Mehr Mut zur Digitalisierung fordert NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann als Gastredner beim CDU-Neujahrsempfang in Wipperfürth.
Modernisierung erforderlichMinister Laumann sprach beim CDU-Empfang in Wipperfürth

NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann war Gast beim Neujahrsempfang der Wipperfürther CDU in der Alten Drahtzieherei.
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Es gehört zur guten Tradition der Wipperfürther CDU, kurz nach dem Jahreswechsel zum Neujahrsempfang einzuladen. Und der CDU-Ortsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Christian Berger freute sich sichtlich auf einen Abend des fruchtbaren Austauschs von Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft in der Alten Drahtzieherei. Als Gast hatte die CDU aus Wipperfürth NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann gewonnen. Zuvor wandte sich allerdings noch Bürgermeisterin Anne Loth an die Anwesenden und machte ihnen Mut fürs neue Jahr in einer „insgesamt herausfordernden und angespannten wirtschaftlichen Lage.“
Laumann sprach ebenfalls von „einer besonders schwierigen Zeit“. Vieles, was über Jahrzehnte gesetzt gewesen sei, sei ins Wanken gekommen, sagte der Minister.
Beste Zeit ist lange her
Das betreffe die Handelsbeziehungen in der Welt, befeuert durch die US-Zölle, die Konkurrenz aus China, aber auch den Krieg in der Ukraine. „Das macht uns hierzulande erhebliche Probleme“, sagte er. Es gebe etwa keinen einzigen Chemie-Park in Deutschland, der aktuell ausgelastet sei, besser sehe es auch nicht im Maschinenbau aus.
Er denke in diesem Zusammenhang immer wieder an seine bundespolitischen Anfänge im Jahr 1990 zurück. „All diese Märkte, die damals neu waren, gibt es heute nicht mehr. Und wir müssen damit umgehen lernen, sonst werden wir unseren Wohlstand nicht halten können – und das wird dann zu noch größeren Verwerfungen führen, als es heute schon der Fall ist“, sagte Laumann. Es war also ein durchaus nachdenklicher Entwurf, den Laumann da zeichnete.
Soziale und militärische Sicherheit gleich wichtig
Er sei selbst schon in einem höheren Lebensalter, sagte er, könne also „als einzigen Vorteil, den ich sehe“ auch länger zurückblicken. Und da könne er sagen, dass die beste Zeit „unserer wunderbaren Bundesrepublik“ eben schon einige Jahrzehnte zurückliege. Wichtigstes Anliegen als Arbeitsminister sei ihm daher: „Wir müssen jeden industriellen Arbeitsplatz verteidigen. Denn von den deutschlandweit 38 Millionen Arbeitsplätzen sind nur noch ein Viertel im gewerblich-industriellen Sektor tätig“, sagte er.
Natürlich seien etwa Ärzte und Pflegekräfte immens wichtig. „Aber sie sind gleichzeitig auch nicht in internationalem Wettbewerb tätig.“ Gleichzeitig ging es Laumann um die soziale Sicherheit der Menschen, genau wie auch um die militärische Sicherheit. „Beide Bereiche sind mindestens gleich wichtig.“ Er betonte, dass der Staat stark modernisiert werden müsse. 2005 bis 2010 gab es in seinem Ministerium 500 Stellen, heute seien es 750 – und alle klagten, dass sie der Arbeit nicht Herr würden.
Es sei das höchste Ziel, schlanker zu werden, digitaler zu werden und die Aufgaben effektiver und schneller abzuarbeiten. Ein Appell, nicht stehenzubleiben, sondern „in den nächsten ein bis zwei Jahren zu schaffen, digitaler und effizienter zu werden“. Große Aufgaben, fraglos. Aber auch das Hinweisen auf Defizite könne Mut machen. „Haben Sie keine Angst vor der Digitalisierung, seien Sie neugierig, die neuen Chancen auszuprobieren und zu nutzen“, sagte Laumann.

