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Weihnachtshaus in BielsteinTäglich reisen Besucher von weit her zum Staunen an

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Bielstein – Je länger je lieber – so könnte man die Leidenschaft von Gabriela Lange für die Lichterketten an ihrem Haus in Bielstein beschreiben. Von weit her kommen beinahe täglich Besucher in den Ortsteil Kehlinghausen, um zu bestaunen, was es an blinkenden und funkelnden Neuigkeiten im Garten, am Haus und auf dem Dach gibt.

Erst in der vergangenen Woche hat die Hausherrin mit den letzten Lichternetzen die Mauer dekoriert. Vier Wochen hat es gedauert, alles aufzubauen und anzuschließen.

Auch die Augen leuchten: Über die Weihnachtsdeko am Haus und im Garten von Gabriela Lange, hier mit Chihuahua Balu , freut sich Enkeltochter Melia Ertel.

Einige Nachbarn haben mit angepackt, Ehemann Johannes „guckt sich lieber die Lichter an, wenn alles fertig ist“, schmunzelt Gabriela Lange. Dieses Jahr beherrscht die Riege aus Fliegenpilzen, Sternen und Wichteln ein 3,60 Meter hohes Rentier. Es überragt sogar noch die drei neuen Rehe, die zwischen neun echten Weihnachtstannen grasen, und selbst die Einhörner in drei verschiedenen Größen in Weiß mit brauner Mähne. Die seien bei den kleinen und auch großen Mädchen gerade so beliebt und würden ihnen bestimmt Freude machen, glaubt Lange.

Festliche Fotos

Haben auch Sie Ihr Haus oder Ihren Garten besonders für die Vorweihnachtszeit geschmückt? Dann schicken sie uns ein Foto mit ein paar Zeilen per E-Mail: redaktion.oberberg@ksta-kr.de. Bitte schreiben Sie auch dazu, wie wir Sie telefonisch erreichen können. Eine Auswahl der Bilder, die wir von Ihnen bekommen, wird in dieser Zeitung abgedruckt. (r)

Jeden Abend um 16.45 Uhr schaltet sie die Lichter an, und dann erstrahlt das ganze Haus. Dabei hat alles ganz klein angefangen: „Als wir 2002 hier eingezogen sind, habe ich zwei Rehe und einen Schlitten aus Lichtschläuchen aufgestellt, die kamen da gerade in Mode“, erinnert sich die Hausherrin. Eines der Ur-Rehe lebt noch, das andere ist inzwischen durchgebrannt, der alte Schlitten auf dem Sperrmüll gelandet. „Heute funktioniert die Beleuchtung komplett mit LED“.

Daher halte sich auch die Stromrechnung in Grenzen – 200 Euro kostet der Spaß, weiß die Liebhaberin von Glanz und Glitzer. Vor einigen Jahren habe sie den jeweils „letzten Hit“ selbst aus China importiert, plaudert sie, während sie letzte Hand ans Lichterwerk legt. Inzwischen sieht sie sich per Internet eher auf dem europäischen Markt um, gerade habe sie aus Frankreich niedliche Nikoläuse, Häschen und Schneemänner bekommen. „Ich mag es nicht kitschig, es soll ja alles geschmackvoll sein.“

Aufhören? Nein. Gerade erst kamen Leute extra aus Köln, um zu gucken, was es Neues gibt in Langes Garten. Die könne sie doch nicht enttäuschen. Und weil es inzwischen eine richtige Fangemeinde gibt, kam die Liebhaberin von Leuchte-Weihnachtsmann und Co. auf die Idee, ein Fest für die treuen Besucher zu organisieren, die zum Teil seit Jahren zum Schneemann- und Sterne-Gucken nach Kehlinghausen pilgern. Zweimal hat sie in den vergangenen Jahren draußen vor dem Haus Glühwein heiß gemacht, Nachbarn halfen beim Grillen, örtliche Geschäftsleute sponserten Würstchen und Brötchen. Den Erlös von jeweils fast 700 Euro spendete sie für bedürftige Kinder in Oberberg.

Auch in diesem Jahr liegen schon die Flyer aus. Am 22. Dezember gibt´s von 18 bis 21 Uhr Glühwein im Lichterglanz. Am 6. Januar, dem Dreikönigstag, gehen dann alle Lichter aus. Dann beziehen Rentiere und Wichtel nach und nach ihr Sommerquartier. „Manchmal sind sie festgefroren, dann dauert es etwas.“ Sie bevölkern dann die große Garage nebenan und machen sich so breit, dass sie die Autos längst verdrängt haben. Bis zum nächsten Advent.