Blick in demografische DatenSchule in Eckenhagen droht aus allen Nähten zu platzen

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Zwei Mädchen mit Schulranzen sind von hinten zu sehen, wie sie auf die Eingangstüre einer Schule zugehen.

Die Grundschulbezirke sollen neu eingeteilt werden: Unter anderem ist vorgesehen, dass die ABC-Schützen aus Hespert die Schule in Wildbergerhütte besuchen sollen. Großes Ziel ist es, die Eckenhagener Grundschule zu entlasten.

Um die Eckenhagener Grundschule zu entlasten, will die Gemeinde Reichshof die Bezirke neu zuschneiden.

Ein Blick in die demografischen Daten zeigt: Die Grundschule in Reichshof-Eckenhagen droht in den nächsten Jahren aus allen Nähten zu platzen. Zeitversetzt wird sich die große Zahl an Schülern auch auf die Anmeldezahlen für die Gesamtschule Eckenhagen auswirken. Um diese Themen ging es, als der Reichshofer Schulausschuss jetzt über die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes beriet, den David Rupp vom Bonner Büro Biregio vorstellte. Die Diskussion fand vor dem Hintergrund der im Raum stehenden Klage mehrerer Kommunen, darunter Reichshof, gegen die Umwandlung der Sekundarschule TOB in Wiehl-Bielstein in eine Gesamtschule statt.

Rupp glaubt, dass der Andrang von Kindern, die die vier Reichshofer Grundschulen verlassen, der Gesamtschule Eckenhagen in den nächsten Jahren eine satte Auslastung bescheren wird, sodass sogar Schüler – vor allem von außerhalb – abgelehnt werden müssten.

Geringe Ab- und Zuwanderungen

Er wies noch einmal darauf hin, dass sein Büro auch für die Stadt Wiehl die Schulentwicklung begleitet. Rupp versuchte, die Sorgen der Reichshofer zu zerstreuen: Eine Gesamtschule in Bielstein werde aufgrund der dortigen demografischen Situation schon mit Wiehler Kindern ausgelastet sein. „Zudem sind die Abwanderungen von Reichshof bzw. die Zuwanderungen aus Wiehl bislang gering gewesen. Für die Sekundarstufe I wird daher keine Gefahr gesehen.“

Für die Sekundarstufe II wollte Rupp hingegen Wechselwirkungen nicht ausschließen: „Im letzten Jahr kamen an der Gesamtschule Eckenhagen 15 von 70 Oberstufenschülerinnen und -schülern aus Wiehl. Ein Schülerticket könnte zudem den Anreiz für Reichshofer Jugendliche erhöhen, die Schule in Wiehl zu besuchen.“

Eine bauliche Erweiterung der Grundschule ist nicht möglich

Anderes Thema war die Eckenhagener Grundschule: Um sie zu entlasten, ist eine bauliche Erweiterung nicht möglich. Stattdessen will die Gemeinde Reichshof eine Verbesserung der Situation durch Veränderungen an den Grundschulbezirken herbeiführen. Kinder aus einzelnen Orten, die jetzt nach Eckenhagen   gehören, sollen eine der drei anderen Grundschulen besuchen. Diese Lösung hat der Schulausschuss jetzt dem Gemeinderat zum Beschluss empfohlen. Zuvor berät der Haupt- und Finanzausschuss das Thema noch einmal.

Die Verwaltung schlägt vor, dass die ABC-Schützen aus Allenbach in den nächsten Jahren nicht mehr in Eckenhagen, sondern in Hunsheim die Grundschule besuchen sollen. Die Hesperter sollen nach Wildbergerhütte gehen, die Kinder aus Sinspert und Wehnrath nach Denklingen. Das, so der Plan, soll den Ansturm auf die Grundschule Eckenhagen entschärfen. In den kommenden fünf Jahren wäre pro Schuljahr etwa ein Dutzend Kinder von so einem Neuzuschnitt betroffen. Wobei es aber Ausnahmen geben soll: i-Dötzchen, die ältere Geschwister auf der Eckenhagener Grundschule haben, sollen auch dort eingeschult werden können.

Für die Grundschulen Wildbergerhütte, Denklingen und Hunsheim ergibt sich nach einem Blick in die demoskopischen Daten kein so immenser Handlungsdruck, wie die Vorstellung des Schulentwicklungsplans ergab. Aus dem 150 Seiten starken Werk geht etwa die Empfehlung hervor, dass die Grundschule Denklingen zunächst dreizügig bleiben, in den Schuljahren 2026/27 und 2027/28 in die Zweizügigkeit wechseln soll. „Einen unproblematischen Verlauf erwartet die Firma Biregio ebenso für die Grundschule Hunsheim, die im Planungszeitraum konstant zweizügig bleibt“, heißt es in dem Papier.

Auch über Wildbergerhütte heißt es, die dortige Grundschule entwickle sich zu einer konstant zweizügigen Schule, „hierdurch werden zwei große Räume benötigt“. Da eine Erweiterung im Bestand als schwierig erscheine, wird als „moderate Erweiterung“ ein eingeschossiger Solitär mit einer Grundfläche von rund 200 Quadratmetern vorgeschlagen. Der würde dann auf dem Schulhof entstehen.

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