Abo

PriesterjubiläumPater Thomas zeigt, wie man in Indien Gottesdienst feiert

Lesezeit 2 Minuten
Farbenfroher Altarschmuck: Pfarrvikar Pater Thomas Arakkaparambil (M.) nahm die Gläubigen am Samstag in St. Michael in Waldbröl im Rahmen der Feier seines silbernen Priesterjubiläums zumindest gedanklich mit auf eine Reise nach Südwest-Indien.

Farbenfroher Altarschmuck: Pfarrvikar Pater Thomas Arakkaparambil (M.) nahm die Gläubigen am Samstag in St. Michael in Waldbröl im Rahmen der Feier seines silbernen Priesterjubiläums zumindest gedanklich mit auf eine Reise nach Südwest-Indien.

Waldbröl – Die Bänke der katholischen Kirche St. Michael in der Waldbröler Innenstadt waren am Samstag voll besetzt. Den Altar schmückte ein prachtvoll besticktes Tuch mit der Inschrift „Lobe den Herrn“, exotisch anmutende rot-goldene Lampenschirme standen rund um den Altar. Die Heilige Messe zur Feier des silbernen Priesterjubiläums von Pfarrvikar Pater Thomas Arakkaparambil war kein gewöhnlicher katholischer Gottesdienst in der Waldbröler Kirche.

Eingeladen, auf Indisch mitzusingen

Denn Arakkaparambil stammt aus dem indischen Bundesstaat Kerala und stellte den Kirchgängern zu seinem Priesterjubiläum die Liturgie seiner Heimat vor. Der „Syro-malabarische Ritus“ kommt aus dem Küstengebiet Malabar in Südwest-Indien, das Wort „Syro“ steht für die Verbindung zur syrischen Kirche.

„Die Hauptteile der Messe sind gleich, bei uns ist aber alles sehr farbenfroh und bunt,“ erklärte der Geistliche. Vor Beginn der Messe bat er alle Anwesenden: „Vergessen Sie alles, was Sie über den Ablauf eines Gottesdienstes kennen und lassen Sie sich in eine fremde Welt entführen.“Damit hatte er nicht zu viel versprochen: Die Besucher wurden durch die Musik in den Bann einer orientalischen Atmosphäre gezogen. Nach dem Einzugslied auf der Orgel sangen mehrere indische Priester, ihre Gebete und Lieder auf „Malayalam“, dem Dialekt aus der Heimat des Geistlichen. Ergänzt wurden sie durch indische Ordensschwestern, die eigens aus der weiteren Umgebung angereist waren.

Mit Hilfe der im Gottesdienstablauf notierten Texte auf Malayalam mit deutscher Übersetzung waren die Besucherinnen und Besucher in der Lage, in den indischen Gesang einzustimmen. Im Wechsel zwischen Indisch und Deutsch wurde der Gottesdienst abgehalten. Zum Abschluss sangen die indischen Priester ein Marienlied in ihrer Muttersprache. Der syro-malabarische Ritus beeindruckte viele Kirchenbesucher: „Mir hat besonders die Feierlichkeit und die festliche Anmutung dieses Ritus gefallen“, resümierte Else Bauer (86) aus Waldbröl.

Indisches Fest im Pfarrheim

Noa-Clarice Salloth war mit ihrer Familie ebenfalls beim Gottesdienst dabei: „Der Gesang und die Dekoration war wirklich schön“, fand die 15-Jährige. „Ich habe auch versucht mitzusingen, aber das hat nicht so gut geklappt“, schmunzelte sie.

Pater Thomas bedankte sich bei den Kirchenbesuchern für ihr Kommen. Besonders schätze er die Offenheit und das Entgegenkommen der Menschen in Waldbröl. Aus gesundheitlichen Gründen hatte er sein silbernes Priesterjubiläum vom letzten auf dieses Jahr verlegen müssen. Seit 20 Jahren ist er in Deutschland im Dienst, drei davon hat er bereits in Waldbröl verbracht. Im Anschluss an diese besondere Messe lud er alle Anwesenden zu einem indischen Fest ins Pfarrheim ein.

Rundschau abonnieren