Ende 2025 bezogen im Kreis weniger Menschen Mindestsicherung als ein Jahr zuvor. Nur Bergneustadt verzeichnet einen spürbaren Anstieg.
Soziale MindestsicherungWeniger Leistungsbeziehende: Oberberg schlägt NRW-Trend

Ein Antrag auf Bürgergeld.
Copyright: dpa
Im Oberbergischen Kreis haben zum Jahresende 2025 insgesamt 19.398 Menschen Leistungen der sozialen Mindestsicherung bezogen. Das sind 1090 Personen oder 5,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit fiel der Rückgang im Kreis etwas stärker aus als im Landesdurchschnitt, wo die Zahl um 4,2 Prozent sank. Das geht aus einem Bericht des Landesbetriebs IT.NRW hervor, der die Mindestsicherungsleistungen für alle Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen detailliert auswertet.
Mindestsicherungsquote sinkt auf 7,1 Prozent
Die Mindestsicherungsquote, also der Anteil der Empfängerinnen und Empfänger an der Bevölkerung, lag im Oberbergischen Kreis bei 7,1 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 7,5 Prozent. Nordrhein-Westfalen insgesamt kommt auf 10,6 Prozent. Bei den Kindern unter 18 Jahren sank die Quote von 10,6 auf 9,6 Prozent. Die Zahlen zeigen zudem, dass die Leistungsbezüge im Kreis über die Jahre zurückgehen: 2015 wurden noch 21.316 Personen gezählt.
Gummersbach und Bergneustadt mit hohen Werten
Die größte Stadt des Kreises und zugleich Kreisstadt, Gummersbach, verzeichnete mit 5057 Empfängerinnen und Empfängern einen nahezu unveränderten Stand, ein Minus von 0,9 Prozent. Die Quote liegt dort bei 9,9 Prozent, bei den Kindern sogar bei 13,6 Prozent. Damit gehört Gummersbach zu den Kommunen mit den höchsten Werten im Kreis. Noch etwas höher liegt die Quote in Bergneustadt mit 10,3 Prozent. Dort stieg die Zahl der Leistungsbeziehenden als einzige Kommune im Kreis spürbar an, und zwar um 4,5 Prozent auf 1924 Personen. Bei den Kindern wurden in Bergneustadt 13,3 Prozent erreicht.
Auch in Waldbröl ist die Lage angespannt: 1814 Menschen bezogen dort Leistungen, die Quote beträgt 9,2 Prozent. In Radevormwald blieb die Zahl mit 1797 Personen nahezu konstant, die Quote liegt bei 8,4 Prozent. Die Stadt Wiehl verzeichnete 1290 Empfängerinnen und Empfänger, ein Rückgang um 4,5 Prozent, und eine Quote von 5,1 Prozent.
Deutlich entspanntere Lage in kleineren Gemeinden
Deutlich entspannter zeigt sich die Situation in den kleineren Gemeinden. In Lindlar sank die Zahl der Leistungsbeziehenden um 18,7 Prozent auf 879 Personen. Lindlar hat mit 4,1 Prozent die niedrigste Mindestsicherungsquote im Kreis. Auch in Reichshof ging die Zahl um 16,8 Prozent zurück, auf 1.171 Personen. In Morsbach betrug das Minus 15,5 Prozent, in Hückeswagen 15,1 Prozent. Engelskirchen kommt auf eine Quote von 5,0 Prozent, Marienheide auf 5,8 Prozent und Nümbrecht auf 5,4 Prozent. In Wipperfürth sank die Zahl um 10,1 Prozent auf 1232 Personen.
Den stärksten Rückgang im Land verzeichneten die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sowie das Bürgergeld. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Kreis wider: Die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sank von 975 auf 595 Personen, ein Minus von fast 40 Prozent. Bürgergeld nach dem SGB II bezogen im Kreis noch 14.343 Menschen, 5,2 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Grundsicherung im Alter dagegen legte landesweit zu, im Oberbergischen Kreis stieg sie um 1,9 Prozent auf 4025 Menschen. Die Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen erhielten 435 Personen. Gegenüber 2015 ist die Gesamtzahl im Kreis damit um rund 9 Prozent gesunken. Die vollständigen Ergebnisse für alle Städte und Gemeinden sind in der Landesdatenbank NRW abrufbar. (ar)
