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„Lautstarke Auseinandersetzungen“Wipperfürther Totschlagsprozess: Nachbarn beschreiben Angeklagte als „dominierend“

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Die Angeklagte muss sich vor dem Kölner Landgericht verantworten

Zahlreiche Zuschauer verfolgten am Montag am Kölner Landgericht den Wipperfürther Totschlagsprozess. 

Unter großem öffentlichen Interesse wurde am Montag der Prozess gegen eine 76 Jahre alte Wipperfürtherin vor dem Kölner Landgericht fortgesetzt. Der Frau wird Totschlag zulasten ihres schwer an Demenz erkrankten Ehemanns im Januar 2026 vorgeworfen. Im Streit soll die 76-Jährige ihrem Mann einen Stich mit einem Küchenmesser in den Oberkörper versetzt haben, an dessen Folgen der Senior wenig später verstorben war.

Gleich mehrere Nachbarinnen und Nachbarn, die mit der Angeklagten und ihrem Ehemann in einem Mehrfamilienhaus oder im Haus nebenan wohnten, berichteten vor der 1. Großen Strafkammer, dass es seit Jahren immer wieder lautstarke Auseinandersetzungen zwischen den Eheleuten gegeben habe. Meist sei es die Angeklagte gewesen, die ihren Mann kommandiert, beschimpft, beleidigt oder bedroht habe. „Die Angeklagte hat sehr oft mit ihrem Mann geschimpft“, sagte eine 61-jährige Nachbarin. Auch am Tattag, dem 9. Januar, habe sie Streit in der Wohnung der Angeklagten und ihres Mannes vernommen.

Zeugen berichten von ständigem Streit

Der Mann habe irgendwann: „Aua, hör auf!“, gerufen. Anschließend habe etwas in der Wohnung gepoltert, als ob etwas hingefallen sei. Erst vergangenes Weihnachten habe sie sich noch über Lärm beschwert. Auch habe sie die Angeklagte mal gefragt, ob sie ihren Mann schlage. „Da hat sie genickt und hat ihre Faust gezeigt“, sagte die 61-Jährige. Eine Studentin, die ebenfalls in dem Mehrfamilienhaus lebt, erinnerte sich, dass sie am Tattag im ersten Obergeschoss an einer Fensterfront auf die Ankunft ihres Freundes gewartet habe, als sie hörte wie die Angeklagte „boshaft und laut“ zweimal zu ihrem Mann gesagt habe: „Ich stech’ Dich gleich ab!“ Das sei schon sehr aggressiv gewesen, so die junge Frau. Sie habe sich dennoch nichts dabei gedacht, bekundete

In der Wohnung sei eigentlich immer gestritten worden, wenn sie dort vorbeigekommen sei. Ein Bewohner des Nachbarhauses beschrieb das Verhältnis der Angeklagten und ihrem Ehemann als „sehr angespannt“. Die 76-Jährige, die von Wachtmeistern in einem Rollstuhl aus dem Hausgefängnis in Saal 2 gebracht worden war, habe auf ihn den Eindruck einer „dominierenden Person“ gemacht, die „oft lautstark mit ihrem Mann“ umgegangen sei. Das Opfer beschrieb er als „ganz ruhigen Vertreter“, dessen Leben charakterisierte er als „Sklavendasein“. Wenn er eine Zeitung habe holen sollen und nicht die gewünschte mitgebracht habe, dann habe die Frau ihn als „dumm“ beschimpft und er habe die Zeitung wieder zurückbringen müssen.

Wegen des Lärms habe er auch, abgestimmt mit der Hausgemeinschaft, 2019 und 2023 Briefe an die Angeklagte und ihren Mann geschrieben. Darin habe er das Ehepaar aufgefordert, die „gegenseitigen Beschimpfungen“ zu unterlassen, die besonders „während der Ruhezeiten sehr störend“ seien. Bei einer Gelegenheit, erinnerte sich der 78-Jährige, habe er auf dem Balkon sitzend durch das offene Fenster vernommen, wie die Angeklagte ihrem Mann gedroht habe: „Du wirst den kommenden Abend nicht mehr erleben.“ Es sei schon etwas länger her. Wann der Satz gefallen sei, konnte der Zeuge nicht mehr genau einordnen. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Ein Urteil ist Anfang Juli geplant.