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Früheres VorzeigeprojektDer vergessene (Netzwerk-) Garten in der Mitte von Waldbröl

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An den Kräuterbeeten im früheren Netzwerk-Garten durfte sich jeder bedienen. Doch jetzt verwildert das Projektgelände in der Stadtmitte von Waldbröl erneut.

An den Kräuterbeeten im früheren Netzwerk-Garten durfte sich jeder bedienen. Doch jetzt verwildert das Projektgelände in der Stadtmitte von Waldbröl erneut.

Das Grünland diente früher für Schulungen und Trainings junger Menschen. Seitdem es die Pfadfinder in Waldbröl nicht mehr gibt, verwildert es.

Das Gras wird nicht mehr gestutzt, die Natur darf ungehindert wuchern. Die Hochbeete, der Grill, der Backes und der urige Geräteschuppen sind – erneut – dem Verfall preisgegeben, die hölzernen Zäune sind längst zu Boden gegangen. Seit bald sieben Monaten liegt der frühere Netzwerk-Garten in der Stadtmitte von Waldbröl brach: Zuletzt hat sich der Pfadfinderstamm Sankt Georg um das einstige Vorzeigeprojekt an der Gerdesstraße gekümmert. Doch hat sich der Waldbröler Stamm am 31. Dezember vergangenen Jahres aufgelöst.

Leiter Ulrich Wieczorek fällt es nicht leicht, darüber zu sprechen: „Zuletzt gab es nicht mehr ausreichend Leitungskräfte für unsere Gruppen“, schildert der Waldbröler. Zuletzt gehörten etwa 20 Kinder und Jugendliche sowie „anderthalb Leiter“ zu Wieczoreks Stamm – nicht genug, um weiterzumachen.

Waldbröls Pfadfinder haben sich gern um das Grundstück an der Gerdesstraße gekümmert

„Bis dahin haben wir den Netzwerk-Garten gern auf Vordermann gebracht“, betont Wieczorek. Auch zwei Weltkindertage hat der Stamm dort ausgerichtet. Im Sommer 2024 hatten dieser und der Oberbergische Kreis die Vereinbarung dazu getroffen. Denn dem Kreis gehört das etwa 3000 Quadratmeter große Grundstück im Rücken des historischen Bürgerhauses, auf dem bis zum Umzug in das Haus der Kreissparkasse gegenüber an der Kaiserstraße auch das Straßenverkehrsamt angesiedelt war.

Seit Mai vergangenen Jahres steht die Kreis-Immobilie nun leer. „Unser Liegenschaftsamt beabsichtigt weiterhin, das Gelände zu verkaufen und befindet sich im Austausch mit möglichen Interessenten“, teilt Kreissprecherin Iris Trespe auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Man habe gehofft, dass die Pfadfinderinnen und Pfadfinder das Grün bis zum Verkauf pflegen.

Die Stadt Waldbröl benötigt einen Streifen am Waldbrölbach für den neuen Cityradweg

Einen Streifen davon – den Bereich entlang des Waldbrölbachs – möchte indes die Stadt Waldbröl kaufen, soll dort doch der neue Cityradweg zum benachbarten Fachmarktzentrum führen. Noch aber klafft eben diese Lücke in den Plänen zwischen der jüngst eingeweihten Mobilstation an der Friedenstraße und eben den Geschäften an der Kaiserstraße.

„Der Kauf ist noch nicht erfolgt“, berichtet Stadtsprecher Felix Becher. Verworfen habe das Rathaus dagegen das Vorhaben, in den Räumen des früheren Straßenverkehrsamts eine Kindertagesstätte einzurichten, ergänzt Becher auf Nachfrage. „In Waldbröl sind zurzeit genügend Kita-Plätze vorhanden. Es sind sogar welche frei.“

Damit ist die Zukunft des Anfang September 2016 angelegten Netzwerk-Gartens weiterhin ungewiss. Träger war damals die Ehrenamtsorganisation Weitblick des Oberbergischen Kreises, der Garten war danach Lern- und Ausbildungsort etwa für den Waldbröler Verein Outdoor Oberberg oder für Initiativen wie VSB („Vermitteln – Schulen – Beraten“) aus Gummersbach.

Deren Wood- und spätere Workcamps „Mach grün!“ sollten da jungen Leuten in den Ferien Orientierung bieten bei der Berufswahl und ihnen grüne Jobs in der Land- und Forstwirtschaft näherbringen, aber auch den Werkstoff Holz. Im Juli 2022 fand im Waldbröler Naturerlebnispark Panarbora jedoch das letzte Camp dieser Art statt, danach wurde das Programm von der Bundesregierung und den Förderern eingestampft.

Der Netzwerk-Garten geriet anschließend zunehmend in Vergessenheit, weil sich offenbar niemand mehr für die Pflege des Grundstücks verantwortlich sah.