Lokalmatador Jaden Wendeler fährt auf dem Bielsteiner Waldkurs auf Platz fünf.
Deutsche Motocross-MeisterschaftMSC Bielstein ist mit 75 Jahren noch sehr lebendig

Jaden Wendeler, der auf dem Bielsteiner Waldkurs, mit dem Motocross begann, wurde in der DM250 in der Tageswertung Sechster.
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75 Jahre wird der MSC Drabenderhöhe-Bielstein im November und mit ihm der Bielsteiner Waldkurs. Da der November aber kein Monat ist, um mit einem Motocross-Rennen zu feiern wurde das Fest vorgezogen. Und die Deutschen Meisterschaften (DMX) für Solo-Motorräder, die der MSC am gestrigen Sonntag ausrichtete, wurden zu einer Feier. Trotz der Hitze kamen viele Zuschauer auf den Waldkurs, die Rennen waren spannend und mit Jaden Wendeler fuhr ein Oberberger in der DM250-Klasse in die Top Fünf.
Schon am Mittag war Sportkommissar Jürgen Schell sehr zufrieden. Der Aufbau der Strecke in den vergangenen Wochen sei super gelaufen. Schell hebt dabei die gute Zusammenarbeit zwischen den routinierten Helfer wie Detlef Hauschild (76), der auch am Rennsonntag am Startgatterunermüdlich im Einsatz war, und den jungen Vereinsmitgliedern, die Hand anlegten, hervor. Das habe einfach Spaß gemacht.
Bei der herrschenden Trockenheit ist die Bewässerung des Bielsteiner Waldkurses eine Wissenschaft für sich
„Wir hätten uns zwar hier und da einen Tag Regen gewünscht“, sagt er. Wichtig sei, dass es bei der herrschenden Trockenheit möglichst keine Staubentwicklung gibt. Es sei ein schmaler Grat zwischen zu viel und zu wenig Wasser, erklärt Schell, der zuvor lange Jahre Rennleiter in Bielstein war.
Große Starterfelder Im Start- und Zielbereich war mit Ex-Profi Lukas Platt, der nach seiner schweren Verletzung mit dem Motocross aufhören musste, jemand beim Wässern im Einsatz, der sich auskennt. Tut es ihm nicht weh, die ehemalige Kollegen in der DM Open, der höchsten Klasse der Meisterschaft, zu sehen, wie sie um den Waldkurs donnern? „Es geht tatsächlich, weil ich weiß, dass es bei mir nicht geht“, sagt der Gummersbacher.
In der DM Open fuhren zwei Masters-Fahrer
Auch MSC-Vorsitzender Ronald Hallen blickt zufrieden auf das Geschehen. „Wir wollten einen guten Rahmen für die Veranstaltung zum Jubiläum schaffen und viele fleißige Leute haben die Strecke hergerichtet.“ Mit über 30 Meldungen war die DM Open nicht nur zahlenmäßig mehr als gut besetzt, an der Spitze machten die Masters-Fahrer Noah Ludwig und Tom Koch die beiden Siege unter sich aus. Sie gewannen punktgleich auch die Tageswertung.
In der Tageswertung der DM250 Klasse belegte MSC-Fahrer Jaden Wendeler Platz sechs. Wobei er auf seiner Heimstrecke durchaus auch auf dem Podium hätte landen können. Nach dem Qualifikationstraining war der 18-Jährige Viertschnellster. „Ich konnte zeigen, was ich richtig kann“, sagt er. Immerhin habe er auf dem Bielsteiner Waldkurs mit dem Motocross begonnen. „Die Vorbereitung in den vergangenen beiden Wochen lief sehr gut“, erklärt Jaden Wendeler, dass er sich mega gefreut habe, in seiner eigenen Klasse auf dem Waldkurs zu fahren.
Jaden Wendeler stürzte im ersten Lauf gleich zweimal
Im ersten Lauf hatte der Wiehler aber Pech. Nach dem Start bildete sich in der Asbi-Kurve ein Pulk, der Wiehler wurde von den Konkurrenten rechts und links eingehakt und stürzte. Als 23. kam er aus der ersten Runde und wurde anschließend „noch einmal abgeräumt“. Nach einer starken Aufholjagd fuhr er als Achter ins Ziel. Mit Blick darauf, was möglich gewesen wäre, war er aber enttäuscht.
„Ein kleiner Trost ist, dass ich gut gefahren bin“, erklärt der 18-Jährige und sprach vom besten Rennen der Saison. Zudem lobte er die guten Bodenverhältnisse auf dem Waldkurs. Beim zweiten Lauf kam er als Vierter aus der ersten Runde und überquerte als Fünfter den Zielstrich. Damit hatte er sich den Wunsch erfüllt, unter die ersten Fünf zu fahren. Die beste Platzierung, die er in den bisher anderthalb Jahren in der 250er Klasse eingefahren hat.

Der junge MSC-Motocrosser Max Diehl mit dem ätesten Helfer Detlef Hauschild im Startbereich.
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Als der MSC Bielstein bekannt gab, dass er die DMX ausrichten würde, zogen Fynn Röter (18) und Max Diehl (19) die B-Rennlizenz, die nötig ist, um in der 250er Klasse zu fahren. Auf ihrer Heimstrecke gaben die beiden MSC-Fahrer ihr Debüt in der deutschen Meisterschaft. Sie waren am Morgen nicht nur aufgeregter als sonst, sie mussten sich auch daran gewöhnen, dass die Strecke deutlich ausgefahrener war, als bei den Rennen im MX-Nordrhein-Cup. Um sechs Punkte hatte Fynn Röter auf Platz drei der LK 1 die Crossfinals verpasst.
Auch sie waren in den Sturz nach dem Start verwickelt und waren am Ende mit Rang 23 (Röter) und 27 (Diehl) im 36er Feld zufrieden. Wie er sich vorgenommen hatte, verbesserte sich Fynn Röter im zweiten Lauf auf Rang 22 und Max Diehl fuhr als 25er ins Ziel. Auf jeden Fall sind beide auf den Geschmack gekommen und können sich vorstellen, dass es nicht bei einem Start bleibt. Max Diehl möchte in der kommenden Saison alle Hartbodenrennen fahren und plant in dieser Meisterschaftsrunde mit einem Start in Teutschenthal oder Thurm.
„Es war heiß und anstrengend“, sagt Jona Grosch (18), die in der Klasse der Frauen fährt. Sie kommt aus Seelscheid und der Bielsteiner Waldkurs ist auch ihre Heimstrecke. „Sonst sind die Rennen immer gleich bis zu 500 Kilometer weit weg“, erklärt sie. Sie fuhr in beiden Läufen auf Rang 23. Zwar dominierte Larissa Papenmeier an der Spitze das Feld, doch die 31 Fahrerinnen lagen insgesamt nah beieinander. „Das Starterfeld ist richtig gut und ich hatte hinten gut zu kämpfen“, sagt Jona Grosch. Sie ist vor allem froh, dass sie so gut mithalten kann, nachdem sie sich vor zwei Jahren drei Rückenwirbel gebrochen hatte.
