Noch ist es Zukunftsmusik: Eine neue S-Bahnverbindung von Aachen über Jülich zu den Städten Bergheim und Bedburg.
Revierbahn WestS-Bahnverbindung soll Aachen und Jülich mit Bedburg verbinden

Eine S-Bahn steht im Bahnhof (Symbolbild)
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Die sogenannte Revierbahn West ist Teil des S-Bahn-Netzes Rheinisches Revier, das im Investitionsgesetz Kohleregionen verankert ist. Wo genau die Bahn herfahren soll, ist noch offen, es gibt aber inzwischen verschiedene Grobtrassenvarianten, die am Mittwoch in Jülich dem Arbeits- und Lenkungskreis vorgestellt wurden. go.Rheinland und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) präsentierten dabei auch den aktuellen Arbeitsstand der Haltepunktverortung. Dem Bedburger Bahnhof könnte demnach künftig eine zentrale Bedeutung zukommen. Die Zwischenergebnisse basieren demnach auf einer fundierten Datengrundlage und enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Kommunen im Rheinischen Revier.
Trassenvarianten setzen verschiedene Schwerpunkte
Die Grobtrassenvarianten setzen jeweils verschiedene Schwerpunkte. Für die sogenannten regionalen und schnellen Varianten wurden zwei Lupenräume detailliert untersucht: Der erste Lupenraum umfasst den Bereich zwischen Aachen und Jülich, der zweite Lupenraum den Raum zwischen Jülich und der Erft-Achse (Bergheim/ Bedburg). Zwei regionale Varianten legen den Fokus auf eine engmaschige Erschließung der Region und binden dabei möglichst viele zentrale Siedlungs- und Wirtschaftsbereiche an, profitieren könnten beispielsweise Elsdorf durch eine S-Bahnanbindung, aber auch der Bedburger Stadtteil Kaster oder die Ortschaft Pütz, in deren Nähe das Microsoft-Rechenzentrum entstehen soll. Zwei schnelle Varianten priorisieren hingegen höhere Reisegeschwindigkeiten und kürzere Fahrzeiten zwischen den Hauptverkehrsknoten. Parallel zur Entwicklung der Grobtrassen erfolgte die systematische Analyse und Verortung potenzieller Haltepunkte.
Dabei wurden verkehrliche, städtebauliche und strukturpolitische Kriterien berücksichtigt. Ziel sei es, so go.Rheinland, die Revierbahn West so zu planen, dass sie Wohn- und Arbeitsstandorte optimal miteinander verbindet und gleichzeitig den Strukturwandel in der Region unterstützt. Für die Ermittlung der möglichen Haltepunkte wurde laut go.Rheinland der Untersuchungsraum in gleich große Raumeinheiten unterteilt und anhand vorab definierter Parameter wie Bevölkerungsanzahl und -entwicklung, Arbeitsplatzdichte oder Pendlerverkehre bewertet. Auf Basis dieser Analyse seien besonders geeignete Standorte für mögliche Haltepunkte identifiziert worden, die dann im nächsten Schritt mittels Grobtrassen verbunden wurden, dazu gehören beispielsweise Titz und Rödingen.

Möglicher Trassenverlauf
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Nutzen-Kosten-Indikator wichtig
Im nächsten Schritt der Machbarkeitsstudie sollen die Haltepunkte und Grobtrassen gemeinsam mit den Kommunen überprüft und die Varianten anhand einer Bewertungsmatrix systematisch auf verkehrliche, wirtschaftliche, ökologische und städtebauliche Aspekte hin verglichen werden, hieß es. Die Matrix diene als Entscheidungsgrundlage für die Verbandsversammlung des Zweckverbands go.Rheinland. Neben der weiteren Untersuchung auf betriebliche und technische Machbarkeit wird auch der Nutzen-Kosten-Indikator ermittelt. Er ist nach Angaben von go.Rheinland eine wichtige Grundlage, um Eingang in das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) zu finden und stellt eine Alternative für die weitere Finanzierung des Vorhabens dar, sofern der NKI größer als 1 ist. Gegebenenfalls komme es auch für Teilbereiche der Revierbahn in Frage. Die finalen Ergebnisse zur Raumanalyse und der Machbarkeitsstudie Revierbahn West sollen Anfang 2027 vorliegen.

