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Neues MillionenprojektWo das Wasser in Waldbröl wieder sauber wird

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Auf einem Grundstück mit einer Größe von 10.760 Quadratmetern entsteht in Waldbröl eine Retentionsbodenfilteranlage. Für den Bau der beiden Becken wird dort zurzeit das Erdreich abgetragen.

Auf einem Grundstück mit einer Größe von 10.760 Quadratmetern entsteht in Waldbröl eine Retentionsbodenfilteranlage. Für den Bau der beiden Becken wird dort zurzeit das Erdreich abgetragen.

Für etwa 4,4 Millionen Euro baut die Marktstadt eine weitere Retentionsbodenfilteranlage. Fast 7150 Kubikmeter Wasser kann diese reinigen.

Damit sich der Lachs in der Bröl und auch in der Sieg so richtig wohlfühlt und fleißig für Nachwuchs sorgt, braucht es sauberes Wasser. Viel sauberes Wasser. Große Mengen kommen bald aus Waldbröl: Im Wald zwischen der Wiehler Straße und der Landesstraße 339 wird auf einer Fläche von 10.760 Quadratmetern seit Beginn dieses Monats eine weitere Retentionsbodenfilteranlage gebaut. Dort schließt die Stadt eine Reinigungskette mit insgesamt vier Stationen.

Fast 7150 Kubikmeter Wasser, abgeführt vor allem aus dem nahen Industrie- und Gewerbegebiet, können die beiden jeweils rund 4300 Quadratmeter großen und 2,50 Meter tiefen Becken der Anlage aufnehmen und gereinigt in die Bröl schicken.

Betreiber sind die Waldbröler Stadtwerke. Jetzt haben dort Bürgermeisterin Larissa Weber, Mirco Kujbida, Geschäftsführer der Stadtwerke, und weitere Verantwortliche den offiziell ersten, symbolisch gemeinten Spatenstich ausgeführt. „Dies ist der letzte wichtige Baustein für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit unserem Wasser“, betont Larissa Weber.

Erste Reinigungsstation auf dem Gelände der neuen Retentionsbodenfilteranlage in Waldbröl ist dieser Geröll- und Geschiebeschacht.

Erste Reinigungsstation auf dem Gelände der neuen Retentionsbodenfilteranlage in Waldbröl ist dieser Geröll- und Geschiebeschacht.

Michael Hippe, Geschäftsführer des beauftragten Ingenieurbüros Teamplan in Erftstadt, denkt nicht nur an den Lachs, sondern auch an den Freizeitwert der Region. „Das Wasser verlässt die Filterbecken zu 95 bis 98 Prozent gereinigt“, erklärt Hippe mit Blick auf das alte Regenklärbecken, das 40, höchstens 50 Prozent erreiche. Ist die neue Anlage gebaut, wird dieses abgebrochen.

Die sieben neuen Betonbauwerke auf der Fläche sollen bis Ende kommenden Jahres fertig sein, in Betrieb gehen sie dann nach einem weiteren Jahr: So lange dauert es, bis die Anlage startklar und das Schilf darauf angewachsen ist. Neben dem Büro Teamplan sind der Waldbröler Landschaftsarchitekt Stephan Müller und das Siegener Bauunternehmen Heinrich Weber an dem rund 4,4 Millionen Euro teuren Vorhaben beteiligt – 80 Prozent der Baukosten trägt das Land Nordrhein Westfalen. „Es ist schön, mal so etwas zu bauen – und nicht immer Boden mit Straßen zu versiegeln“, freut sich Weber-Geschäftsführer Eckhard Vetter.

Am Biebelshofer Weg in Waldbröl ist die erste der beiden neuen Filteranlagen gebaut worden

Zuvor hat die Marktstadt am Biebelshofer Weg in Hermesdorf für rund 2,2 Millionen Euro eine Retentionsbodenfilteranlage mit einem Volumen von 1700 Kubikmetern Wasser errichtet, im Winter vergangenen Jahres ist diese fertiggestellt worden. Weitere Anlagen sind an der Vennstraße (Höhe Balneo-Bad) sowie an der Mecklenburger Straße.

Auf der neuen Baustelle ragt inzwischen der Rohbau des Geröll- und Geschiebeschachtes aus dem Erdreich: Dieser fasst 48 Kubikmeter Wasser und ist die erste Reinigungsstation auf dem Weg in die Filterbecken mit ihren Kies- und Sandschichten. In diesem Schacht sammeln sich Schlamm und größere Teile, die im Wasser nichts zu suchen haben. Auf der anderen Seite strömt es dann in die Bröl.

Und damit der Bach und auch die Lebewesen darin – zum Beispiel nach starken Regenfällen – nicht unter Stress geraten, verlässt das zuvor in großen Mengen angestaute Wasser die Becken mit gedrosselter und eher gemächlicher Geschwindigkeit – mit 210 Litern in der Sekunde, wie Projektleiter Michael Hippe ausführt.

Zurzeit gelangt Regenwasser an sechs Stellen in die Bröl und ihre Nebengewässer, künftig soll das in Waldbröl nur noch über die neuen Filteranlagen geschehen – dafür soll das Kanalsystem umgekrempelt werden. Erreichbar ist die neue Anlage später über eine Wartungsstraße, die auf der Trasse der heutigen Bauzufahrt angelegt wird.