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BundeswehrZukunft des Munitionsdepots in Reichshof weiter in der Schwebe

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Schilder am Wachgebäude: Militärischer Sicherheitsbereich.

Schilder erinnern an die Zeit der militärischen Nutzung. 

In Reichshof bleibt offen, ob das frühere Munitionsdepot wieder militärisch genutzt wird – konkrete Pläne fehlen bisher.

Die Entscheidung über die künftige Verwendung des ehemaligen Luftwaffenmunitionsdepots der Bundeswehr bei Reichshof-Wildbergerhütte ist weiter in der Schwebe. Das Areal gehört zu den bundesweit 187 Liegenschaften, die momentan von der Bundeswehr unter die Lupe genommen werden, um zu klären, ob sie für eine künftige militärische Nutzung reaktiviert werden können. Im Oberbergischen Kreis ist es das einzige Areal auf dieser Liste.

Doch wie weit diese Untersuchungen inzwischen gediehen sind, lassen die zuständigen Behörden offen. „Die Bundeswehr überprüft in einem geordneten Prozess in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bundesweit zahlreiche Liegenschaften auf deren potenzielle Eignung für eine mögliche zukünftige Nutzung durch die Bundeswehr. Dies betrifft auch das Gelände in Reichshof“, heißt es auf Nachfrage dieser Zeitung eher vage aus dem Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr.

Bundeswehr prüft Gelände bundesweit

Konkreteres ließ sich nicht erfahren. Der Sprecher wollte weder bestätigen, dass es überhaupt schon eine Begehung des Geländes durch Bundeswehrvertreter gegeben hat, noch, wie der konkrete Zeitplan der Reaktivierungsmission aussieht.

Unter Verweis auf die veränderte Sicherheitslage wies er lediglich darauf hin, dass ein „deutlicher Aufwuchs der Streitkräfte“ erforderlich sei, „der insbesondere auch infrastrukturelle Bedarfe und ggf. neue Flächen begründet“. Deshalb habe das Verteidigungsministerium die Umwandlungen von aktuell oder ehemalig militärisch genutzten Liegenschaften in eine zivile Nachnutzung (Konversion) ausgesetzt.

Militärische Nutzung zuletzt bei Übung

Der gesamte Prozess, so der Sprecher des Bundesamtes, sei von dem Ziel geprägt, Lösungen „im Konsens mit den betroffenen Städten und Gemeinden zu finden und zu städtebaulichen Entwicklungen zu gelangen, die im Interesse aller Beteiligten sind“. Die internen Prüfungs- und Entscheidungsprozesse seien noch nicht abgeschlossen.

Bei der Gemeinde Reichshof allerdings sei seit dem Aufkommen der Thematik im Herbst weder die Bundeswehr oder eine andere Behörde in dieser Angelegenheit vorstellig geworden, sagt Sarah Schmidt, allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters, auf Anfrage.

Das Interesse an der Zukunft des ehemaligen Luftwaffenmunitionsdepots 82 ist in und um Wildbergerhütte auch deshalb groß, weil seit 2012 noch eine gänzlich andere Umnutzung des Geländes im Gespräch ist – nämlich die dortige Errichtung einer forensischen Klinik zur Therapie psychisch kranker und suchtkranker Straftäter mit Platz für bis zu 150 Insassen. Diese Erwägungen des Landes NRW sind seit 2012 bekannt. Dagegen hatte sich von Anfang an massiver Widerstand aus der Bevölkerung   geregt.

Soldaten waren zuletzt im vergangenen Oktober in der Kaserne aktiv: Im Rahmen der zivil-militärischen Großübung „Romerijke Berge“ hatten Reservisten des Kreisverbindungskommandos Oberberg gemeinsam mit Blaulichtorganisationen aufeinander abgestimmtes Einsatzgeschehen geprobt.