Hauptversammlung Es kommt nicht so oft vor, dass ein Aktionärsverein eine Empfehlung dazu gibt, wie abgestimmt werden sollte auf einer Hauptversammlung. Im Fall von Biofrontera aber bezieht zumindest die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) Stellung. Sie rät den Anteilseignern der Manforter Pharmafirma, sich auf die Seite des Vorstands zu schlagen.
Die Mannschaft um Gründer Hermann Lübbert ist vor dem Aktionärstreffen am Mittwoch, 11. Juli, gehörig unter Druck. Die Schlacht zwischen den beiden größten Anteilseignern um den bestimmenden Einfluss auf das Unternehmen ist in vollem Gang. Der japanische Dermatologie-Spezialist Maruho versucht seit zwei Monaten, seinen Anteil auf 29,9 Prozent auszubauen. Dafür müsste er gut 4,3 Millionen Aktien einsammeln. Bisher sieht es nicht danach aus, als käme Maruho zum Ziel. Bis vor ein paar Tagen hatten die Japaner lediglich um die 600 000 weitere Biofrontera-Aktien von anderen Anlegern übernehmen können, obwohl das Angebot von 6,60 auf 7,20 Euro verbessert worden war. Den gleichen Preis bietet Wilhelm Zours. Der Finanzinvestor aus Heidelberg hält derzeit rund 25 Prozent der Biofrontera-Papiere und will weitere 500 000 kaufen. Die Offerte versteht er als Konkurrenz zum Maruho-Angebot. Er traut den Japanern nicht über den Weg, aber auch nicht dem Biofrontera-Vorstand und dem Aufsichtsrat in Manfort. Zours hat deshalb eine ganze Reihe von Gegenanträgen für die Hauptversammlung im Forum gestellt. Er will seinen Einfluss auf Biofrontera vergrößern. Nach Einschätzung der DSW legt der Heidelberger nicht ausreichend dar, was er vorhat.