Traktor-TÜVSo war es auf der Treckerparty in Waldbröl-Schönenbach

Anton Engelberth (2) aus Nümbrecht liebt Trecker über alles.
Copyright: Michael Kupper
Schönenbach – Einmal das Licht anschalten, rechts und links blinken, hupen und das Lenkrad bewegen. „Nun fahren Sie bitte ein paar Meter und machen eine Vollbremsung“, weist Dekra-Mann Andreas Höfer Peter Hehner oben auf dem Traktor an.
Es dauert etwas, der Deutz von 1953 muss erst vorglühen. Zuletzt wird die Handbremse überprüft. Alles ist in Ordnung bei Hehners Trecker und er erhält eine neue Prüfplakette. Bei der Treckerparty in der Waldbröler Ortschaft Schönenbach wird eben auch gearbeitet.

Andreas Höfer macht den Trecker-TÜV.
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Der Deutz mit Hochrad ist das Schmuckstück in Hehners Trecker Sammlung, ein seltenes Modell und in gutem Zustand. Peter Hehner (74) hat ihn vom Vorbesitzer übernommen, der bei Deutz arbeitete. Sein Enkel Gerrit (15), der ihn zum Treckertreffen begleitet, wird den Deutz wohl erben: Er teilt die Leidenschaft für die alten Zugmaschinen mit seinem Opa. „Ich bin als Städter aufs Land gezogen und brauchte einen Trecker für die Pferde“, erzählt der 74-Jährige darüber, wie seine Begeisterung für die Maschinen entstand, heute besitzt er vier Stück.
Kleinere Trecker: Alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung
Andreas Höfer von der Dekra ist am Samstag bei der Treckerparty am Sportplatz in Schönenbach, um bei den Traktoren an Ort und Stelle Prüfungen auszuführen. Auch einachsige ungebremste Anhänger überprüfte er auf deren Verkehrssicherheit. Die Abnahme an solchen Orten ist möglich, da Trecker ohnehin nicht auf Bremsentestanlagen fahren können und zugleich für die Besitzer praktisch, da sie sich weite Wege zu Prüfstellen sparen können.

Neben der Arbeit ist auch Platz für die Leidenschaft: Auf der Treckerparty stehen historische Modelle neben modernen.
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Kleinere Traktoren, die nicht schneller als 40 Kilometer in der Stunde schaffen und weniger als 3,5 Tonnen wiegen, müssen alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung, Größere in engerem Rhythmus. Nach der Anmeldung können alle, die mit Treckern zum Sportplatz gekommen sind, diese checken lassen.Neben der Möglichkeit zur Abnahme ist die zweitägige Treckerparty im Büsch ein Ort zum Austausch und Anziehungspunkt für Trecker-Fans aus Waldbröl und Umgebung – egal, ob groß oder klein, mit oder ohne eigenem Traktor.
Schönenbach: Kinder als begeisterte Traktor-Fans
Historische Modelle von Kramer, Deutz oder Porsche stehen Reifen an Reifen neben modernen, weitaus größeren Traktoren von Fendt, begeisterte Kinder klettern auf die Fahrersitze. Auch der zweieinhalbjährige Anton liebt Trecker über alles und ist mit Mutter Andrea Engelberth aus Oberelben da, um die Trecker zu bestaunen. Ein etwas ungewöhnliches Modell besitzt Wilfried Schumann (73) aus Seifen, einen Kubota RTV 900, ein Traktor des gleichnamigen Unternehmens aus Japan, der auf den ersten Blick mehr einem großen Golfcart ähnelt. Sein „Opa-Mobil“ mit Automatikgetriebe und kippbarer Ladefläche nutzt er für Fahrten in seinen Wald mit den Enkeln.
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Am Samstagabend gibt es zudem Haxenessen, Musik und Cocktails vor der Bühne, am Sonntag fährt das Rasicross Team B1 aus Brünglinghausen mit seinen Rasenmäher-Traktoren auf dem benachbarten Acker um die Wette. Zum dritten Mal hat dies die Schönenbacher Dorfjugend organisiert, nachdem der MGV „Bergischer Liederkranz“ das Zepter nach 20 Jahren weitergegeben hatte. „Wir machen das alles aus der Liebe zu den Traktoren“, sagt Tim Duisberg von der Dorfjugend, „Wir waren selbst schon als Kinder auf dem Treffen.“



