„Notorischer Betrüger“Nümbrechter bringt seine Verlobte in Verdacht

Justizanstalt (Symbolbild)
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Waldbröl – Er werde bald Vater und wolle noch in diesem Jahr heiraten. Um eine „allerletzte Chance“ bat jetzt ein 31-Jähriger das Waldbröler Amtsgericht. Doch bei der Geburt des Kindes wird der Nümbrechter wohl einsitzen: Für ein Jahr und neun Monate schickte Amtsrichter Dr. Fabian Krapoth den Mann wegen gewerbsmäßigen Betrugs in drei Fällen hinter Gitter, Bewährung gab es nicht.
Damit muss der Beschuldigte zum dritten Mal ins Gefängnis. Seine letzte Haftstrafe hatte der Nümbrechter im offenen Vollzug verbüßt, was ihn aber nicht davon abhielt, erneut eine Straftat zu begehen: Am 15. Juli 2018 hatte er laut Anklage über ein Internetportal eine Motorsäge für 190 Euro verkauft, das Werkzeug dann aber nicht verschickt. Die Motorsäge sei vielleicht auf dem Postweg verloren gegangen, sagte der Nümbrechter. Mit diesem Geld, das der Beschuldigte inzwischen zurückgezahlt hat, wollte er nach eigenem Bekunden „einen finanziellen Engpass kurzzeitig stopfen“.
„Sie sind ein notorischer Betrüger“
Obwohl er später im Jahr seinen Job bei einem Bauunternehmen im Sauerland verlor, kaufte er im vergangenen November – erneut im Netz – einen Spiele-Computer für 525 Euro und Grafikkarten zum Preis von 80 Euro, er bezahlte aber die gelieferte Ware nicht. Und mehr noch: Er versuchte, schnell in den Besitz des Computers zu kommen und auch noch Rabatt zu erhalten.
So gab der Mann an, dass das Gerät ein Geburtstagsgeschenk für seinen Sohn sein solle und daher schnell verschickt werden müsse. Später beschwerte sich der Angeklagte dann, die Konsole funktioniere nicht, „der Kleine sei sehr enttäuscht“. Zu jener Zeit aber war Nachwuchs noch gar nicht in Sicht, einen weiteren Sohn gibt es nicht. „Ich hoffte, dass der Verkäufer gutmütig sein würde und den Preis senkt“, berichtete der Nümbrechter, der von dem Verkäufer des Computers angezeigt worden war.
Geständnis und Entschuldigung vor Gericht
Vor Gericht räumte der Angeklagte alle Taten ein und entschuldigte sich dafür. Gehör fand er bei Richter Krapoth indes nicht. Und auf die Frage, warum er für diesen Betrug das Bankkonto und die E-Mail-Adresse seiner baldigen Ehefrau benutzt habe, blieb der 31-Jährige eine Antwort schuldig. „Sie haben Ihre Geliebte damit in Verdacht gebracht“, sagte Krapoth. Einen Wendepunkt im Leben des Angeklagten könne er daher nicht erkennen: „Im Gegenteil: Es ist einfach kein Ende in Sicht.“ Erst bei den Gesprächen in der Kanzlei des Verteidigers habe die Verlobte von den Machenschaften des Nümbrechters erfahren, hieß es nun vor Gericht.
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Zudem verwies Richter Krapoth darauf, dass der Nümbrechter seit 2008 nahezu regelmäßig vor Gericht gestanden habe, stets wegen Betrugs. Der Staatsanwalt sagte, dass noch fünf weitere, offenbar ähnliche Fälle zur Verhandlung ausstünden. Für frühere Taten war der 31-Jährige bereits zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. „Sie sind ein notorischer Betrüger“, hieß es im Urteil, das der Forderung des Staatsanwalts entsprach.


