Gummersbach – Zu den oberbergischen Projekten, die auf dem Weg zur Förderung im Rahmen der Regionale 2025 bereits einen der begehrten Qualifikationsstempel bekommen haben, gehört auch ein Simulationszentrum, das der Kreis für seine Akademie Gesundheitswirtschaft und Senioren realisieren will.
Einen möglichen Standort dafür gibt es auch schon: das Steinmüllergelände in Gummersbach, wo ohnehin gerade ein Erweiterungsbau für die Agewis entsteht. Den wird die Akademie gemeinsam mit dem Gesundheitsbildungszentrum des Klinikums Oberberg nutzen. Auf der Erweiterungsfläche gleich gegenüber der Agewis-Zentrale wäre noch Platz für einen weiteren Bau, weshalb das Projekt derzeit unter Agewis III firmiert.
Lebensnahes Training für Rettungssanitäter
In einem Simulationszentrum kann praktisch alles geübt werden, was Mitarbeitern von Rettungsdiensten oder Krankenhausteams in Kreißsaal, Neugeborenen- oder Intensivstationen, im Schockraum oder als Anästhesieteam widerfahren kann. Vorbild für ein solches Zentrum in Oberberg könnte beispielsweise das 2015 eröffnete Mittelhessische Simulationszentrum in Marburg sein.
Das ist mit mehr als 20 computergesteuerten Erwachsenen-, Kind-, Neugeborenen- und Geburtssimulatoren für dieses Training optimal ausgestattet. Im jüngsten Kreisentwicklungsausschuss hatte Planungsdezernent Frank Herhaus das Projekt kurz vorgestellt.
Zehn Projekte aus dem Kreis für die Regionale 2025
25 Projekte aus den drei Landkreisen befinden sich im aktiven Qualifizierungsprozess der Regionale 2025 „Bergisches Rheinland“. Zwei haben den A-, vier den B- und 19 den C-Status. Aus Oberberg vorgeschlagen beziehungsweise auch in Oberberg realisiert werden sollen:
A-Status: Innovation-Hub „Bergisches Rheinland“ in Gummersbach
B-Status: Bergische Ressourcen-Schmiede auf Metabolon
C-Status Agger-Sülz-Radweg (in allen drei Landkreisen)Schulcampus NümbrechtAltstadt BergneustadtSimulationszentrum Agewis III in GummersbachUmwandlung Alte Bücherfabrik in Engelskirchen-RünderothEin Theater für Gummersbach und das Bergische RheinlandKompetenzteam Bestandsimmobilien (Oberbergischer Kreis)Bergische Schnellbusse zur Erschließung „schienenferner Räume“.
Wer aufsteigt und Förderanträge stellen kann, entscheidet der Lenkungsausschuss der Regionale. Er besteht aus den Landräten der drei Kreise, Vertretern des NRW-Kommunalministeriums, der Bezirksregierung sowie je einem Bürgermeister aus den drei Landkreisen und einem der Oberbürgermeister der Städte Köln, Bonn und Leverkusen. (kn)
Seine Realisierung könnte ein aktiver Beitrag des Kreises zur Fachkräftesicherung im Gesundheitssystem sein. Rettungsdienste, das Gesundheitsbildungszentrum am Krankenhaus Gummersbach, aus dessen Absolventen sich das Klinikum Oberberg sich mit Nachwuchskräften für die Krankenpflege versorgt, aber auch Krankenhäuser in der Region könnten ihr Personal hier unter realistischen Bedingungen üben und ausbilden lassen, sagte Herhaus; etwa auch im Modell eines Rettungswagens.
Kosten: 20 bis 25 Millionen Euro
Ein solches Zentrum wäre neben der Agewis ein weiteres und in der Region einmaliges Leuchtturmprojekt – aber alles andere als billig. Im Ausschuss war von 20 bis 25 Millionen Euro die Rede. Da wäre Geld aus dem Infrastrukturprogramm der Regionale 2025 „Bergisches Rheinland“ sehr willkommen. Dafür haben sich die drei Landkreise Oberberg, Rhein-Sieg und Rhein-Berg mit 28 Kommunen sowie dem Verein Region Köln/Bonn zusammengetan, um „in Schlagdistanz zur Rheinschiene eine zukunftsfähige, ausbalancierte Entwicklung des rechtsrheinischen ländlichen Raumes zu initiieren“.
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Den C-Stempel, die erste Stufe auf dem Weg zum A-Siegel – und der dann mehr als guten Aussicht auf Landesmittel, hat das Simulationszentrum bereits zuerkannt bekommen. Zwei weitere Stufen mit jeweils immer detaillierteren Überlegungen und Planungen sind noch zu nehmen.
Klaus Grootens, Kreiskämmerer und Betriebsleiter der Agewis, warnt aber vor zu großer Euphorie: „Wir stehen noch ganz am Anfang.“ Man werde sich zunächst vergleichbare Zentren ansehen. Nicht nur die Kosten für den Bau wären aufzubringen, sondern auch für den laufenden Betrieb. Auch ein Träger müsse gefunden werden. In Marburg hat das der DRK Rettungsdienst Mittelhessen übernommen.

