Der Kreis, die Stadt Bergisch Gladbach und die Entwicklungsgesellschaft planen einen ersten Schritt zum neuen Bildungscampus.
Bildung2032 sollen Berufskollegs nach Umzug auf Zanders-Areal öffnen

Die Berufskollegs aus Heidkamp sollen samt Ausbildungszentrum des Handwerks (o.l.) von Heidkamp auf das ehemalige Zanders-Gelände umziehen.
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Auf dem früheren Zanders-Gelände sollen einmal junge Menschen für Berufe ausgebildet werden, wo bis vor einigen Jahren Papier produziert wurde. Bis zum neuen Schulstandort ist es allerdings noch ein weiter Weg. Im Schulausschuss des Rheinisch-Bergischen Kreises berichtete Dirk Jäckel, der das Vorhaben in der Kreisverwaltung managt, am Mittwochabend über den Stand der Planungen. Gemeinsam arbeiten Kreis, Stadt Bergisch Gladbach und die Zanders-Entwicklungsgesellschaft (ZEG) an dem Projekt. Unterstützt werden sie von der „PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH“.
Als Ziel steht inzwischen ein konkretes Datum im Raum: Zum 1. August 2032 soll der neue Schulstandort in Betrieb gehen. Einen belastbaren Kostenrahmen gibt es dagegen noch nicht.
Erster Standort ist für 1000 Schüler ausgelegt
Zunächst geht es um einen ersten Baustein des geplanten „Campus für berufliche Bildung“: den sogenannten Exzellenzbaustein. Ein Teil der Fachklassen der beiden Berufskollegs in Heidkamp soll auf das Zanders-Areal ziehen. Für sie ist ein Neubau vorgesehen. Langfristig sollen beide Berufskollegs vollständig auf das ehemalige Fabrikgelände verlagert werden. Der erste Bildungsstandort ist für etwa 1000 Schülerinnen und Schüler geplant.
Enge Absprachen der BeteiligtenDie Überlegungen reichen bereits einige Jahre zurück. Im Sommer 2023 wurde in einem „Letter of Intent“ festgehalten, die Berufskollegs als Bestandteil eines Campus für berufliche Bildung gemeinsam mit einem Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft auf dem Zanders-Areal anzusiedeln. Zum 1. Januar 2024 gingen die beiden Berufskollegs in Bergisch Gladbach in die Trägerschaft des Kreises über. Im Mai 2024 folgte der Auftrag, eine mögliche schrittweise Standortverlagerung auf das Zanders-Areal zu prüfen.
Vorvertrag existiert bereits seit 2025
Einen weiteren Schritt machten Kreis und Stadt im Juni 2025 mit einem Vorvertrag für den Exzellenzbaustein. Darin wurden die Voraussetzungen für einen schulischen Neubau mit Fachklassen der beiden Bergisch Gladbacher Berufskollegs festgehalten. Jäckel machte im Ausschuss deutlich, dass das Schulgebäude nicht für sich allein geplant werden kann. Der Exzellenzbaustein ist Teil des künftigen Campus, dieser wiederum Teil eines größeren Bildungsquartiers auf dem Zanders-Areal. Damit hängt das Projekt unmittelbar von der Entwicklung des gesamten ehemaligen Fabrikgeländes ab.
Eine zentrale Rolle spielt deshalb die Zanders-Entwicklungsgesellschaft, die im Auftrag der Stadt die Entwicklung des Areals vorantreibt. Gemeinsam müssen Kreis, Stadt und ZEG unter anderem klären, wie das Grundstück für den Schulbau erschlossen und dauerhaft mit Energie sowie allen weiteren notwendigen Anschlüssen versorgt wird. Auch die Frage, wer welche Arbeiten übernimmt und finanziert, ist dabei von Bedeutung.
Investitionsvolumen noch in Prüfung
Die Altlastensituation auf der vorgesehenen Fläche sei inzwischen bekannt, berichtete Jäckel. Für die Gesamtkalkulation müssten dennoch Risiken und zeitliche Puffer berücksichtigt werden. Welche Fördermittel für das Vorhaben infrage kommen und wie groß das Investitionsvolumen sein wird, werde derzeit geprüft. Für eine belastbare Summe sei es noch zu früh.
Der Zeitplan ist dennoch bereits vergleichsweise detailliert. Aktuell wird ein Kommunikationskonzept entwickelt und umgesetzt. Bis November 2026 soll die Machbarkeitsstudie einschließlich eines Kostenrahmens und eines Fördermittelchecks fertig sein. Im Dezember sollen zudem die städtebaulichen Qualitäten definiert werden. Noch Ende dieses Jahres soll die Kreisverwaltung den Auftrag erhalten, den Grundstückserwerb weiter voranzutreiben.
Wirtschaftlichkeit soll bis Februar 2027 untersucht sein
Auf Grundlage der Machbarkeitsstudie soll bis Februar 2027 eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung für die Vergabe abgeschlossen werden. Das eigentliche Vergabeverfahren ist nach derzeitigem Zeitplan für den Zeitraum von September 2027 bis Dezember 2029 vorgesehen. Im April 2030 soll der erste Spatenstich erfolgen. Gut zwei Jahre später, zum 1. August 2032, soll der Exzellenzbaustein in Betrieb gehen.
Bis dahin bleibt allerdings eine Reihe von Abhängigkeiten. Gerade die Erschließung ist für das gesamte Zanders-Gelände eine gewaltige Aufgabe: Die alten Versorgungsnetze waren auf den Betrieb einer Papierfabrik ausgelegt und müssen für das künftige Stadtquartier weitgehend neu aufgebaut werden.
Die enge Abstimmung zwischen Kreis, Stadt und ZEG nimmt deshalb einen großen Teil der bisherigen Arbeit ein. Jäckel kündigte eine gemeinsame Veranstaltung mit politischen Vertretungen von Kreis und Stadt sowie der Entwicklungsgesellschaft an. Anschließend soll ein kleinerer Kreis von Vertreterinnen und Vertretern die weiteren Schritte kontinuierlich begleiten.

