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Oberberger im AuslandGrüße aus Australien, Malawi, Chile, Ghana und den USA

6 min

2500 Meter über dem Meer: Ronja Schomaker aus Strombach erkundete den El Yeso-Stausee in den chilenischen Anden.

  1. In unserer Serie berichten Oberberger aus dem Ausland.
  2. Sie grüßen unter anderem aus den chilenischen Anden und von tropischen Stränden.
  3. Bei Freiwilligendiensten in Ghana oder auf Roadtrips durch Kalifornien erleben sie eine aufregende Zeit.

Brisbane Ich bin 19 Jahre alt und stamme aus dem schönen, kleinen Dorf Wehnrath in Reichshof. Weihnachten und Neujahr feiere ich dieses Jahr in Australien, genauer gesagt in Brisbane, wo ich seit August als Au-pair arbeite. Die Feiertage verbringe ich mit meiner Gastfamilie. Weihnachten und Neujahr in Australien sind sehr anders als in Oberberg.

Die Fahne hoch hält Antonia Dohrmann aus Wehnrath, die derzeit als Au-pair-Mädchen in Australien arbeitet.

Die Temperaturen liegen bei etwa 30 Grad Celsius, der künstliche Weihnachtsbaum wird schon Anfang Dezember aufgestellt und dekoriert, statt eines Adventskalenders gibt es „the elf on the shelf“, und als populäres Weihnachtsessen gelten Fisch und Meeresfrüchte, sowie ein Baiser-Obstkuchen (Pavlova). Silvester ist es hier nicht üblich, dass jeder sein eigenes Feuerwerk macht. Im Stadtzentrum von Brisbane gibt es Feuerwerke, zu denen viele Australier gehen.

Wenn ich an Weihnachten in Oberberg denke, vermisse ich viele Dinge. Am meisten fehlt mir jedoch diese ganz besondere Weihnachtsstimmung, die Gemütlichkeit und das Miteinander. Ähnlich geht es mir bei Silvester, wo mir das Feiern mit der Familie mit Raclette und Gesellschaftsspielen fehlt.

Senga Bay Im August diesen Jahres habe ich meine weite Reise von Wiehl-Marienhagen nach Senga Bay, Malawi, angetreten. Über das „Weltwärts“-Programm der Kolping-Jugendgemeinschaftsdienste bekam ich die Möglichkeit, für ein Jahr eine andere Kultur kennenzulernen und viel über andere Menschen, aber auch über mich selbst zu lernen.

Im ärmellosen T-Shirt verbringt der Marienhagener Nicklas Rohde die Feiertage. Er leistet einen Freiwilligendienst in Malawi.

Mittlerweile bin ich schon vier Monate in Malawi und das Jahr nähert sich dem Ende. Gerade jetzt in der Adventszeit, wenn es sonst im Oberbergischen oft sehr kalt ist und sogar ab und an Schnee liegt, ist es für mich sehr schwierig, so etwas wie Weihnachtsstimmung zu bekommen, vor allem wenn ich bei 30 Grad über den Strand laufe.

Im Allgemeinen wird Weihnachten in Malawi nicht so gefeiert wie in Deutschland. Meist bleibt es bei einem kleinem Festmahl, was hier im übrigen bedeutet, dass es Reis gibt. Im Zuge der Globalisierung sieht man jedoch vor allem in den größten Städten des Landes immer öfter Weihnachtsschmuck und Angebote für Weihnachtsgeschenke.

Auch Neujahr ist für den Großteil der Bevölkerung uninteressant, was wohl unter anderem damit zusammen hängt, dass Malawi zu den zehn ärmsten Länder der Welt gehört.

Meine Mitfreiwillige, die im Übrigen aus dem Rhein-Sieg-Kreis kommt, und ich haben uns selbst, als Weihnachtsdekoration einen kleinen Adventskranz aus leeren Glasflaschen, Laub, Kordel und Bambusstöcken gebaut, was uns beiden etwas Heimatgefühl vermittelt. Ich vermisse unsere Weihnachtsmärkte am meisten, und hier natürlich vor allem Dingen den in meinem Heimatort Marienhagen. Wer meine Zeit in Senga Bay verfolgen möchte, kann dies auf meinem Blog: www.freiwilligendienstinmalawi.wordpress.com.

Santiago Ich bin 18 Jahre alt, komme aus dem Gummersbacher Stadtteil Strombach und wohne seit dem vergangenen September in Santiago, der Hauptstadt Chiles. Ich habe mich für das Auslandsjahr entschieden, weil ich schon mit 17 mein Abitur gemacht habe, weitere Erfahrungen sammeln möchte und auch Spanisch lernen wollte. Weihnachten werde ich mit ein paar Freunden, die ich hier kennengelernt habe, am Strand feiern.

2500 Meter über dem Meer: Ronja Schomaker aus Strombach erkundete den El Yeso-Stausee in den chilenischen Anden.

In Coquimbo, im Norden Chiles, haben wir uns ein Apartment für vier Nächte direkt am Meer gemietet. Wir essen traditionelle chilenische Kost, wie „Pastel de Choclo“ (Maiskuchen), „Asado“ (spezielles chilenisches Barbecue) oder auch „leche asada“ (gebackene Milch). Der Glühwein wird durch ein typisches Weihnachtsgetränk ersetzt, „Cola de Mono“ (Affenschwanz). Dieses besteht aus Pisco (chilenischer Rum), Milchkaffee, Zucker und Vanille.

Der „Viejito Pascuero“ (chilenischer Weihnachtsmann) verteilt die Geschenke erst nach der Mitternachtsmesse.

Was ich besonders vermisse, ist der Geruch eines Weihnachtsbaumes. Hier in der Hitze können nur Plastikbäume aufgestellt werden. Auch Weihnachtsmärkte sucht man in Chile vergeblich. Außerdem fehlt mir das Wiedersehen mit ehemaligen Lehrern und Mitschülern auf dem jährlichen Lindenbasar unseres Gymnasiums. Zu Silvester werden hier keine Feuerwerkskörper verkauft, sondern die jeweiligen Kommunen veranstalten ein großes Feuerwerk. Das Beste soll es in Valparaíso geben.

Accra Ich wohne sonst in Bielstein und habe 2018 mein Abitur am Gymnasium in Wiehl abgelegt. Mittlerweile lebe ich jetzt schon seit fast vier Monaten in Ghana. Ich absolviere hier mit der gemeinnützigen Berliner Organisation „ICJA“ ein freiwilliges soziales Jahr. Mein Zuhause ist ein kleines Dorf, nördlich der Hauptstadt Accra gelegen.

Mit ihren Französisch-Schülern in Ghana hat die Bielsteiner Gastlehrerin Charlotte Theis „Papa Noel“ gemalt.

Hier unterrichte ich in einer Schule Französisch für die Kinder der ersten und zweiten Klassen. War ich die ersten drei Monate noch sehr damit beschäftigt, mich an das tropische Klima, die einfachen Lebensbedingungen und meine neue Rolle als Lehrerin zu gewöhnen, so fühle ich mich mittlerweile doch sehr angekommen, und die anfangs so fremde Umgebung wird immer mehr zur Normalität.

Doch gerade jetzt zur Vorweihnachtszeit, wird mir wieder verstärkt bewusst, wie sehr sich das Leben hier von dem in Deutschland unterscheidet. Die Trockenzeit hat begonnen und anstatt sich Gedanken über Weihnachtsgeschenke oder das passende Outfit für Silvester zu machen, überlegen meine Mitfreiwilligen und ich, wie wir möglichst sparsam mit den Resten des Brunnenwassers umgehen können.

In unserem Dorf nimmt das Leben seinen gewohnten Lauf, es fehlt jede Spur von Festtagsstimmung. Zumindest in unserer Schule werden aber Weihnachtslieder mit den Kindern einstudiert, und in meiner letzten Französischstunde haben wir gemeinsam „Papa Noёl“ gemalt. Trotz alledem vermisse ich doch etwas den oberbergischen Winter – vor allem unseren Bielsteiner Weihnachtsmarkt!

Die Ghanaer sind zum allergrößten Teil streng gläubig und verbringen Weihnachten und Silvester in der Kirche. Für den Kirchengang machen sich alle immer besonders schick und dann wird stundenlang gemeinsam gebetet, getanzt, gesungen und gegessen. Am Silvestertag ist es üblich, dass man die ganze Nacht in der Kirche verbringt.

Da gerade Schulferien sind, werde ich die Zeit ausnutzen, um mit anderen Freiwilligen durch das Land zu reisen. Die Weihnachtsfeiertage wollen wir an der Küste verbringen.

Boston Mein Heimatdorf ist Marienheide-Erlinghagen, wo mein Vater auch immer noch lebt. Bei meiner Graduierung zum Doktor an der Northwestern University in Chicago in diesem Sommer hat mich meine Familie aus Oberberg besucht.

Hoch hinaus ging es für Kathrin Herzhoff aus Erlinghagen beim Wandern mit Freund Jay im Lassen Volcanic National Park in Kalifornien.

Im Moment lebe ich mit meinem Freund Jay in Boston , wo ich als Psychologin arbeite. Die Festtage werden wir in Montreal, Kanada, verbringen. Wir hoffen auch im nächsten Jahr weitere „road trips“ unternehmen zu können. Bei unserem letzten road trip nach Kalifornien, herrschten im August noch die Waldbrände. Die Hoffnung vieler meiner Bekannten hier ist, dass mehr an den Umweltschutz gedacht wird.

Wenn ich mich an die Festtage in Oberberg erinnere, vermisse ich am meisten, selbst Feuerwerk anzuzünden. Das ist einem als Privatperson in Massachusetts nämlich verboten.