Sponsoren willkommenRuben Köllner ist eines der größten Schachtalente in Deutschland

Mit acht Jahren kam Ruben Köllner zum Schach. Jetzt, mit 15, ist er in Deutschland der drittbeste Spieler seiner Altersklasse.
Copyright: Foto: Köllner
Reichshof – Ruben Köllner ist der zurzeit drittbeste deutsche Schachspieler seiner Altersklasse. Er war deutscher U12-Meister und nahm an Europa- und Weltmeisterschaften teil. Der 15-jährige Reichshofer gilt als eines der größten Schachtalente der Republik und möchte hoch hinaus. Bereits im Alter von acht Jahren entdeckt Köllner seine Leidenschaft für den Schachsport. Das Jahrhunderte alte Brettspiel zieht den kleinen Jungen aus Reichshof-Heidberg sofort in den Bann. Vater Christof, selbst ein begeisterter Schachspieler, bringt dem Sohn die ersten Züge und Grundlagen bei. Schnell wird klar: Ruben hat Talent.
Mit neun Jahren, tritt er dem örtlichen Schachverein Bergneustadt/Derschlag bei. Lange lässt der Erfolg nicht auf sich warten. Im selben Jahr kann das Nachwuchstalent bei seinem ersten Turnier überzeugen und gewinnt die Jugendstadtmeisterschaften von Bergneustadt.
Karrieresprung durch Mannschaftwechsel
Es folgen zahlreiche weitere Turniere und Siege, ehe er sich 2015 an die Spitze der deutschen Schachelite seines Jahrgangs spielt. Mit elf Jahren sichert sich der Oberberger bei den deutschen U12-Meisterschaften den ersten Platz und mischt erstmals ganz oben mit. Noch heute ist er stolz auf den Titel:„ Das war bisher einer meiner größten Erfolge“, sagt Köllner. Auch bei den Einzeleuropa- und Weltmeisterschaften 2015 nimmt er teil. Große Erfolge bleiben dort allerdings erst einmal aus.
Dennoch wagt der Schachspieler 2016 den nächsten Karrieresprung und wechselt zur Schachgesellschaft Bochum. Im Ruhrpott zeigt er sein Talent und das bleibt nicht unbeobachtet. Einer der erfolgreichsten deutschen Schachvereine, die Schaufreunde Deizisau, werden auf ihn aufmerksam und können ihn zu einem Vereinswechsel überzeugen. Seit 2019 wirkt der Teenager nun bei dem schwäbischen Bundesligisten mit. „Ich fühle mich dort sehr wohl. Auch wenn ich jetzt wesentlich mehr Zeit in den Schachsport investieren muss.“
Drei bis vier Stunden Training am Tag
Mehrmals im Monat reist er Köllner in die kleine Gemeinde in der Nähe von Stuttgart. Täglich steht er zwei Stunden via Skype mit seinen Vereinskollegen und Trainern in Kontakt. Per Videotelefonie werden vor allem Taktiken und Spielzüge analysiert. Als Trainingspartner stehen ihm sein Vater Christof oder eines seiner Geschwister zu Verfügung. Drei bis vier Stunden Training am Tag sind dabei keine Seltenheit.
Deshalb stellt die aktuelle Corona-Krise auch kaum ein Problem für den jungen Spieler dar: „Jetzt kann ich noch mehr trainieren als sonst. Nur die ganzen Turniere und Spiele fallen leider ins Wasser. Das ist etwas schade.“
Schachtuniere sind teuer
So bleibt außerdem offen, ob in diesem Jahr die deutschen Jugendmeisterschaften stattfinden. Auch die der Herren, wo Köllner wieder angreifen möchte, wurde vorerst von Mai auf August verschoben. Dort wird sich auch entscheiden, ob der junge Oberberger wieder bei den Europa- und Weltmeisterschaften teilnehmen darf. Doch selbst wenn er sich qualifizieren sollte, ist eine Teilnahme noch nicht sicher. Denn alle anfallenden Kosten muss seine Familie selbst tragen.
„Seine erste EM konnte er nur dank lieber Spender spielen und bei seiner ersten WM haben wir unser Konto ins Minus gefahren. Das geht nicht mehr“, berichtet Mutter Jessica Köllner. „Schachturniere sind sehr teuer. Für Startgeld, Sprit, Übernachtung und Verpflegung kommen schnell mal an die 1000 Euro pro Turnier zusammen.“ Deshalb muss Sohn Ruben in der Regel auch einen Großteil seiner Gewinne abgeben.
Traum von Großmeisterschaft rückt immer näher
Es ist die Leidenschaft, die den Reichshofer antreibt und erst Recht sein Traum, Großmeister zu werden. Der Großmeister ist der höchste vom Weltschachbund FIDE verliehene Titel für Turnierspieler. Nur etwas mehr als 1500 Spieler weltweit dürfen ihn tragen. Zurzeit ist Köllner noch Fide-Meister (dritthöchste Auszeichnung), aber in diesem Jahr möchte er den nächst höheren Titel des Internationalen Meisters erlangen und seinem großen Traum ein Stück näher kommen.