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Neues VerteilzentrumOberbergs Tafeln freuen sich über kürzere Wege

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Auf dem Gelände der Siegener Tafel stehen nun Kühlcontainer, von denen auch Oberbergs Tafeln profitieren.

Oberberg – Klementinen, Cornichons und Rosenkohl, das sind die Vorboten, Pizza gibt’s am kommenden Mittwoch. Seit langem schon kooperieren die Tafeln landesweit – und das bleibt auch so. Und wenn die Tafel in Siegen ihr neues Verteilzentrum einweiht, dann profitieren davon auch Oberbergs Tafeln: Das Zentrum verfügt nämlich über Kühlcontainer, in denen eben Tiefkühlkost, Molkereiprodukte und auch Fleischwaren eingelagert werden können.

Legten Oberbergs Ehrenamtler bisher weite Wege zurück, um bei anderen Tafeln überschüssige Lebensmittel abzuholen und dann im eigenen Bezirk zu verteilen, so soll der Siegener Stützpunkt künftig als zentrale Anlaufstelle dienen. Das spart Zeit, Kilometer und Benzin. „Wir freuen uns über diese großartige Unterstützung und die neue Kooperation“, sagt Liane Althoff, Leiterin der in Waldbröl beheimateten Tafel Oberberg-Süd.

Diese hat bereits vor der Eröffnung Lebensmittel in Siegen abgeholt – eben Klementinen, Cornichons und Rosenkohl. Althoff: „Wir können unseren Nutzern jetzt auch Lebensmittel anbieten, die wir vorher nicht zur Verfügung hatten.“ Zum Beispiel Tiefkühlpizza: 30 prallvolle Europaletten des Fast-Food-Klassikers spendiert am Mittwoch ein Hersteller zur Eröffnung des Verteilzentrums. „Die Ware stammt aus einer Überproduktion und ist noch ein ganzes Jahr haltbar“, berichtet Tim Müller, Sprecher der Tafel dort.

Durch Spenden und Unterstützung

Gebaut hat der Siegener Verein das Zentrum an der Bismarckstraße mit Spenden sowie mit Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen und den Landesverband der Tafeln, zwölf Tafeln aus der Nachbarschaft dürfen sich dort ebenfalls bedienen. Rund 46 000 Euro haben die Container nach Müllers Angaben bisher gekostet, hinzukämen aber noch die Ausgaben für einen Gabelstapler und die Brandmeldeanlage. 46 Europaletten mit Kühlware, jede fast einen Quadratmeter groß, finden Platz in den Containern.

„Bisher mussten wir etwa für Molkereiprodukte immer noch Dortmund fahren – das waren rund 100 Kilometer pro Strecke“, blickt Müller zurück. „So konnte es doch nicht weitergehen.“ Im Oktober vergangenen Jahres sei die Idee einstanden, ein solches Kühllager zu errichten und andere Tafeln dorthin einzuladen. „Das stieß beim Landesverband der Tafeln sofort auf offene Ohren“, schildert der Sprecher und ergänzt: „Im vergangenen Jahr mussten bundesweit insgesamt 190 Lastwagen-Ladungen mit Lebensmitteln aufgrund fehlender Lagerkapazitäten abgelehnt werden – und das obwohl eigentlich alle Tafeln derzeit zu wenige Vorräte haben.“ Müllers Worten zufolge verteilt seine Tafel allein etwa 15 Tonnen im Monat.

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Ulrich Pfeiffer, Chef der in Gummersbach beheimateten Tafel Oberberg, ist ebenfalls begeistert vom neuen Verteilstandort: „Wir sind oft nach Köln oder Aachen gefahren, um von dort leicht verderbliche Sachen, zum Beispiel Käse, abzuholen“, sagt er. Das neue Angebot sei also eine absolute Bereicherung für die fast 2000 Tafel-Nutzer in der Kreisstadt, in Bergneustadt und Marienheide. Das Gesamtgewicht der Lebensmittel schätzt Pfeifer auf fast drei Tonnen). Aus Waldbröl erhalten derweil fast 1800 Bedürftige in der Marktstadt, in Wiehl, Morsbach, Reichshof und Nümbrecht Lebensmittel, fast 4,5 Tonnen sind es dort in einer Woche. Und auch diese Spenden kamen nicht allein aus dem Süden des Kreises, sondern ebenso aus Köln, Aachen oder auch aus dem Ruhrgebiet und Rheinland-Pfalz.