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Hunderte GästeMuseumsfest in Bensberg war trotz Schließungen gut besucht

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Zwei Spinnerinnen sitzen vor Spinnrädern.

Das Museumsfest machte Geschichte erlebbar – etwa bei den Spinnerinnen, die ihr Handwerk präsentierten.

Bereits um 13 Uhr hatten 450 Besucherinnen und Besucher die Kasse passiert, um über das Fest zu schlendern.

Die Sonne steht hoch am Himmel über dem Museumsgelände, die Parkplätze sind bis auf den letzten Platz gefüllt, und vor dem Museum parkt das Fahrzeug der rollenden Waldschule. Der verlockende Duft von frisch gebackenem Brot und gegrillter Wurst durchzieht die Luft. Es ist dreizehn Uhr, und 450 Besucher haben die Kasse bereits passiert.

Wer im vergangenen Jahr zum Museumsfest hier war, erinnert sich an den tristen Anblick grauer Wolken, triefender Kapuzen und matschigen Rasens. Dauerregen prägte das Bild. Damals trotzten neunhundert Unerschrockene dem Wetter. Diesmal zeigt sich der Himmel von seiner besten Seite und beschert dem Bergischen Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe einen strahlenden Tag.

Bemerkenswert ist vor allem die Gelassenheit der Menschen

Doch das Erstaunliche an diesem Sonntag ist nicht nur das Wetter. Es ist die bemerkenswerte Gelassenheit, mit der die Besucher eine Schließung hinnehmen, die jedes andere Museum in eine Krise gestürzt hätte: Das Hauptgebäude bleibt wegen Sanierungsarbeiten geschlossen und auch der beliebte Besucherstollen, das Herzstück der Anlage, wo sonst die Enge und der muffige Geruch unter die Erde locken, muss verschlossen bleiben.

Viele Menschen stehen vor Ständen auf dem Museumsfest.

Bereits um 13 Uhr hatten 450 Besucherinnen und Besucher die Kasse passiert und schlenderten bei schönstem Wetter über das Fest.

Doch Not macht erfinderisch und Bergleute kennen keinen Rückzug. Ein Ausweichmanöver musste her. Der „Workaround“ führt ins Trauzimmer des Museums. Wo sich sonst Paare das Ja-Wort geben, steht heute der Bergmann. Auf der Leinwand erscheinen Bilder aus dem Untertagebau, während er erzählt, wie es damals zuging. Wer ihm zuhört, spürt die Enge der Schächte, riecht den Staub und hört das Eisen auf Stein schlagen. Die Erzählung ersetzt den Stollen nicht nur, sie erweckt ihn zum Leben. Geschichte braucht nicht immer dicke Mauern, manchmal reicht einer, der sie zu erzählen weiß.

Die Schlange vor der Backstube ist lang und wird nicht kürzer

Gleich vor der Tür des Trauzimmers greifen zwanzig Finger in rohe Wolle. Ein Faden entsteht, dünn und gleichmäßig, gezogen mit einer Geduld, die unserer Zeit abhandengekommen ist. Vorher wird die Wolle noch kurz gesäubert. „Da hat das Schaf schlecht aufgepasst“, sagt die Spinnerin augenzwinkernd zu einem kleinen Jungen, der gespannt zuschaut. Weiter drüben strömt die Hitze aus dem historischen Backes. Der Bäckermeister wischt sich die Stirn, die Temperaturen im Raum verlangen ihm alles ab. Doch die Schlange vor der Backstube wird nicht kürzer. Frisches Sauerteigbrot wandert lauwarm über den Tresen, daneben der traditionelle Platz, mit und ohne Rosinen.

Ein Bäckermeister verkauft frisches Brot.

Wechselte lauwarm den Besitzer: frisches Brot.

Wer sich nicht einfach nur frisches Brot abbrechen will, um es zu essen, geht zu den Würstchen vom Grill, wo Fördervereinschef Willi Carl persönlich die Zange führt. Oder er kann sich am Kuchenbuffet anstellen. Auch dort gilt: Der Anschnitt hält kaum eine Minute.

Ein gutes Fest lebt nicht von offenen Türen allein

Zwischen Kauen und Staunen bleibt Zeit für das, wofür dieses Fest eigentlich steht: Erinnern. Die Menschen fragen nach, wollen wissen, wie der Alltag im Bensberger Erzrevier aussah, als der Bergbau der Region noch ihr Brot gab. Sie lernen, was ein Stellmacher tut und welche Kraft im Wasserrad steckt, das drüben im Hammerwerk die Wellen antreibt. Sie schauen dem Drechsler zu, wenn er wie von Zauberhand aus einem Stück Holz ein Gefäß herstellt. Die Kinder basteln kleine Säckchen und stecken Glassteine als ihren Schatz hinein, oder sie holen sich ein glitzerndes Tattoo ab.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Ein gutes Fest lebt nicht von offenen Türen allein. Es lebt von den Menschen, die es gestalten, und von der dahinter stehenden Idee.