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Verbrannte OrteAusstellung über Facetten des Widerstands in Wiehl

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Das Foto zeigt den Fotografen und Ausstellungskurator Jan Schenck (45) bei der Eröffnung der Schau in der Wiehler Stadtbücherei.

Der Fotograf Jan Schenck (45) hat die Ausstellung, die verschiedene Facetten des Widerstands darstellt, kuratiert.

Ausstellung rückt bisher wenig bekannte und beachtete Widerstandsformen gegen die Bücherverbrennungen von 1933 in den Fokus.

Eine neue Ausstellung mit dem Titel „Zwischen Flammen und Freiheit – Wenn Worte verboten sind“, gefördert vom Demokratiezentrum NRW, ist am vergangenen Freitagabend in der Stadtbücherei in Wiehl eröffnet worden. Nachdem die Historikerin und Projektleiterin der Koordinierungsstelle des Netzwerks gegen Rechts im Oberbergischen Kreis, Lara Schröter, und die stellvertretende Leiterin des Fachbereichs für Schule, Sport, Kultur und Tourismus, Marleen Diederichs, die etwa 20 Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung mit einleitenden Worten begrüßt hatten, führte Kurator Jan Schenck in die Ausstellung ein.

Mir ist es immer wichtig zu sagen, dass ich diese Arbeit aus meiner Sicht eines antifaschistischen Aktivisten heraus mache.
Jan Schenck, Kurator und Fotograf

Die Idee, sich mit diesem bisher wenig beleuchteten Thema des Widerstands gegen die Bücherverbrennungen zu beschäftigen, kam dem Fotografen Schenck durch ein Projekt, in dessen Rahmen er mehrere historische Schauplätze mit einer analogen Großformatkamera fotografiert hat. „Mir ist es immer wichtig zu sagen, dass ich diese Arbeit aus meiner Sicht eines antifaschistischen Aktivisten heraus mache“, betonte der 45-Jährige aus Lüchow-Dannenberg in seinem Vortrag.

Geschichte sei etwas, woraus man lernen müsse. Die Ausstellung zeigt die vielen Facetten des Widerstands, eingeteilt in die vier Kategorien Rettung, Tätliches, Kritik und Verweigerung, dies jeweils anhand von konkreten Beispielen.

15 Info-Transparente in Wiehl

Neben vielen weiteren wurde die erste bekannte Bücherverbrennung am 7. März 1933 in der Buchhandlung von Richard Bellmann in Dresden genannt. Weil es vorher einen anonymen Hinweis gegeben hatte, war es gelungen, zuvor rund 3000 Bücher in Kohlesäcken vor den Flammen zu retten. Insgesamt 165 Orte der Bücherverbrennung sind heute bekannt, 80 davon seien für den 2020 gegründeten Verein „Verbrannte Orte“ fotografisch festgehalten worden, so Schenck.

Sein Studium der Fotografie schloss Jan Schenck in Hamburg ab, dort seien im Anschluss auch die ersten Fotos für das Projekt entstanden, erklärte dieser im Gespräch mit dieser Zeitung. Nach den Worten des Kurators konnten sich die Besucherinnen und Besucher auf 15 Transparenten, die in der gesamten Bücherei hängen, zu den einzelnen Themen näher informieren. Mit einer Stärkung durch veganes Fingerfood und einem Getränk gab es anschließend die Möglichkeit, mit Schenck ins Gespräch zu kommen und an einer Führung teilzunehmen.

Begonnen hatte der Abend mit akustischer Musik von Daniel Zielke und Mehrnaz Solh (Zielke & Solh) aus Hückeswagen. Der Gitarrist und die Sängerin arbeiten schon seit Jahren mit dem Netzwerk gegen Rechts zusammen. Und sie bereicherten den Abend mit akustischem Soul von Bill Withers und anderen Klassikern des Genres.

Die Ausstellung ist noch bis Freitag, 2. Oktober, während der Öffnungszeiten der Stadtbücherei Wiehl zu sehen, stets werktags (außer mittwochs). Zum Online-Auftritt des Projektes geht es hier.