Leichlingen – Die erste Hürde hat die Hundewiese in der Balker Aue genommen. Der Rat muss zwar noch zustimmen, aber im Infrastruktur- und Verkehrsausschuss gab es von den Fraktionsvertretern (bis auf eine Gegenstimme von den Grünen) breite Unterstützung für das Vorhaben, zwischen Sportplatz und Wupper eine Freilauffläche für Hunde einzurichten, auf der Bellos vom Leinenzwang befreit werden.
Die Idee, die Fläche Hundebesitzern zur Verfügung zu stellen, geht auf einen Bürgerantrag zurück, den Anja Kühn bereits im November 2015 eingereicht hat. Sie äußerte sich in der Sitzung am Donnerstagabend froh und dankbar darüber, dass die Verwaltung nach langer Suche nun doch noch eine Fläche gefunden hat, die der Stadt gehört und die sich für diesen Zweck eignet.
Es handelt sich um das Rasenstück im Überschwemmungsbereich der Wupper, wo früher die Bogenschützen trainiert haben und das beim Obstmarkt als Parkplatz und Einbahnstraße genutzt wird.
Weil die Aue dem Hochwasserschutz dient, sind Zäune oder andere Abtrennungen, an denen sich Treibgut verfangen könnte, hier verboten. Das Rechteck, auf dem sich künftig Hunde austoben können, wird deshalb nur mit ringsum in die Erde gerammten Eichenpfählen markiert. Hundehalter müssen also auch weiterhin aufpassen, dass sich ihre Tiere nicht mit Radfahrern oder Spaziergängern ins Gehege kommen. Schilder, die auf die Regeln hinweisen, werden das Areal nicht als offizielle Hundewiese deklarieren. Die Befreiung vom Leinenzwang ist ein Kompromiss, der unter vielen beteiligten Behörden ausgehandelt worden ist.
Vor allem Wupperverband und Landschaftsbehörde haben offenbar ein Auge zugedrückt und dem Versuch zugestimmt, obwohl man sich in einem besonders geschützten FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) befindet. Kühn selbst wies auch darauf hin, dass es dort Wildkaninchen geben soll, mit denen es Probleme geben könnte. Rücksicht muss zudem auf den Eisvogel genommen werden, der an der Wupper brüten könnte. Wenn Hunde baden gehen wollen, wird dies auch deshalb nur an der Kanu-Einstiegsstelle Höhe Jugendzentrum geduldet.
Den vorhandenen Geh- und Radweg wird der Wupperverband zum Schutz der Ufer Richtung Sportplatz verlegen. Die Verwaltung stellte klar, dass dies nicht wegen der Hundewiese geschieht und nicht von der Stadt bezahlt wird.
Kompostbeutel
Die CDU hat beantragt, künftig kompostierbare Beutel für Hundekot in die städtischen Tütenspender zu stecken, um den Plastikmüll in der Landschaft zu vermindern. Ob die teureren, sich nach Monaten zersetzenden Materialien tatsächlich Vorteile gegenüber herkömmlichen Kunststofftüten bieten, will die Verwaltung noch genauer untersuchen. Eine Entscheidung wurde vom Ausschuss bis dahin vertagt.
