Soeben haben die Musiker aus Wiehl mit „Remember“ einen Song nebst Bewerbungsclip fertiggestellt. Gedreht wurde der auf Schloss Burg in Solingen.
Neuer SongDas Duo Klangschmiede aus Drabenderhöhe nimmt den ESC ins Visier

Auf Schloss Burg in Solingen entstanden ist der Bewerbungsclip, der den Musikerinnen und Musikern von Klangschmiede den Weg zum ESC bereiten soll. Das eigentliche Duo kommt aus Wiehl-Drabenderhöhe.
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Vor rund anderthalb Jahren gingen Claudia Sokoll und ihr Lebensgefährte Timo Tofaute als Duo Klangschmiede an den Start. Seither mixen sie mittelalterliche Klänge, etwa von Dudelsack oder Drehleier, mit treibenden Technobeats. Eine wilde Mischung, die auf den gängigen Plattformen inzwischen für hunderttausende Streams und in den sozialen Medien für eine beständig wachsende Community gesorgt hat. Schon der erste Song „Dance like the Sun“ ging viral, die Fans gaben begeisterte Rückmeldungen. Mittlerweile gibt es mehrere Alben, eine Zusammenarbeit mit der Mittelaltergröße Corvus Corax und vor allem: große Pläne.
Denn das Duo aus Wiehl-Drabenderhöhe möchte mit dem neuen Song „Remember“ zum Vorentscheid des ESC eingeladen werden. Claudia Sokoll, Spezialistin für digitales Marketing, ist überzeugt: „Die deutschen Beiträge sind technisch immer perfekt und sehr gut performt, aber viel zu lieb. Wir gehen jetzt ins Rennen mit dem Mut, nicht brav zu sein.“ Ja, tatsächlich, brav kommt das, was die beiden da vorhaben, sicher nicht rüber, aber entschlossen und professionell.
Bis zum 21. September 2026 muss die Bewerbung an den SWR stehen. Der Vorentscheid selbst findet wahrscheinlich im kommenden Februar statt, bevor es für Klangschmiede nach Bulgarien zum eigentlichen Musikwettbewerb gehen könnte. Nach Burgas würden Claudia Sokoll und Timo Tofaute als Klangschmiede & Friends reisen. „Friends“, weil Sokoll und Tofaute sich, auch über ihr digitales Netzwerk und ihre Community, weitere Musikschaffende an die Seite geholt haben. Letztlich möchten sie zu sechst auf der Bühne stehen.
Das Bewerbungsvideo, gedreht auf Schloss Burg in Solingen, zeigt nun also die Klangschmiede und ihre Freunde in Aktion, der WDR war dabei für die „Lokalzeit“. In wenigen Tagen hat „Remember“ Premiere auf YouTube (Stand: 4. September 2026) Claudia Sokoll berichtet mit Freude, der Vorschlag auf der rund 800 Jahre alten Burg zu drehen, sei von der Solinger Fantasy-Autorin Annie Mirwald gekommen. Sie stellte ihren Roman „Die Mondtänzerin“, untermalt von Klangschmiede-Musik, vor und war begeistert.
Ihre Idee, in Solingen im Rittersaal und auf dem Burghof zu drehen, begeisterte wiederum die Wiehler. Als die Stadt Solingen und der Schlossbauverein Burg an der Wupper kostenfrei grünes Licht gaben, gab es kein Halten mehr. Die Friends wurden gerufen, es konnte losgehen. Dazu gehören nun Sängerin Melli „Skadiya“ Ochsenfeld aus Schmallenberg, Sänger Manuel Wagner aus dem Dortmunder Raum, Jens Barabasch aus der Nähe von Düsseldorf an der Flöte, der Oberfranke Martin Rehm an der Drehleier. Harald Kunze und sein Sohn Fionn aus Hochstädt an der Donau steuerten Dudelsackklänge bei.
Timo Tofaute, im Alltagsleben Pflegefachkraft, stand in mittelalterlicher Gewandung am DJ-Pult. Er berichtet, der Dreh und das Arbeiten mit Sängern sowie Instrumentalisten, die im Übrigen unentgeltlich dabei waren, sei neu und spannend gewesen. „Wir mussten unsere digitale Welt in die analoge holen und umgekehrt. Das war zwar ungewohnt, aber sehr faszinierend.“
Claudia Sokoll ist nicht im Video zu sehen, wie sie lachend erklärt: „Es genügt, wenn ich im Hintergrund alles zusammenhalte.“ Und auch Fionn wird, da er noch minderjährig ist, beim Vorentscheid selbst nicht auf der großen Bühne stehen können. Trotzdem waren auf Schloss Burg alle, selbst bei Nieselregen und trotz Erkältung, mit Herzblut dabei.
Und das Ergebnis kann sich sehen und vor allem hören lassen. Der Song wurde Anfang September veröffentlicht. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass das Musikteam des SWR sich von Klangschmiede & Friends ebenfalls begeistern lässt.
