Nach der Flutkatastrophe: Der Wiehler Verein Re:Help setzt auf gezielte Hilfe in Nepal.
Nach verheerenden ÜberschwemmungenRenate Kotz aus Wiehl bald erneut auf dem Weg nach Nepal

Der Besuch im Kindergarten von Rapcha ist immer ein Highlight der Projektreise.
Copyright: Pancha Rai
Ende Oktober wird Renate Kotz, Vereinsgründerin von Re:Help, sich erneut auf den Weg nach Nepal machen, um sich vor Ort mit den Menschen auszutauschen und die weitere Entwicklung der Projekte des Vereins im Dorf Rapcha zu besprechen. Darüber hinaus ist ein Besuch beim Verein Shanti Leprahilfe in Kathmandu geplant, mit dem „Re:Help" seit 2021 eine freundschaftliche Kooperation verbindet.
Schon angesichts der Flutkatastrophe, ausgelöst von einem Gletscherabbruch und einem dadurch verursachten Erdbeben, die Ende August im Himalaya unzählige Opfer forderte, hatten die beiden Vereine schnell und unbürokratisch in ihrer Hilfe für die Menschen in Nepal zusammengearbeitet. Renate Kotz berichtet: „Nach der Sturzflut haben wir Schlafsäcke, Kleidung und Medikamente für die Menschen in den betroffenen Gebieten so schnell es ging auf den Weg gebracht und sofort damit begonnen, Spenden zu sammeln.“
Rund 45.000 Euro konnten bereits weitergegeben werden
Nach den verheerenden Überschwemmungen konnte Re:Help auf diese Weise neben den Sachspenden auch bislang rund 45.000 Euro für dringende Soforthilfe zugunsten der Flutopfer an Shanti Leprahilfe weitergeben. „Wir sind sehr dankbar, dass wir durch unsere langjährige und freundschaftliche Zusammenarbeit mit Shanti die Möglichkeit haben, den von der Flut betroffenen Menschen so unkompliziert und direkt zu helfen. Gerade in solchen Situationen ist es wichtig, einen verlässlichen Partner vor Ort zu haben.
Das Shanti-Team ist für solche Krisen geschult und hat mit viel Fachwissen die Hilfsmaßnahmen in die Wege geleitet“, sagt Renate Kotz. Der Dortmunder Verein Shanti betreibt in Kathmandu ein Krankenhaus mit einem erfahrenen Team. Er organisiert Gesundheitscamps, unter anderem im von Re:Help unterstützten Dorf Rapcha. „Gerade diese medizinische Kompetenz ist von unschätzbarem Wert“, ist Renate Kotz überzeugt.

Renate Kotz und Pancha Rai.
Copyright: Brigitte Schösser
Viele Menschen haben bei der Katastrophe Angehörige verloren, nach Schätzungen sind etwa 90.000 ihrer Lebensgrundlage beraubt worden, Tausende gelten immer noch als vermisst. Im Rahmen des Besuchs vor Ort möchte die Wiehlerin sich über die aktuelle Lage der betroffenen Menschen informieren, mit dem Shanti Team darüber sprechen, wie die Spendengelder eingesetzt wurden und einen Einblick in die geleistete Hilfe zu erhalten.
Renate Kotz betont: „Sowohl die Projektarbeit in Rapcha als auch die Soforthilfe für die Flutopfer zeigen, wie wichtig verlässliche Kontakte und die Partnerschaften mit den Menschen in Nepal sind. Re:Help möchte seine Unterstützung verantwortungsvoll gestalten und dort ansetzen, wo sie gebraucht wird – sei es durch langfristig angelegte Projekte oder durch schnelle Hilfe in akuten Notlagen.“
Darum liegt ein weiterer Schwerpunkt der kommenden Reise auf den Projekten von Re:Help im Dorf Rapcha. Dort sollen gemeinsam mit den jeweils zuständigen Komitees die laufenden Aktivitäten betrachtet, Erfahrungen ausgetauscht und weitere Vorhaben besprochen werden. Seit 2013 konnten in Rapcha dank des Engagements des Wiehler Vereins ein Kindergarten gebaut, ein Schulgebäude wiederaufgebaut und der Einsatz von zwei Krankenschwestern finanziert werden.
Auch Unterrichtsmaterial für die Schule wurde angeschafft, und vor einigen Jahren wurde mit einem bunten Fest die Eröffnung der Unterkunft für die Schülerinnen der Shree Basakhali Secondary School gefeiert. „Der Kontakt zu den Menschen vor Ort ist uns allen im Verein besonders wichtig, um ihre Bedürfnisse und Vorstellungen in die Projektplanung einzubeziehen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft zu stärken und die Projekte nachhaltig an den örtlichen Gegebenheiten und Bedürfnissen auszurichten.“ „Re:Help" beschreibt sich als mildtätiger Verein, der frei von Bindungen an Parteien und Konfessionen ist, selbstlos tätig ist und dabei keine eigenwirtschaftlichen Ziele verfolgt. Ziel ist einfach, die Lebensbedingungen der armen Bevölkerung zu verbessern.
