Warum der Altar von St. Clemens nicht geweiht wurde, ist nicht bekannt. Nach 50 Jahren holt Kardinal Woelki das Versäumte nun nach.
50 Jahre WartezeitAltar in St. Clemens in Wipperfeld wird nun geweiht

Rund 50 Jahre steht der Altar in der katholischen Kirche St. Clemens in Wipperfeld ungeweiht. Am 1. Februar wird Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki die Weihe nachholen.
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Es ist eine Altarweihe mit deutlicher Verspätung. Normalerweise werden die Altäre in katholischen Kirchen direkt geweiht, sobald sie aufgebaut sind, etwa nach dem Neubau einer Kirche. Oder aber, wie im Falle der Kirche St. Clemens in der Wipperfürther Ortschaft Wipperfeld, nach der Renovierung, in deren Rahmen auch ein neuer Altar eingebaut wurde. „Das ist als Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils geschehen, denn in den 1970er Jahren wurde unsere Kirche umgebaut“, sagt Küsterin Heidi Küster.
Aus Gründen, die heute nicht mehr nachvollziehbar sind, hatte Joseph Kardinal Höffner, der von 1969 bis 1987 Erzbischof im Erzbistum Köln gewesen ist, oder einer der damaligen Weihbischöfe, die ebenfalls über die bischöfliche Vollmacht für diese Tätigkeit verfügen – diese Weihe damals nicht vorgenommen. Heidi Küster berichtet: „Wir haben ziemlich ausgiebig recherchiert, sowohl in unserem Archiv als auch in den Akten des Erzbischofs. Aber einen Grund, warum die Altarweihe nicht passiert ist, haben wir nicht gefunden.“
Der Erzbischof wird den Altar weihen
Diese weihelose Zeit findet jedoch demnächst ihr Ende. Am Sonntag, 1. Februar, wird Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki nach Wipperfeld kommen, um die Weihe des Altars vorzunehmen. Heidi Küster hatte die Anfrage nach Köln weitergeleitet, auch wenn es ebenfalls einige Zeit gedauert habe, bis das geschehen sei, sagt sie lachend und führt aus: „Jedes Jahr zeige ich den Kommunionkindern unseren Altar – und da fällt es mir wieder ein. Im vergangenen Jahr habe ich die Anfrage allerdings endlich gestellt. Den Kindern habe ich immer erklärt, dass der Altar noch nicht geweiht ist – sie sehen das auch daran, dass das Fach für die Reliquie, die es ja in jedem geweihten Altar gibt, hier noch leer und unversiegelt ist.“
Nun wird also die Altarweihe nachgeholt – ein durchaus seltenes Ereignis im Erzbistum, wie auch Pfarrer Lambert Schäfer weiß. „Aus diesem Grund gibt es ein feierliches Pontifikalamt in St. Clemens“, sagt er. Und Heidi Küster ergänzt: „Der Kirchenchor und der Musikverein werden das Amt feierlich gestalten, im Anschluss gibt es noch die Möglichkeit zum Austausch bei Getränken und einem Imbiss.“ Beginn der Heiligen Messe in Wipperfeld ist um 11 Uhr.

