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Oberbergische ElterninitiativeSüdkreissterne kämpfen gegen alltägliche Armut

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Im Spendenlager der „Südkreissterne“ zeigen (v.l.) Eva Dusella, Sabine Isenborn und Bettina Becker-Lang Kleidung.

  1. Fünf Elternpaare mit insgesamt 17 Kindern haben sich zusammengetan, um der alltäglichen Armut in Oberberg den Kampf anzusagen.
  2. Die Südkreissterne wollen eher im Verborgenen wirken und ihre Hilfe direkt an die weitergeben, die sich brauchen.
  3. Viele Menschen sind allerdings gehemmt, um Hilfe zu bitten – auch daran will die Initiative etwas ändern.

Oberberg – Im Sommer ist ein Rollkragenpulli viel zu warm, im Herbst bescheren Sandalen nasse Füße und im Winter gehört eine Mütze auf den Kinderkopf. Bettina Becker-Lang, Eva Dusella und Sabine Isenborn müssen aber nicht weit schauen, um kleine Oberberger zu sehen, die alles andere als richtig und passend zur Jahreszeit gekleidet sind.

„Dass es auch im Kreis an den selbstverständlichsten Dingen fehlt, kann man eigentlich Tag für Tag in den Kindergärten und Schulen beobachten“, schildert die Reichshoferin Becker-Lang. „Und dass dies im ländlichen Raum so oft zu sehen ist, hätten wir selbst aber niemals geglaubt.“ Fünf Elternpaare aus dem Süden des Kreises mit insgesamt 17 Kindern haben sich daher Anfang dieses Jahres zusammengetan, um dieser alltäglichen Armut den Kampf anzusagen: „Südkreissterne“ heißt ihre Initiative. „Wir haben uns gegen einen Verein entschieden, da unsere Hilfe schnell, ohne Papierkram, auf kurzem Weg und vor allem ohne Geld erfolgen soll – also von Eltern für Eltern.“

Südkreissterne wollen im Verborgenen wirken

Denn jegliche Kleidung, die im Lager der Südkreissterne landet, wird auch als Spende sofort an jeden weitergeleitet, der darum fragt. „Im vergangenen Jahr haben wir uns bei einer ganz ähnlichen Aktion kennengelernt“, blickt Eva Dusella zurück. Sie lebt in der Waldbröler Ortschaft Baumen und beherbergt den Raum mit den vielen Spenden, alles ist dort penibel nach Größe sortiert. „Danach haben wir gedacht, dass es schön wär, wenn es nicht nur in der Adventszeit eine solche Unterstützung gäbe, sondern eben das ganze Jahr über.“

Dabei wollen die Südkreissterne eher im Verborgenen wirken. Eine Handynummer gibt es und ein Facebook-Profil, mehr nicht. „Darauf werden wir aber niemals Fotos von Spendenübergaben posten“, betont Bettina Becker-Lang und verspricht jedem Bedürftigen absolute Anonymität. „Neulich hat uns jemand nach einem Doppel-Kinderwagen gefragt“, erzählt derweil Eva Dusella. „Wir hatten keinen, haben dann über Facebook danach gesucht und konnten innerhalb von zwei Stunden einen solchen Wagen den suchenden Eltern übergeben.“

Lager hat sich bisher kaum geleert

In mehr als 70 Einrichtungen haben die Südkreissterne ihre Flyer ausgelegt – und sind überwältigt von der Resonanz. „Uns hat eine Flut von Spenden erreicht“, berichtet Bettina Becker-Lang. „Die Leute waren überaus großzügig.“ Allerdings machen die Gründungsmitglieder auch keinen Hehl daraus, dass sich das Lager bisher kaum geleert hat: „Offenbar sind die Hemmungen, unsere Hilfe in Anspruch zu nehmen, doch sehr groß“, ahnt die Reichshoferin. „Das haben wir unterschätzt.“

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Um solche Schamgefühle abzubauen, will die Elterngruppe künftig mindestens einmal in der Woche auf ihrer Facebook-Seite über sich und ihre Arbeit informieren. „Denn der Bedarf ist da, davon sind wir überzeugt“, führt Eva Dusella aus. Und gemeinsam versichern die Eltern, dass sie Einrichtungen wie zum Beispiel dem „Kaufhaus für alle“ in Waldbröl keine Konkurrenz machen wollen.

„Aber wir wollen eine unkomplizierte Ergänzung sein, denn dort ist ja nicht immer alles vorhanden, was gerade dringend benötigt wird“, sagen die Südkreissterne.