Wipperfürth – Im Hickhack um die Feriensiedlung Schnipperinger Mühle geht es für Frank und Alexandra Ufer um die Existenz. Findet sich bis Ende Juni keine Lösung mit Gesundheitsamt und Stadt, wird der Kreis in der Ferienanlage das Wasser abstellen. Die derzeit 96 Pächter säßen auf dem Trockenen, ebenso das Ehepaar Ufer selbst. „Der Campingplatz wird dann geschlossen, und wir verlieren auch noch unser Zuhause“, sorgt sich das Ehepaar.
Noch hoffen beide, dass sich in den kommenden Wochen eine Lösung des Trinkwasserproblems findet. Wie berichtet, besteht der Kreis auf einem neuen Trinkwasserkonzept. Denn viele alte Leitungen sind marode, einwandfreies Trinkwasser kann so nicht garantiert werden. Die Verhandlungen mit der Bergischen Energie- und Wasser-GmbH (BEW) stecken in einer Sackgasse. Aus Sicht der Ufers trägt daran das Unternehmen die Hauptschuld. „Wir brauchen neue Trinkwasserleitungen, die BEW will uns gleich noch Strom und Gas mit verkaufen. Dabei ist das hier ein Campingplatz, da kann niemand einen 380-Volt-Anschluss erwarten“, sagt Frank Ufer.
Die Eigentümer haben nun die Firma Vierkötter aus Marienheide mit der Erstellung eines Trinkwasserkonzepts beauftragt. Das geschehe in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, betonen die Ufers.
Die Kosten sind gewaltig. „Allein die Tiefbauarbeiten sollen rund 300 000 Euro kosten, die Gesamtkosten liegen bei 700 000 Euro“, erklärt Alexandra Ufer. 50 Prozent dieser Summe wollen die Ufers selbst übernehmen, die andere Hälfte – also 350 000 Euro, sollen sich die Pächter teilen. Machen alle mit, müsste jeder Pächter rund 3650 Euro zahlen. In diesem Preis sollen von außen zugängliche Schaltschränke mit einer Wasseruhr, wie sie die BEW vorschlägt, bereits enthalten sein. Das Problem: Damit die Leitungen zu den Wasseruhren im Winter nicht zufrieren, müsste zusätzlich Strom verlegt werden, und das macht die Sache wieder teurer. Frank Ufer hat deshalb eine andere Idee. „Es gibt Kästen, bei denen die Wasseruhr im Boden versenkt und zum Ablesen nach oben gezogen wird.“
Nicht gut zu sprechen sind die Eigentümer der Schnipperinger Mühle auch auf Alexander Cormann, der als Anwalt eine Reihe von Pächtern vertritt. „Nachdem der erste Vertragsentwurf nicht akzeptiert wurde, haben wir Herrn Cormann mehrfach gebeten, mit uns zusammen eine neue Version auszuarbeiten – bislang vergeblich“, sagt Alexandra Ufer. Stattdessen habe der Anwalt mitgeteilt, dass man auch den neuen Vertrag wegen „starker Belastungen“ ablehne.
„Wir fordern nur, was im künftigen Bebauungsplan drin steht“, betonen die Ufers. „Das sind Forderungen der Stadt Wipperfürth.“ Eine Reihe von Pächtern habe den neuen Vertrag bereits unterschrieben. Weil auf dem Campingplatz zahlreiche Gerüchte kursierten, wolle man demnächst alle Pächter zu einer Informationsveranstaltung einladen.
