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VfL GummersbachGeschenke-Sammel-Aktion für kranke Kinder gestartet

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Von einem Komitee aus Mitgliedern des Fördervereins der Kinderklinik und des VfL-Fanclubs Blue White Dynamite sowie VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler (2.v. l.) und Chefarzt Dr. Roland Adelmann (2.v. r.) wurden Frank Grebe und sein Paket empfangen.

Gummersbach – Ruth Raymund (85) und Ria Döbler (81) gehören am Mittwochmorgen zu den Ersten, die an der Schwalbe-Arena Präsente für Kinder abgeben, die die Weihnachtszeit im Krankenhaus verbringen müssen. „Wir machen mit, seitdem es die Aktion gibt“, sagt Ruth Raymund. Die Frauen gehören zum Fanclub und haben eine Dauerkarte für den VfL Gummersbach, da sei es selbstverständlich, dass sie den Verein auch bei dieser Aktion unterstützen, erklären sie. Gemeinsam mit dem Klinikum Gummersbach hatte der VfL zum neunten Mal seine Fans dazu aufgerufen, Geschenke zu sammeln. Trotz der Corona-Pandemie wollten beide an der Aktion festhalten, auch wenn in diesem Jahr der persönliche Besuch der Handballer auf der Station nicht möglich ist.

Kinder von der Pandemie besonders hart getroffen

Eigentlich sollte es nicht trotz, sondern gerade wegen der Corona-Pandemie heißen. Denn die Kinder und Jugendlichen sind besonders betroffen, sagt Dr. Roland Adelmann, Chefarzt der Kinderklinik. Anders als bisher gibt es keine leichten Fälle mehr auf der Station. Kinder, die sonst über Nacht beispielsweise bei einem Magen-Darm-Infekt behandelt würden, scheuten den Weg ins Krankenhaus. Die Kinder haben daher nicht nur mit ihren schweren Erkrankungen zu kämpfen, sondern auch damit, dass nur jeweils ein Elternteil bei ihnen sein darf.

Zwei Fans, die sich zu helfen wissen

Ruth Raymund (85) und Ria Döbler (81) sind nicht nur eingefleischte Fans des VfL Gummersbach, sie sind auch Freundinnen, die sich zu helfen wissen. Da es in Zeiten der Corona-Pandemie für die Dauerkarteninhaberinnen nicht möglich ist, die Handballspiele live in der Schwalbe-Arena zu verfolgen, haben sie eine eigene Form gefunden, gemeinsam den VfL zu sehen. Ruth Raymund hat einen Laptop, über den sie die Partie auf Sportdeutschland TV aufruft und sie für ihre Freundin, die keinen Computer hat, live kommentiert. Ob sie das gut macht? „Das macht sie, nur manchmal muss ich sie bremsen, da geht es mit ihr durch“, sagt Ria Döbler lachend. „Einmal VfL-Fan, immer VfL-Fan“, kommentiert Ruth Raymund. (ank)

„Glücklicherweise erlaubt dies das Gesundheitsamt“, so Adelmann. Besuche von Geschwistern, Großeltern und Freunden sind untersagt. „Die Kinder, die länger bleiben müssen, leiden sehr darunter“, sagt Adelmann. Dazu gehören auch Mädchen und Jungen, die eine Grunderkrankung haben und nun noch Corona-positiv sind. „Kinder ohne Vorerkrankung werden ambulant zu Hause betreut.“

Zu wenig Intensivbetten für Kinder

Bemerkbarer als sonst mache sich in diesen Zeiten auch, dass in Nordrhein-Westfalen Intensivbetten für Kinder fehlen. So berichtet der Chefarzt, dass er vor kurzem zweieinhalb Stunden mit einem kranken Kind im Rettungswagen verbracht habe, um die Krankenhäuser nach einem freien Bett abzutelefonieren. In Siegen wurde dann ein Platz freigeräumt.

Gerade für die Langzeitpatienten sei es gut, dass sie im Krankenhaus am Schulunterricht teilnehmen können, führt der Chefarzt weiter aus. Doch hat er vor allem bei den Jugendlichen eine deutlich schlechtere Grundstimmung festgestellt. Immer mehr Kinder und Jugendliche zeigten Depressionen. Deshalb könnte er sich auch vorstellen, für Jugendliche Ausnahmesituationen zu schaffen, beispielsweise nach einem Coronatest eine Geburtstagsfeier zu erlauben.

Vor allem Geschenke für die Gemeinschaft sind gefragt

Es gebe in diesen Zeiten für die Kinder und Jugendlichen viele Probleme, die es ohne Corona nicht geben würde. Daher, sagt Adelmann, sei auch eine Geschenkeaktion wie es sie seit 2012 mit dem VfL gebe, gerade jetzt besonders wichtig. Der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt, was man den Patienten vom Neugeborenen bis zum 17-Jährigen zukommen lassen möchte. Ideal sei alles, was man zu zweit machen könne, da sich ja immer nur zwei Personen gemeinsam in einem Krankenzimmer aufhalten dürfen. Von elektronischen Geräten rät Adelmann ab, denn in Zeiten von Corona seien die Kinder und Jugendlichen damit eingedeckt.

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„Es ist in jedem Jahr eine tolle Sache, die wir gerne unterstützen“, sagt VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler. Mithilfe der Fans würde den Kindern eine Freude gemacht. Gemeinsam mit dem Förderverein der Kinderklinik und dem VfL-Fanclub Blue-White Dynamite sammelten seine Mitarbeiter gestern die Päckchen ein. Am kommenden Montag gibt es von 14 bis 17 Uhr einen weiteren Termin, ehe dann kurz vor Weihnachten die Pakete von Maskottchen Gummi und einem Spieler in die Kinderklinik gebracht werden.

„Wir freuen uns jetzt schon darauf, als Zuschauer wieder ein Spiel des VfL Gummersbach erleben zu dürfen“, spannte Adelmann den Bogen zu den Handballern.