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Kreisliga AWaldbröls Fußballer fühlen sich beim Biesfeld-Spiel vom Schiri „verarscht“

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Eine Schiedsrichterin, steht mit roter und gelber Karte auf einem Rasen und hält in der anderen Hand eine Trillerpfeife.

Insgesamt 13 Mal griff der Schiedsrichter am Sonntag in Biesfeld ins Kartenfach – in elf Fällen traf es anschließend einen Waldbröler Spieler.

Nach drei Platzverweisen im Auswärtsspiel gegen Biesfeld kritisieren die Fußballer des RS 19 Waldbröl den Schiedsrichter scharf.

Wer den Bericht zum Auswärtsspiel des RS 19 Waldbröl in Biesfeld ausfüllen muss, wird eine ganze Menge Tinte brauchen. Beim Aufeinandertreffen der beiden Klubs in der Kreisliga A hagelte es am Sonntagnachmittag zwei Ampelkarten, eine glatte Rote Karte und acht Verwarnungen gegen die oberbergischen Gäste. Dass Union Blau-Weiß die Partie auf heimischem Rasen letztlich mit 3:1 für sich entschied, geriet zur Nebensache.

Kartenflut gegen Waldbröl ab der 50. Spielminute

Die Waldbröler warfen dem Unparteiischen vor, es regelrecht auf sie abgesehen zu haben – und taten das auch öffentlich kund. Auch am Montag, einige Stunden nach dem Abpfiff in Biesfeld, hatte sich Holger Wirtz, der Sportliche Leiter der Rasensportler, noch nicht beruhigt. „Wir sind verarscht worden, das muss man ganz klar so sagen. Die Schiedsrichter fordern zu Recht Respekt ein. Aber auch wir als Verein wollen respektiert werden. Und da muss man auch mal was sagen dürfen, wenn etwas völlig daneben war.“

Die erste Halbzeit zwischen den beiden A-Ligisten war zwar ein intensives Fußballspiel, übermäßige Fouls stellte der Schiedsrichter aber nur selten fest. Insgesamt drei Gelbe Karten, zwei für Waldbröl und eine für die Gastgeber, notierte der Mann mit der Pfeife bis zur Pause. Anschließend wurde es merklich nickliger – zumindest aus Sicht des Schiris, der ab der 50. Spielminute praktisch im Drei-Minuten-Takt eine Verwarnung gegen einen Waldbröler aussprach. In der 69. Minute war der bereits vorbelastete Mittelfeldmann Veli Ümit der erste Waldbröler, der vorzeitig unter die Dusche musste.

Wenn man sich die Schiedsrichter-Leistung über 90 Minuten ansieht, war das eine einzige Unverschämtheit.
Holger Wirtz, Sportlicher Leiter des RS 19 Waldbröl

Knackpunkt der Partie war dann die 83. Minute: Nach einem halbwegs geklärten Waldbröler Eckball brachte Waldbröls Stürmer Marc Engelbert einen Biesfelder an deren 16-Meter-Raum zu Fall – und kassierte dafür Gelb-Rot. In die Aufregung um den zweiten Platzverweis mischte sich nun das Biesfelder Publikum ein, das die Waldbröler Fußballer beschimpft und verhöhnt haben soll. Was genau die Fans zu sagen hatten, war am Montag nicht so recht klar. Fest steht allerdings, so berichten es beide Vereine, dass Waldbröls Kapitän Marian Lorenz die Äußerungen der Gastgeber mit dem gestreckten Mittelfinger beantwortete – und, mit der Roten Karte ausgestattet, auch gleich den Rasen verlassen musste.

Biesfelder Trainer hält Verwarnungen und Platzverweise für gerechtfertigt

„Wenn man sich die Schiedsrichter-Leistung über 90 Minuten ansieht, war das eine einzige Unverschämtheit“, polterte Holger Wirtz am Montag. Für nahezu jedes kleine Foul habe seine Elf Gelb bekommen. Beiden Ampelkarten seien „normale Fouls“ vorangegangen. Und bei der Roten Karte gegen Lorenz hätte der Unparteiische die Provokationen der Zuschauer beachten müssen.

Maurice Velten, Trainer der Biesfelder, sah das gestern anders: „Die erste Ampelkarte kannst du geben, die zweite musst du. Und wenn das Publikum provoziert, musst du als Spieler darüber stehen“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Auch sämtliche gelbe Karten halte er für berechtigt. In Waldbröl bleibt man bei der Kritik – und wartet nun, ob und welche Sperren der Fußballkreis gegen die drei vom Platz gestellten Spieler verhängen wird.