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Polizei sucht NachwuchsAction, Kripo und ernsthaftes Interesse

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Gummersbach – Nico Blech (20) und Philipp Sürth (18) sind ehrlich. Natürlich, erzählen beide lachend, als sie sich im Stadion Lochwiese in Gummersbach am Mittwochnachmittag informieren, sei die Hoffnung auf „Action und Adrenalin-Kick“ der Grund für ihr Interesse am Polizeiberuf. Doch das ist nicht das einzige Motiv für ihr ernsthaftes Interesse. „Polizist zu werden, ist eine reizvolle Aufgabe“, sagt Nico Blech. Philipp Sürth fügt hinzu: „Vor allem, weil es kein reiner Bürojob ist.“

„Genau mein Fall“ heißt die Kampagne, mit der die nordrhein-westfälische Polizei zurzeit Bewerber für das duale Studium zum gehobenen Polizeidienst sucht. 1670 Plätze stehen dafür im kommenden Jahr in ganz NRW bereit. „Es ist das erste Mal, dass wir in Oberberg eine solche Veranstaltung durchführen“, erklärt Polizeisprecher Jürgen Dzuballe. Im Stadion konnten die Bewerber dabei auch gleich einige Disziplinen für das Deutsche Sportabzeichen ablegen – eine der sportlichen Voraussetzungen, die sie bis zum Sommer nächsten Jahres erfüllen müssen, wenn sie im September 2016 eingestellt werden wollen.

Für Johanna Höft, die mit ihrer Mutter Dr. Ute Birnstengel extra aus Lindlar gekommen war, um sich zu informieren, kein Problem, glaubt sie: „Ich spiele Tennis und mache Zumba.“ Im Gespräch mit Personalwerberin Julia Missing fragt die 16-Jährige, die im kommenden Jahr Abitur machen will, gleich nach den Chancen, zur Kriminalpolizei zu kommen. Die interessiere sie wirklich, sagt Johanna Höft. „Natürlich weiß ich, dass alles nicht so ist wie im Fernsehen. Doch spannend und vielfältig stelle ich mir die Arbeit da trotzdem vor.“

Die Nachfragen ihrer Tochter sieht Ute Birnstengel mit gemischten Gefühlen. „Wenn sie wirklich bei der Kripo arbeiten würde, hätte ich bestimmt immer feuchte Hände.“ Dennoch nimmt sie den Wunsch der Tochter ernst: „Ich werde ihr da nicht im Wege stehen.“

Nico Blech, Philipp Sürth und Johanna Höft sind längst nicht die einzigen jungen Oberberger, die sich für den Polizeiberuf interessieren. Im Vorjahr, so die Polizei seien über 100 der etwa 8000 Bewerber um einen Studienplatz an einer der drei Fachhochschulen in Köln, Dortmund und Münster von hier gekommen.

Und auch die Polizei im Kreis – immer wieder gerne als „Endverwendungsbehörde“ am Ende der Karriere belächelt – profitiere jetzt auch von jungen Neuzugängen, sagt Dzuballe: „Allein im Herbst 2014 sind 22 neue Polizisten im Alter von 22 bis 26 Jahren zu uns gekommen.“ Für 18 sei es sogar die erste Station nach dem Abschluss des dreijährigen dualen Studiums an der Fachhochschule gewesen.

www.genau-mein-fall.de