Eine neue Chronik erzählt die Geschichte dieser Einheit der Freiwilligen Feuerwehr. In Hermesdorf hat sie ein modernes Gerätehaus bezogen.
JubiläumIn Waldbröl feiert der Löschzug Thierseifen sein 100-jähriges Bestehen

Im Korso verließen die Einsatzfahrzeuge im März 2025 den Standort Thierseifen in Waldbröl und steuerten das neue Gerätehaus in Hermesdorf an.
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Erst brennt im September der Hof von Landwirt Anton Borgard mit Wohnhaus, Scheune und Ställen nieder, danach entflammt im Oktober ein Feuer in der Bleibe des Tagelöhners Heinrich Rippel – doch geht dort nur der Herd in Flammen auf. Diese beiden Brände in der Ortschaft Wilkenroth sind es, die am 1. Januar des Jahres 1926 zur Gründung einer Feuerwehr führen: Im Schulbezirk Thierseifen, heute eine Ortschaft der Marktstadt Waldbröl, finden sich 40 Männer, die sich fortan der Bekämpfung von Bränden verschreiben.
Jene Wehr von einst ist heute der Löschzug 2 der Freiwilligen Feuerwehr – und am Samstag, 5., und Sonntag, 6. September 2026, feiert der sein 100-jähriges Bestehen. Allerdings in Hermesdorf, denn dort, sozusagen gegenüber im Gewerbegebiet „Im Langenbacher Siefen“, hat die Einheit seit März vergangenen Jahres ihr Quartier. Am alten Standort ist derweil die Tafel Oberberg-Süd ansässig geworden.
Zum Jubiläum des Löschzugs Thierseifen ist eine neue Chronik gedruckt worden
Auch unter den Wehrkräften der ersten Stunde ist ein Kamerad aus Hermesdorf, die anderen kommen aus den Dörfern Thierseifen, Bröl, Brölerhütte, Niederhof, Diezenkausen, Eichen, Wilkenroth, Dickhausen sowie Rölefeld. Zu ihrem Chef haben sie bereits im Winter 1925, nachdem die Gründung des Löschzugs beschlossen war, den Thierseifener Lehrer und späteren Rektor Gerth bestimmt. Dieser, so steht es in der neuen Chronik zum Jubiläum geschrieben, habe sich um die Brandbekämpfung sehr verdient gemacht.
„Als Lehrer der Schule Thierseifen hatte er die nötigen Beziehungen zur Gemeindeverwaltung und dem damaligen Kreis Waldbröl“, berichtet der Chronikautor Helmut Dresbach. „In zahlreichen Verhandlungen mit den Behörden gelang es ihm schließlich, am 25. Juni 1926, die Anerkennung der Wehr durch den Landrat des Kreises Waldbröl und durch die Gemeinde zu erhalten.“
Neben Dresbach hat auch Eckard Priebe die Geschichte der Einheit aufgearbeitet. Beim Jubiläumsfest wird das Buch zum Preis von zehn Euro erstmals verkauft. Herausgeber ist der Förderverein dieser Einheit, gestaltet hat die Chronik der Thierseifener Brandoberinspektor Christoph Mach.
Einst zählt die Feuerwehr in Waldbröl-Thierseifen drei Abteilungen
1926 hat die Thierseifener Feuerwehr drei Abteilungen: Die Ordnungsabteilung bekommt die Aufgabe, bei Bränden für die Absicherung der Brandstelle zu sorgen und Neugierige davon fernzuhalten, damit sich niemand verletzt oder gar die Löschmannschaft behindert. Die zwölf Männer der Steigerabteilung werden derweil mit Rettungsleinen und Nackenschutz ausgerüstet. Sie sollten Menschen und Tiere retten und mit dem Strahlrohr gegen das Feuer kämpfen.
Die Spritzenabteilung zählt zudem 16 Kräfte: Diese lösen sich beim Pumpen an der Handspritze ab. Anfangs muss das Wasser mit Eimern eingefüllt werden, später das übernimmt eine Saug- und Druckspritze.
In der Chronik heißt es zudem: „Mit der Ausrüstung sah es in den ersten Jahren noch sehr schlecht aus: Es waren einige alte Hanfschläuche vorhanden. Sie waren jedoch für den Einsatz nicht mehr zu gebrauchen.“ Die Wehrkräfte selbst müssen auf ihre zunächst braunen Uniformen warten, da für diese erst das Geld aufgetrieben werden muss.
Heute gehören 26 Kräfte zu dem Löschzug, 80 Einsätze haben sie im vergangenen Jahr bewältigt. 5,6 Millionen Euro hat derweil das neue Gerätehaus mit der Adresse „Im Langenbacher Siefen 14“ gekostet. Dort wird dann auch kräftig gefeiert – am Samstag ab 19 Uhr mit einer Party unter dem Fallschirm, mit Cocktails und Musik der Band Bastrock.
Dem Frühschoppen ab 10 Uhr am Sonntag folgt dann ab 11 Uhr die Jubiläumsfeier, zu der Bürgermeisterin Larissa Weber erwartet wird. Eine Fahrzeugschau, darunter das neue Tanklöschfahrzeug (TLF 4000), und Kurzweil für Kinder runden das Programm am Sonntag ab.
