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Zum EVL-Chef gewähltMageres Ergebnis in Leverkusen für Thomas Eimermacher

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Thomas Eimermacher

Leverkusen – Es gab eine offene Debatte und danach eine geheime Abstimmung. Thomas Eimermacher ist am Montagnachmittag zum neuen kaufmännischen Geschäftsführer der Energieversorgung Leverkusen gewählt worden. Allerdings stimmten nur 27 von 47 Mitgliedern des Stadtrats für den derzeitigen CDU-Fraktionschef, der nicht in der Ratssitzung erschienen war. Es gab 15 Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen. Die Ja-Stimmen entsprechen der Kombination aus CDU und SPD plus einer Stimme.

Der 55-Jährige übernimmt den mit zuletzt rund 260 000 Euro im Jahr dotierten Posten zum Jahresende von Rolf Menzel. Mit ihm hat Eimermacher das CDU-Parteibuch gemeinsam. Das sorgte nochmals für Diskussionen.

Zwar hatte die Stadtverwaltung herausgestellt, dass sich der Kandidat aus der Politik einem mehrstufigen Auswahlverfahren stellen musste. Rund 100 Bewerber gab es nach Angaben aus dem Rathaus. Zuletzt habe sich Eimermacher vorigen Mittwoch gegen einen verbliebenen Mitbewerber durchgesetzt.

Für Erhard Schoofs war die Wahl aber „ganz offenbar“ Ergebnis einer Absprache. CDU und SPD hätten ein Personalpaket geschnürt, und Eimermacher selbst habe als Chef der größten Ratsfraktion „an seiner Bestellung auch noch mitarbeiten können“.

Leverkusener Erbhof

Auf den Stuhl des kaufmännischen EVL-Geschäftsführers hat die Stadt Leverkusen als 50-Prozent-Teilhaber des Versorgers einen Anspruch. Technik-Geschäftsführer Ulrik Dietzler hingegen war vom anderen Anteilseigner Rhein-Energie benannt worden. Aus Schoofs’ Sicht „schadet eine Auswahl, deren Ergebnis von vornherein fest steht, der Demokratie“. Die gesetzlich vorgeschriebene Form werde nur nach außen hin eingehalten, erklärte der Fraktionschef der Bürgerliste.

Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) entgegnete, die Auswahl des Kandidaten sei Ergebnis eines „geordneten Verfahrens“. Aus der CDU, die sich ursprünglich gar nicht an der Diskussion um die Personalie beteiligen wollte, meldete sich dann doch Stefan Hebbel zu Wort, der als Eimermachers Nachfolger an der Fraktionsspitze im Gespräch ist. Es sei zwar in Ordnung, die Angelegenheit öffentlich zu debattieren – „für mich persönlich ist das trotzdem widerwärtig“.