Leverkusen/Burscheid – „Die Zukunft Europas liegt immer noch vor uns“, erklärte Frank Dieter Fischbach, Oberkirchenrat und Referent für Nord- und Westeuropa auf dem ersten Pfingstempfang der evangelischen Kirchengemeinde Leverkusen. Der Jahresempfang am vergangenen Donnerstag im Haus der Kirche in Burscheid, stand unter dem Motto „Freude? Schöner? Götterfunken? Kirchliche Sicht auf Europa 2019“.
In seinem Vortrag plädierte Frank Dieter Fischbach vor Vertretern aus der Politik, der Verwaltung und den verschiedenen Ortsteilen für eine gemeinschaftliche, europäische evangelische Kirche. „Es gibt nicht die eine evangelische Stimme. Aber wir versuchen, eine gemeinsame evangelische Stimme mit einer gewissen Bandbreite zu formulieren.“ Fischbach war mehrere Jahre von der evangelischen Kirche im Rheinland in die Vertretung der Konferenz Europäischer Kirchen nach Brüssel entsandt.
Forderung nach Einheit
„Eine der größten Herausforderungen der Europäischen Union ist die Frage, ob wir die europäischen Geschichten und Erzählungen nochmals zusammenbringen können“, so Fischbach. Er sieht in der Diskussion um den Zusammenhalt von Europa die Kirchen in der Pflicht und formulierte verschiedene Haltungen, die die evangelische Kirche in der heutigen Zeit einnehmen solle.
Der Oberkirchenrat forderte in seiner Rede „Einheit in versöhnter Vielfalt“ von den evangelischen Kirchen und regte zum Austausch mit Gemeinden aus anderen europäischen Ländern an. „Europa ist vielfältig und es ist interessant, diese Vielfalt kennenzulernen“, so Fischbach. „Die evangelische Kirche wird für Vielfalt und Verschiedenheit plädieren und nimmt diese als Reichtum Europas war. Der Rückzug zu Nationalismus bedeutet geistige und kulturelle Armut.“
Solidarität realisieren
Fischbach rief zu mehr Solidarität in Europa auf. „In den letzten Jahren ist die Solidarität in Europa immer mehr unter Druck geraten.“ Umso wichtiger sei es, dass sich die evangelischen, orthodoxen und katholischen Kirchen damit beschäftigen, wie Solidarität europäisch gelebt und realisiert werden könne.
Trotz der Tatsache, dass die evangelische Kirche mit einem Bevölkerungsanteil von zehn Prozent eine Minderheit ist, solle sie Verantwortung für das Ganze in der Gesellschaft übernehmen. Gert-René Loerken, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Leverkusen, stimmte dem Oberkirchenrat zu. „Man lernt von den europäischen Kirchen, dass wir auch in der Minderheit sehr stark sein können.“
Der Jahresempfang des evangelischen Kirchenkreises soll zukünftig jährlich vor dem Pfingstwochenende stattfinden.
