Von Afrika begeistertOberberger helfen beim Bau von Schulen

Mit 45.000 Euro unterstützen Tino und Nico Kessler-Thönes den Bau dieser Schule in Tansania.
Copyright: Tino Kessler-Thönes
Oberberg – Ihre Hilfsbereitschaft habe ganz viel mit ihrem christlichen Weltbild zu tun, sagen die Brüder Nico und Tino Kessler-Thönes. „Uns geht es gut, darum war es uns ein Herzenswunsch, auch anderen zu helfen“, erinnert sich Tino Kessler-Thönes an erste Überlegungen, wie diese Unterstützung aussehen könnte.
Die Brüder aus Marienheide entschieden sich für die Stiftung „Fly and Help“, 2009 von Reiner Meutsch gegründet, die Schulen in Entwicklungsländern baut und garantiert, dass 100 Prozent der Spenden in die Projekte fließen. Jede von der Stiftung gebaute Schule ist bei der Eröffnung komplett ausgestattet und kann sofort in Betrieb genommen werden.

Tino Kessler-Thönes (r.) und sein Bruder Nico besuchten die Schüler in Tansania.
Copyright: Foto: Kessler-Thönes
Zur Vorgeschichte: Vor rund vier Jahren gründeten die Oberberger ihre Hochsitz-Akademie. Diese Jagdschule funktioniert ausschließlich digital und warf schnell erste Gewinne ab. Geld, das die Gründer gerne auch für sinnvolle Spenden verwenden wollten.
Ein persönliches Treffen mit Reiner Meutsch begeisterte Nico und Tino Kessler-Thönes, die sich entschieden, 50.000 Euro für den Bau einer Schule in der madagassischen Kleinstadt Betafo in der zentral gelegenen Region Vakinankaratra zu überweisen. 220 Kinder werden dort nun unterrichtet.
Nach einem Sponsorenlauf blieb allen erst mal die Luft weg
Doch damit war ihr Engagement längst nicht beendet, denn, so sagt Tino Kessler-Thönes: „Unser Ziel war und ist es, jedes Jahr den Bau einer Schule zu finanzieren.“ Voller Freude berichtet er, dass sehr schnell nicht wenige der Schülerinnen und Schüler ihrer Hochsitz-Akademie durch kleine und große Spenden zu „Hochsitz-Helden“ wurden.
Und als die Gemeinschaftsgrundschule Wiedenest bei einem Sponsorenlauf fast 15.000 Euro einwarb, blieb auch Nico Kessler-Thönes bei der Spendenübergabe erst einmal die Luft weg. „Wir hatten im Stillen auf die – schon riesige – Summe von 2500 Euro gehofft. Dass es das Sechsfache wurde, konnten wir kaum fassen! Dieses Engagement hat uns so berührt. Das war genau die Summe, die für das dritte Projekt, in Burundi in der Gemeinde Gitaramuka, zu den 45.000 Euro noch fehlte“, sagt Tino Kessler-Thönes, noch immer tief beeindruckt vom Einsatz der Grundschulkinder.
Besuch in Digodigo flashte die beiden Firmengründer
Die Schule in Burundi feiert im Spätsommer Eröffnung, die im tansanischen Digodigo ist schon in Betrieb. Und um zu sehen, was mit den Spenden passiert, besuchte er in diesem Sommer mit seinem Bruder das Dorf Digodigo im Ngorongoro-Distrikt.
„Afrika hat uns total geflasht. Tansania ist unfassbar schön“, berichtet Tino Kessler-Thönes überwältigt. Die freundlichen Menschen, die offen, herzlich und großzügig seien, eine beeindruckende Landschaft und Tierwelt hätten für unvergessliche Eindrücke gesorgt und dafür, dass eine zweite Reise fest auf dem Plan stehe. „Natürlich möchten wir auch nach Madagaskar.“
Die Unterstützung in Höhe von ebenfalls 45.000 Euro für das Projekt in Tansania hatten die beiden direkt nach dem Schulbau in Madagaskar zugesagt, Burundi folgte. In Digodigo gibt es nun eine Grundschule für 180 Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren. Das nächste Projekt dort soll voraussichtlich eine „Boarding School“, also eine Art Internat, sein, um rund „80 Kindern ihren abenteuerlichen Schulweg zu ersparen“.
Bildung stehe in Tansania hoch im Kurs, hat Tino Kessler-Thönes beobachtet: „Die Menschen wissen, dass sie ihren Kindern nur durch die Schule eine Zukunft schenken können. Als wir in Digodigo waren, haben die Schülerinnen und Schüler vor Freude für uns getanzt und gesungen – es war wunderbar.“
Die Kinder in der Schule seien hochkonzentriert, trotz riesiger Klassen. „Wenn du das siehst, weißt du, dass du genau das Richtige tust“, ist er überzeugt.