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Tag der offenen StalltürEinblick in bäuerlichen Großbetrieb

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Auf großes Interesse stieß der Tag der offenen Tür der Wegerhoff KG. (Foto: Schmitz)

Wipperfürth – Richtig gut besucht ist der „Tag der offenen Stalltür“ auf dem Wegerhof. Bereits zur Mittagszeit stauen sich die Autos auf sämtlichen Zufahrtsstraßen, die zum größten Milchviehhof Oberbergs führen. Auf dem drei Hektar großen Betrieb angekommen, stecken Familien ihre Köpfe in die Sichtfenster, die den Blick ins Innere der Biogasanlage zulassen, nehmen Futter und Unterkunft der mehr als 700 Milchkühe in Augenschein oder probieren das Ergebnis frisch aus dem Tank.

Man sei rundum zufrieden mit dem Andrang, strahlt Heinz Raffelsieper, Gesellschafter der Wegerhof KG. Anlass für den Aktionstag sei das große Interesse an der 2014 in Betrieb genommenen Biogasanlage, der einzigen weit und breit, die ausschließlich auf Gülle setzt. Gleichzeitig wolle man die Gelegenheit nutzen und den Menschen die moderne Landwirtschaft näherbringen. „Zu uns Landwirten hat die Bevölkerung wenig Kontakt – obwohl sie unsere Produkte täglich konsumiert. Wir haben Interesse an einer offenen Landwirtschaft, die den Blick hinter die Kulissen zulässt“, betont Raffelsieper.

Und der Tag der offenen Tür kommt zum richtigen Zeitpunkt, denn zum jüngsten Haupt- und Finanzausschuss hatte die SPD die Verwaltung um Beantwortung von Fragen zur möglichen Beeinträchtigungen durch landwirtschaftliche Großanlagen gebeten. Viele Fragen würden sich bei einem Besuch des Hofes direkt klären lassen, sagte Raffelsieper der BLZ nach der Sitzung.

Der Erlös des Tages der offenen Tür wird auf drei Bereiche verteilt, kündigte gestern Heinz Raffelsieper an. 400 Euro werden an die Klasse 2000 der Grundschule St. Antonius gespendet. 600 Euro gehen an die Pfadfinderschaft St. Georg Wipperfürth für den weiteren Ausbau des Begegnungszentrums. Und 1000 Euro erhält das Kongo-Hilfsprojekt Bampangi ya mono („meine Brüder“) von Dr. Berndt Otte. (r)

In Dutzenden Führungen lernen die Besucher, dass vor allem das Thema Energieeffizienz auf dem Bauernhof eine Rolle spielt. Milch werde schließlich weltweit hergestellt, entsprechend groß sei die Konkurrenz und die Notwendigkeit, die Betriebskosten zu optimieren, erklärt der Landwirt, dessen Gasanlage durch einen komplizierten Vergärungs- und Verbrennungsprozess täglich Strom für eine ganze Wipperfürther Familie produziert. Zusätzlicher positiver Nebeneffekt: Die Gülle, die den gigantischen Behälter nach sechs Wochen wieder verlässt, ist viel dünnflüssiger und damit leichter auf die Wiese zu bringen. Und sie stinkt dank geringerem Schwefelanteil kaum, während alle Pflanzennährstoffe noch vorhanden sind.

Weitere Hingucker sind das Melkkarussell, in dem 50 Tiere zeitgleich ihre Runde drehen, und der Futterwagen, der Grassilage, Mais, Zuckerschnitzel und Mineralfutter zu einer genau abgestimmten Mahlzeit mischt. In der Milchküche bestaunen die Gäste eine Anlage, die das Brunnenwasser sparsam einsetzt, es auch zur Kühlung der Milch nutzt und dann angewärmt in die Tränken im Stall pumpt.