Aufwendige SanierungKläranlage in Bergisch Gladbach weist Schäden auf

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In dem Faulturm des Klärwerks gärt der Klärschlamm rund 30 Tage lang. Wenn der Turm saniert wird, ist wegen der Gase Vorsicht geboten: Funkenflug muss vermieden werden.

Bergisch Gladbach – Im Klärwerk Beningsfeld in Refrath bröckelt der Putz, und zwar in der unmittelbaren Umgebung der beiden Faultürme. Schon im Sommer 2015 war von der 17 Meter hohen Außenbrücke, die als Betriebsweg die beiden eierförmigen Türme verbindet, ein etwa zehnmal zwölf Zentimeter Betonbrocken in die Tiefe gefallen und neben den Hintereingang eines Betriebsgebäude gelandet.

Zu Schaden kam glücklicherweise niemand. Als Sofortmaßnahme sperrte die Stadt die Fläche unterhalb des Betriebswegs und ordnete Helmpflicht an. Die anstehende Sanierung ist nun die Folge des Zwischenfalls.

Im Umweltausschuss gab es jetzt ein einstimmiges Votum für die Ertüchtigung des in die Jahre gekommenen Betriebsweges. Knapp eine  Million Euro stellt die Stadt dafür bereit. Das Umlegen von Versorgungsleitungen kostet rund 345.000 Euro, die Sanierung selbst 405 000 Euro. Dazu kommen Ingenieurleistungen über 158.000 Euro. Abriss der Brücke und Neubau der Stahlkonstruktion würden etwa 100.000 Euro teurer als die Sanierungskosten.

Aufwendige Vorarbeiten

Gutachter hatten nach dem Zwischenfall die Anlage eingehend überprüft. Ergebnis: Es gibt gravierende Schäden. Zur „Wiederherstellung der Betriebssicherheit“ ist eine Sanierung zwingend erforderlich.

Die Vorbereitung ist aufwendig: Leitungen für Druckluft, Brauchwasser, Gas, Strom, Steuerung und Blitzschutz müssen demontiert, provisorisch umgelegt und nach der Sanierung neu an den Faultürmen angebracht werden. Zudem muss das Gerüst bis in 17 Meter Höhe hochgezogen werden. Ausgetauscht werden müssen auch Spezialkunststoffplatten, die sogenannte Schlammtaschen unter der Betriebsbrücke abdecken.

Erschwert werden die Arbeiten auch durch die Gärprozesse im Innern der beiden „Eier“. Wegen Faulgasbildung wird in einer Explosions-Schutzzone gearbeitet. Weil aber Funkenflug bei der Sanierung nicht ausgeschlossen werden kann, müssen in der Ausschreibung entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Faulender Klärschlamm

Die Faultürme stammen aus dem Jahr 1974, in ihnen fault der Klärschlamm etwa 30 Tage. Anschließend landet er auf Äckern, oder er wird als Dünger verkauft. Mit den anstehenden Arbeiten soll eine wartungsfreie Nutzungsdauer von weiteren 25 Jahren erreicht werden. Wie die Stadt betont, könne das Bauwerk bei regelmäßiger Wartung eine Gesamtlebensdauer von 100 Jahren erreichen, also noch bis 2070 seinen Dienst versehen.

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