Wipperfürth/Lindlar – Um 12.30 Uhr zuckte der erste Blitz durch die schwarzgelben Regenwolken, die gestern im Bergischen den Tag zur Nacht machten und mit einem kurzen aber heftigen Unwetter für vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und umgestürzte Bäume sorgten. Um 13 Uhr öffnete der Himmel seine Schleusen, Sturmböen peitschten die Wassermassen über Straßen und Plätze.
Wer konnte, hatte sich vor dem Unwetter in Sicherheit gebracht. Der Wipperfürther Marktplatz war fast leer gefegt, nur ein paar Schülerinnen liefen kreischend durch den Regen.
Supermarkt wegen Brand evakuiert
Die Kanäle konnten die Wassermassen nicht fassen. Nach Angaben des Wupperverbands fielen innerhalb von einer halben Stunde rund 42 Liter Regen pro Quadratmeter.
Auf der Nordtangente stand das Wasser rund einen Meter hoch, einige Fahrzeuge schwammen auf, bei anderen drang Wasser in Zündanlagen und Motor ein. Nach gut 20 Minuten war das Unwetter vorbei, doch die Kräfte von Polizei und Feuerwehr waren noch mitten im Einsatz. 35 Mal musste sie ausrücken. Wipperfürths Feuerwehrchef Siegfried Förster ließ Stadtalarm auslösen, die Sirenen heulten, um alle Kräfte in Alarmbereitschaft zu versetzen. Die Mitarbeiter des Bauhofs rückten aus, um Gullis freizulegen.
Doch nicht nur die Wassermassen beschäftigten die Einsatzkräfte: Direkt neben der Feuerwache geriet in einem Supermarkt eine Kühltruhe in Brand. Die Mitarbeiter löschten das Feuer, doch aufgrund der starken Rauchentwicklung evakuierte die Feuerwehr das Geschäft und ließ es schließen.
In Lindlar rückte die Feuerwehr zu 20 Einsätze aus, meist waren Keller mit Wasser und Schlamm vollgelaufen. Betroffen war hier Remshagen, wo der Regen die Erde von den Maisfeldern über die Straße bis in einige Keller spülte. Da einige Bäume umzustürzen drohten und auf die Fahrbahn ragte, musste die L 302 gesperrt und die Bäume gefällt werden.
