Leverkusen – Wildwuchs – das ist der Stil der 80er-Jahre. 2016 braucht es mehr, damit die Menschen sich wohlfühlen: Mehr Licht, mehr Luft, mehr Freiraum – so beschreibt Ulrich Hammer vom Fachbereich Stadtgrün das Ziel für die Umgestaltung am Ophovener Weiher.
Im Rahmen des Parksanierungsprogramms hat die Stadt 24 000 Euro investiert, um die Anlage rund um den kleinen See attraktiver zu gestalten.
Die Grünanlage entstand bereits in den 60er-Jahren. Im Zeitgeist der 80er wurde der Natur freier Lauf gelassen, das Ufer wucherte mit der Zeit immer mehr zu, so dass an vielen Stellen ein Blick über den Weiher überhaupt nicht mehr möglich war.
„Wir haben hier korrigierend eingegriffen“, erläutert Hammer bei einem Rundgang auf dem frisch freigelegten Uferweg. Strauchpartien wurden entfernt, so dass man an einigen Stellen wieder am Ufer sitzen kann, größere Gehölze, die anderen den Lebensraum weggenommen haben, zurückgeschnitten.
Sitzbänke wurden freigelegt, teilweise neu arrangiert, eine neu angeschafft. Einige Bäume wurden gefällt, vor allem Vogelkirschen, die ohnehin nach 40 bis 50 Jahren ihre Lebensdauer überschritten haben.
Dadurch ist auch der Geh- und Fahrradweg nun heller. „Wir wollten hier auch Angsträume entfernen“, sagt Hammer mit Blick vor allem auf Frauen und Senioren, die sich auf dem dunklen Weg teilweise nicht mehr wohlgefühlt hätten – auch wenn es keine Hinweise auf kriminelle Aktivitäten in dem Bereich gegeben habe.
Die Tierwelt habe dabei keinen Schaden genommen, im Gegenteil. „Natürlich ist jede Pflanze auch ein Lebensraum für Tiere“, sagte Hammer. „Aber für die Artenvielfalt ist es wichtig, verschiedene Lebensräume zu bieten, groß und klein, mit Licht und Schatten.“
Einem kleinen Graureiher, der sich nicht bei seiner Futtersuche stören lässt, scheint die Umgebung zu gefallen. Wie offenbar auch den Picknickern: Die Kapazität der Mülleimer hat das lange, sonnige Wochenende aber überfordert.