Eiserne Hochzeit in FreckhausenHanni und Horst Pasemann verliebten sich beim Rodeln

Hanni und Horst Pasemann
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Freckhausen – Genau 65 Jahre Liebe feiern Hanni (85) und Horst Pasemann (90) heute mit ihrer Eisernen Hochzeit. Beim Schlittenfahren lief sich das Paar das erste Mal über den Weg – und es war um sie geschehen. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich Hanni Pasemann.
Nach Abschluss seiner Klempner-Lehre hatte Horst Pasemann 1950 seine Heimat Magdeburg verlassen, um im Westen sein Glück zu finden. Von Hannover über einen Bauernhof in Isenstedt bei Lübbecke kam der Jubilar durch einen Freund ins Oberbergische. Dort lebte die junge Hanni mit ihrer Mutter und drei Schwestern. Im Holzhandel des Onkels nahm der damals 19-Jährige Horst eine Arbeit an. Bei Spaziergängen und dem gemeinsamen Besuch der evangelischen Jugendgruppe in Hunsheim lernte sich das Paar gut kennen. Am 23. August 1957 läuteten in der Kirche in Marienhagen die Hochzeitsglocken.
Die Braut hatte Spaß an der Landwirtschaft
„Ich konnte melken, das hat ihrer Mutter gut gefallen“, erzählt Horst Pasemann mit einem Lachen. Weil seine Braut Spaß an der Landwirtschaft hatte, blieb das Ehepaar im Elternhaus in Freckhausen, bezog dort anfangs zwei Zimmer und half der Mutter. Bald konnte Horst Pasemann wieder in seinem Beruf als Klempner arbeiten, bis er 1995 in Rente ging. Seine Frau trug 27 Jahre diese Zeitung aus.
Die Jubilare
Das macht ihre Beziehung aus: „Wir sind jeden Tag dankbar, dass wir zusammen sein dürfen“, sagen die Jubilare. „Wir sind füreinander da und wenn der Eine einen Gedanken hat, weiß der Andere ihn schon.“ Für die jüngeren Dorfbewohner und ihre eigenen Kinder sei ihre Ehe ein Vorbild.
Die Jubilarin sagt über ihren Mann:„Er ist ganz für mich da.“ Besonders, seitdem ihre Sicht schlechter wird, kann sie sich immer auf ihn verlassen.
Der Jubilar weiß: „Das Wichtigste in der Ehe ist Vertrauen. Wie hatten nie Geheimnisse voreinander – höchstens an Geburtstagen.“ (mim)
Vier Kinder machten das Eheglück perfekt: Tochter Ulrike, die 1958 geboren wurde und die drei Söhne Uwe (1959), Klaus (1961) und Jörg (1968). Dem Paar war das Ehrenamt und das Leben in der Gemeinschaft, ob als Paar oder als Teil der Kirchengemeinschaft oder der Nachbarschaft, immer wichtig. Kirchenchor, Frauengesprächskreis, jahrzehntelanger Küsterdienst und Presbyterium – die Kirche war ihre Heimat.
Außerdem gingen die Jubilare viel auf Reisen: Es gab viele Besuche der Familie im Osten, Reisen in die Schweiz, nach St. Peter-Ording, Teneriffa, Mallorca, Cornwall und Norwegen. Noch vor vier Jahren gingen die Senioren mit Tochter Ulrike auf Madeira Wandern. Daheim hielt sich das Paar 15 Jahre lang im Tanzkurs fit, den sie erst wegen der Pandemie unterbrachen. Die Jubilare genossen auch im Schwimm- und Turnverein die regelmäßige Aktivität.

Die Pasemanns bei ihrer Hochzeit 1957
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Zu Hause kümmerte sich Hanni Pasemann mit Liebe um den Garten , Ehemann Horst durfte im angrenzenden Heuboden die Leidenschaft für seine Modelleisenbahnen ausleben. Heute fährt die Modelllok durch eine Landschaft, die sich über mehr als zwei Räume erstreckt. Für sein Hobby steigt der 90-Jährige noch steile Treppen hinaus oder legt sich unter den Tisch, wenn die Elektrik spinnt. Der gelernte Klempner, der auch das Haus nach den Wünschen seiner Frau umbaute, lötete und schreinerte dafür fast alles selbst.
Die Eiserne Hochzeit feiern sie mit allen, die ihm wichtig sind, vor allem mit der Familie, zu der mittlerweile zehn Enkeln und zwei Urenkel gehören.