Der Löschzug hat heute seinen Standort im Nachbarort Hermesdorf. Dort übergab Vize-Kreisbrandmeister Mathias Schneider eine Ehrenurkunde.
JubiläumEin Jahrhundert voller Einsatzbereitschaft, nicht nur in Waldbröl-Thiersiefen

Oberbergs Vize-Kreisbrandmeister Mathias Schneider (links) übergibt die Ehrenurkunde an Philip Kramer, den Leiter des Löschzugs Thierseifen. Dieser gehört in Waldbröl zur Freiwilligen Feuerwehr.
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Finden in der Fahrzeughalle des Löschzugs Thierseifen sonst die Einsatzfahrzeuge ihren Platz, so war die Feier zum 100-jährigen Bestehen dieser Einheit der Waldbröler Feuerwehr ein guter Grund, dort Sitzbänke und Tische zu platzieren. So hatte die inzwischen in der Nachbarortschaft Hermesdorf beheimatete Einheit für Samstag nicht nur zum traditionellen Feuerwehrfest eingeladen, sondern auch zum Festakt am Sonntag.
Zunächst ließ Einheitsführer Philip Kramer die Historie des Löschzugs Revue passieren. 1926 wurde dieser gegründet. Auf der Bühne waren Uniformen ausgestellt, sie zeigten, wie sich die Feuerwehr in einem Jahrhundert verändert hat. „1926 kann man mehr von Kennzeichnung als Schutzkleidung sprechen“, sagte Kramer. Auch das erste Einsatzfahrzeug, ein LF 8 von 1950, war zu besichtigen. Kramer: „Das wird nach wie vor gehegt und gepflegt von uns und ist der ganze Stolz der Einheit.“
Waldbröls Bürgermeisterin spricht den ehrenamtlichen Einsatzkräften ihren Dank aus
Den Veränderungen im Brandschutz und in der Brandbekämpfung hat sich der Umfang der Ausbildung angepasst. „Eines hat sich in den 100 Jahren aber nicht geändert – die Bereitschaft unserer ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden, sich für den Schutz ihrer Mitmenschen einzusetzen“, führte der Chef der Einheit aus.
Das betonte auch Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber: „Ein ganzes Jahrhundert Einsatzbereitschaft, das bedeutet gelebtes Ehrenamt und Kameradschaft. Es bedeutet aber auch, nachts durch den Piepser aus dem Schlaf gerissen zu werden, Familienfeiern frühzeitig verlassen zu müssen und alles stehen und liegen zu lassen, weil andere Menschen Hilfe benötigen.“ Und es bedeutet aus, mit Bildern im Kopf von den Einsätzen zurückzukehren, „die nicht einfach verschwinden“.
Waldbröls Wehr hofft auf mehr als nur Likes im Internet
Den Worten der Rathauschefin folgten weitere Grußworte von Mathias Schneider, Oberbergs stellvertretender Kreisbrandmeister, und von Stadtbrandinspektor René Reissig-Hochweller, dem neuen Leiter der Freiwilligen Feuerwehr in Waldbröl. Sie betonten beide die Wichtigkeit des Ehrenamtes und dankten allen Freiwilligen, die ihre Zeit opfern, anderen Menschen in Not zu helfen.
Reissig-Hochweller schilderte aber auch, dass das Ganze nur Bestand habe, wenn genügend Nachwuchs vorhanden sei, der die nächste Generation bei der Feuerwehr stelle: „Ich wünsche mir, dass der eine oder andere mehr als nur die Daumen für einen Like benutzt. Kommt einfach mal vorbei: Wir beißen nicht“, rührte Reissig-Hochweller die Werbetrommel. „Hier bekommt Ihr ein Gemeinschaftsgefühl, das Euch so noch nicht begegnet ist. Ich sage: Feuerwehr macht glücklich!“
Mathias Schneider derweil überreichte Einheitsführer Philip Kramer eine Ehrenurkunde anlässlich des 100-jährigen Bestehens. Nach dem offiziellen folgte der gemütliche Teil. Nachmittags ließen es sich die Besucher bei Kaffee und Kuchen gut gehen und nutzten die gemeinsame Fahrzeugschau von Feuerwehr, THW, DLRG und oberbergischem Rettungsdienst, solche Fahrzeuge einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Kleinsten tobten unter anderem auf der Hüpfburg.
