Abo

PräventionSo will Oberbergs Polizei Jugendliche an Karneval schützen

Lesezeit 3 Minuten
Mehrere Hundert Jugendliche feiern Karneval.

Sicher durch den Karneval. In Oberberg gibt die Polizei Jugendlichen Tipps.

„Karneval ohne Probleme“ lautet der Slogan, unter dem Beamte in Wipperfürth weiterführende Schulen besuchen und über Gefahren aufklären.

Zwei griffige Slogans hatten sich die beiden Bezirksdienstbeamten der Wipperfürther Polizei für ihre präventive Informationsveranstaltung an den weiterführenden Schulen einfallen lassen. Jens Schöler und Payk Freches waren schon früh am Morgen an der Realschule, um mit den Schülerinnen und Schülern der neunten und zehnten Klassen unter dem Motto „Karneval ohne Probleme - KOP“, so der eine Slogan, ins Gespräch zu kommen.

Der zweite ist noch eingängiger: „Nie alleine, immer zusammen“, sagt Jens Schöler. Die Infoveranstaltungen an den Schulen ist die Fortsetzung eines erfolgreichen Auftakts im Vorjahr. „Die Jugendlichen sollen feiern und Spaß haben, wir wollen das auf keinen Fall vermiesen. Aber eben mit Sinn und Verstand - und niemals alleine“, sagte Payk Freches.

In Gruppen aufeinander achten

Darauf wollten die beiden Beamten die Jugendlichen mit eindrücklichen Beispielen hinweisen. „Das hat im Vorjahr wunderbar geklappt - mit messbarem Erfolg an den beiden jecken Tagen Weiberfastnacht und Karnevalssonntag“.

So sei keiner der Jugendlichen, die man zuvor angesprochen habe, negativ aufgefallen. „Auch die Rückmeldungen von Schülern, Lehrern und Eltern auf unsere Aktion war ausschließlich positiv. Das hat uns schon ein bisschen stolz gemacht und darin bestärkt, es in diesem Karneval wieder anzubieten.

Diesmal eben unter dem neuen Motto „KOP“, sagt Freches. In der ersten Stunde am Mittwochmorgen sitzen zehn Schülerinnen und Schüler. Zunächst wollte Jens Schöler wissen: „Wir waren im vergangenen Jahr schon mal bei euch – ist von damals was hängengeblieben?“

Warnung vor K.-o.-Tropfen an Karneval

Ein Junge meldete sich und sagte: „Dass wir uns an Karneval benehmen, uns nicht übernehmen und vor allem nicht alleine unterwegs sein sollen.“ Vor allem Letzteres sei wichtig, um zu verhindern, Opfer eines Verbrechens zu werden.

Das wurde auch an Beispielen deutlich. „Wenn ihr euer Getränk unbeaufsichtigt stehen lasst, dann kann euch jemand problemlos K.-o.-Tropfen reinmischen“, sagt Payk Freches. Wer dann alleine sei, könne von Glück reden, wenn nur das Geld oder das Handy weg seien – „wenn ihr Pech habt, werdet ihr angegrabscht oder unsittlich berührt“, sagt sein Kollege.

Wenn Spielzeugwaffen zur Gefahr werden

Wenn jemand nach Hause gehen wolle, solle man ihn oder sie zum Taxi oder Bus bringen. „Ihr seid in der Gruppe stärker als alleine“, sagen die Polizisten. Ein weiterer, wichtiger Punkt seine die sogenannten „Anscheinswaffen“, Pistolen oder Messer, die täuschend echt aussehen würden. „Wenn ihr damit herumposiert, wenn es dann noch dunkel ist, dann kann es sein, dass wir unsererseits die Waffe ziehen und schlimmstenfalls gebrauchen“, so Freches.

Wie schwer die unechte Pistole von einer echten zu unterscheiden war, zeigt sich, als die Polizisten drei Waffen zeigen – eine davon ist unecht. Es dauert, bis die Jugendlichen diese erkennen.

Schöler weist noch auf die Suppenküche des Jugendzentrums am Busbahnhof hin. „Dort könnt ihr euch bei einer kostenlosen Suppe stärken.“ Und nicht zuletzt seien die Polizisten an den jecken Tagen immer an ihren gelben Uniformen zu erkennen. „Und wir sind immer für euch ansprechbar“, betont er.

Rundschau abonnieren