägig in Erscheinung getreten
Diese Frau und eine weitere weibliche Person, die im Verdacht steht, im Raum Siegen Amphetamine verkauft zu haben, waren am 4. Februar ebenfalls festgenommen worden, tags darauf aber wieder verlassen.
Die Drogensubstanzen, die die Polizei in den Mineralwasserflaschen beschlagnahmt hat, sollen laut Staatsanwaltschaft in den Niederlanden im Bereich Roermond und Valkenburg, beides unweit der Grenze zu Deutschland, erworben worden sein. Einschlägig in Erscheinung getreten war laut Staatsanwaltschaft zuvor nur der mutmaßliche Hauptabnehmer aus Siegen.
Ein Zusammenhang zwischen dem jetzigen Fall und anderen Rauschgiftfunden in der Region (etwa kurz vor Weihnachten in Gummersbach 1,8 Tonnen einer Substanz, aus der sich die konsumfähige Droge „Diamethyltryptamin“ herstellen lässt, oder der Fund einer Marihuana-Plantage und eines kompletten Labors zur Herstellung von Amphetaminen in Lindlar vor einem Jahr) konnte bislang nicht hergestellt werden, antwortet die Staatsanwaltschaft Siegen auf die Anfrage. (sül)
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