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NahverkehrIn Waldbröl soll die erste Mobilstation das Umsteigen einfach und bequem machen

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Die neue Fahrradgarage auf dem Gelände der ersten Waldbröler Mobilstation steht jedem offen, der an der Friedenstraße in der Mitte der Marktstadt auf den Linienbus oder das eigene Auto umsteigen möchte.

Die neue Fahrradgarage auf dem Gelände der ersten Waldbröler Mobilstation steht jedem offen, der an der Friedenstraße in der Mitte der Marktstadt auf den Linienbus oder das eigene Auto umsteigen möchte.

An der Friedenstraße hat das Rathaus etwa 525.000 Euro investiert. Vier weitere Stationen folgen, die Ausstattung dafür kommt aus der Marktstadt.

Auf gut 800 Quadratmetern findet in Waldbröl nun zusammen, was bewegt: Das Fahrrad trifft auf den Linienbus, der Linienbus könnte auf das Taxi treffen. Wer ein Auto mit Strom steuert, der kann sein Fahrzeug an der Friedenstraße ebenso auftanken wie jeder, der sein Rad nicht nur mit Muskelkraft vorwärtsbringt.

„Mobilstation“ heißt dieser Ort in der Stadtmitte und gemeint ist ein echter Knotenpunkt im Nahverkehr: „Hier halten vier Buslinien – und das an zwei Buchten“, erklärt Rudolf Bergen, Mobilitätsmanager im Rathaus der Marktstadt. „Nach dem Busbahnhof an der Brölbahnstraße ist dies die Haltestelle mit der höchsten Frequenz in der Stadt.“

Er, Bürgermeisterin Larissa Weber sowie Vertreterinnen und Vertreter vom Fördergeber Go.Rheinland und vom Waldbröler Stahlbauer WSM haben die Mobilstation in Waldbröl vorgestellt – es ist die erste ihrer Art, vier weitere sollen dort folgen. „Für uns ist das ein gutes Beispiel dafür, wie die Mobilitätswende funktionieren kann“, betont Bürgermeisterin Weber. Etwa 525.000 Euro hat der Umsteigeplatz gekostet, 90 Prozent dieser Summe hat die Stadt aus der Kasse von Go.Rheinland erhalten.

Großer Bahnhof für Waldbröls erste Mobilstation (von links): Christoph Solbach (Geschäftsführer WSM), Heinz-Peter Schröder (Geschäftsführer Energiewerke Waldböl), Bürgermeisterin Larissa Weber, Mobilitätsmanager Rudolf Bergen, Lea Nagel (Go.Rheinland) und Manfred-Henry Daub (WSM) auf dem Gelände an der Friedenstraße.

Großer Bahnhof für Waldbröls erste Mobilstation (von links): Christoph Solbach (Geschäftsführer WSM), Heinz-Peter Schröder (Geschäftsführer Energiewerke Waldböl), Bürgermeisterin Larissa Weber, Mobilitätsmanager Rudolf Bergen, Lea Nagel (Go.Rheinland) und Manfred-Henry Daub (WSM) auf dem Gelände an der Friedenstraße.

Und weil man ab und an ein paar Minuten auf den Bus warten muss, hat die Stadt auch noch schmucke Beete angelegt, bequeme Wege geschaffen und ein wenig abseits eine Sitzbank hingestellt. Die Fahrzeiten werden auf Bildschirmen dynamisch angezeigt – oder per Druck auf einen gelben Knopf vorgelesen.

Die gesamte Ausstattung kommt aus der Stadt, aus den Werkstätten von WSM. Geschäftsführer Christoph Solbach freut sich, dass seine ansonsten immobilen Waren an der Friedenstraße jetzt mobil machen: „Wir haben schon einige Mobilstationen gebaut“, verrät er. Und wer die abschließbare Abstellhalle für zwölf Fahrräder – zehn Plätze davon sind zudem Ladestationen – betritt, muss im Dunkeln keine Angst haben: Bewegungsmelder unter dem Dach sorgen dafür, dass Licht angeht. Es gibt außerdem vier Schließfächer für private Dinge. „Radbox“ heißt das System dahinter.

Auf dem neuen Parkplatz an der Nümbrechter Straße, also der Mobilstation gegenüber, haben die Waldbröler Energiewerke zudem eine Schnellladesäule aufgestellt.

Auf dem neuen Parkplatz an der Nümbrechter Straße, also der Mobilstation gegenüber, haben die Waldbröler Energiewerke zudem eine Schnellladesäule aufgestellt.

Zutritt bekommt, wer ein Ticket für den Nahverkehr, einen QR-Code in der App oder einen Zahlencode auf dem Smartphone hat. Dann macht es „Klack!“. Die Tarife für das Fahrradparken sind günstig, Ticketkundschaft erhält Rabatt. „Wir wollen die Preise unbedingt günstig halten, damit sich der Umstieg wirklich lohnt“, versichert Lea Nagel von der Abteilung Regionale Mobilität bei Go.Rheinland. „Waldbröl hat übrigens die größte Mobilstation abseits von Schienen und Bahnhöfen im Rheinland und die zurzeit größte im Oberbergischen Kreis.“

118 Mobilstationen gibt es ihren Angaben zufolge im Rheinland insgesamt, in Oberberg sieben. Zwei weitere werden gerade in Marienheide und Morsbach gebaut. Zusätzlich hat die Stadt eine Reparatursäule eingerichtet, wie sie schon am Naturerlebnispark Panarbora und am Skate- und Bikepark zu finden sind.

Da es in einer Region wie dieser aber nicht ohne Auto geht, haben die Energiewerke Waldbröl elektrische Zapfsäulen aufgebaut: Eine für das eher gemächliche Laden mit zweimal 44 Kilowatt sowie eine fürs Schnellladen mit 150 Kilowatt auf dem neuen Parkplatz an der Nümbrechter Straße gegenüber. „Für uns ist das ein Startschuss“, kündigt Geschäftsführer Heinz-Peter Schröder an. Weitere Ladeplätze sollen in Kürze folgen am Bürgerdorf, an der Nutscheidhalle und später dann ebenso an der neuen Markthalle.


Das ist in Waldbröl zudem geplant

Insgesamt sollen in Waldbröl fünf Mobilstationen unterschiedlicher Größe und mit verschiedener Ausstattung gebaut werden. Der Station an der Friedenstraße soll die am Busbahnhof folgen. „In diesem Jahr wollen wir zumindest mit der Planung dort starten“, kündigt Mobilitätsmanager Rudolf Bergen an.

Erfahrungen, die man an der Friedenstraße sammle, sollen ebenso einfließen wie die Ergebnisse aus der Bachelor-Arbeit der Ingenieurin Alessia Kraus, sagt Bergen. Erste Entwürfe für eine Station an der Friedenstraße hatte die Stadt übrigens im Februar 2021 vorgestellt.

Als weitere Standorte vorgesehen sind die Denkmalstraße (Bürgerdorf), der Raabeweg sowie das Gelände des Kreiskrankenhauses. Das Grundstück an der Friedenstraße kreuzt künftig zudem der neue, in Teilen fertige Cityradweg.