Holpe – Der Lebensmittelladen, die Bäckerei, das Metzgergeschäft und jetzt auch noch der Friseursalon: alles zu. Wer in Holpe wohnt, muss für den Einkauf weite Wege in Kauf nehmen. „Die nächsten Geschäfte sind dann schon in Waldbröl, also ungefähr zehn Kilometer weit weg“, sagt Burkhard Neef (43), Vorsitzender des Heimatvereins in dieser kleinen Morsbacher Ortschaft. Nacheinander machten in den vergangenen Jahren alle Läden dicht, neulich hat auch der Friseur sein Geschäft aufgegeben. „Eine echte Katastrophe“, findet Neef.
Premiere für den 20. April geplant
Seit mehr als einem Jahr arbeiten der Verein um seinen Vorsitzenden und eine Handvoll engagierter Holper an ihrer ganz eigenen Lösung für das Versorgungsproblem: Auf dem Platz an der Gemeinschaftsgrundschule soll ein kleiner Wochenmarkt öffnen, und das immer montags von 11 bis 12.30 Uhr. „Zum ersten Mal am Montag, 20. April“, verrät Neef. Die Marktzeiten seien übrigens auf den Unterricht an der Schule abgestimmt: „Die Eltern holen also ihre Kinder ab und können auch noch ihre Einkäufe erledigen.“ Und dass sich der Markt für Händler lohnt, steht für den Vereinschef fest. „In Holpe leben etwa 400 Menschen, Tendenz steigend“, sagt er. „Rechnet man die Bewohner der umliegenden Orte hinzu, so gibt es hier 1400 bis 1500 mögliche Kunden.“
Doch das Projekt steht bisher unter keinem guten Stern: Ihre Teilnahme mit Verkaufswagen zugesagt hatten die Bäckerei Schumacher aus Eichelhardt und eine Metzgerei aus der Stadt Wissen – beide also aus dem Landkreis Altenkirchen. Weil aber der Wagen des Metzgermeisters einen Totalschaden und dieser kein Ersatzmobil hat, will er nicht mehr nach Holpe kommen. „Jetzt brauchen wir schnell Ersatz“, betont Rainer Heinze (54), der für den Heimatverein die Planung des Markts ausführt. Er freut sich, dass die Fleischerei Krieger aus Bitzen wenigstens am ersten Markttag ihre Waren auf dem urigen Platz „In der Au“ anbieten möchte. „Klar, wir springen zu Beginn gerne ein-, zweimal ein“, verspricht Inhaber Harald Krieger. Das sei jedoch immer mit großem Aufwand verbunden, da er über keinen mobilen Verkaufsstand verfüge.
Dabei ist die Begeisterung in Holpe groß. „Diese Initiative ist einfach toll“, lobt etwa Morsbachs Bürgermeister Jörg Bukowski den Einsatz für den Wochenmarkt, nachdem zuvor auch die Einrichtung eines genossenschaftlich organisierten Dorfladens gescheitert war. „Und trotzdem kämpfen die Holper weiter für die Nahversorgung und lassen sich nicht entmutigen“, zollt der Verwaltungschef dem emsigen Verein und seinen Mitstreitern Anerkennung – und das nicht nur mit schönen Worten: Die Morsbacher Gemeindeverwaltung hat den Organisatoren jüngst eine dreistellige Summe zur Unterstützung überwiesen und zudem mit den notwendigen Genehmigungen auf kurzem Dienstweg geholfen.
Mit von der Partie ist übrigens auch die Kreissparkasse Köln, die den Standort ihrer mobilen Filiale von der Feuerwache nun auf den neuen Marktplatz verlegen will. Und das Geldinstitut hat ebenfalls eine – sogar vierstellige – Spende für den geplanten Markt zugesagt. „Eigentlich alles bestens“, freut sich auch Mitstreiterin Elli Moll (63). Sie hofft, dass künftig zudem ein Obst- und Gemüse-Händler sowie andere Verkäufer den Weg in Holpes Mitte finden. „Eigentlich ist jeder willkommen, der etwas verkaufen möchte, das auf einen Markt passt“, sagt sie. Standgebühren wollen die Organisatoren nicht erheben.
Wer auf dem neuen Markt in Holpe handeln möchte, kann sich an Elli Moll, V (02294) 99 27 98, oder an Rainer Heinze, V (0160) 5 55 64 99, wenden.