700 Besucher trafen sich in den Gärten der Bestattung von Pütz-Roth, um gemeinsam zu singen, zu tanzen und die kölschen Tön zu genießen.
„Etwas ganz Besonderes“Die Paveier begeistern Publikum bei Open-Air-Konzert in Bergisch Gladbach

Begeisterung bei den Menschen im Publikum: Die Paveier spielten Lieder aus ihrer gesamten Bandgeschichte.
Copyright: Christopher Arlinghaus
Zwischen hohen Bäumen, Lampions und Vogelgezwitscher schallten in Bergisch Gladbach kölsche Töne durch den Wald. Mehr als 700 Besucher waren zum Open-Air-Konzert der Paveier in die Gärten der Bestattung von Pütz-Roth gekommen. „Es ist eines der wenigen Open-Air-Konzerte, die wir veranstalten“, sagte Christoph Gros von Pavement Records, der den Abend mit organisiert hatte.
Auf dem weitläufigen Gelände verteilten sich die Gäste mit Campingstühlen, Picknickdecken oder an Stehtischen. Jeder fand sein eigenes Plätzchen und genau das machte den besonderen Charme des Abends aus.
Frontmann sorgt zu Beginn des Konzerts für einen Lacher
Seit nun 43 Jahren stehen die Paveier gemeinsam auf der Bühne. Für das Konzert hatten sie Lieder aus ihrer gesamten Bandgeschichte mitgebracht. Von bekannten Klassikern bis zu neueren Titeln wurde in zweieinhalb Stunden musiziert. Gerade solche Konzerte seien etwas Besonderes, erklärte Frontmann Sven Welter. Hier bleibe Zeit, Geschichten hinter den Liedern zu erzählen, mit den Fans ins Gespräch zu kommen und auch Stücke zu spielen, die während der kurzen Auftritte in der Karnevalssession oft keinen Platz finden.

Gemeinsam sang und tanzte das Publikum, das sich vor der Bühne versammelt hatte.
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Zweieinhalb Stunden stand die Band um Frontmann Sven Welter (rechts) auf der Bühne.
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Für einen Lacher sorgte Welter gleich zu Beginn. Er begrüßte das Publikum mit den Worten, zum ersten Mal auf der Waldbühne bei Pütz-Roth zu sein. Sofort kam Widerspruch aus den Zuschauerreihen. Schon während der Coronazeit hatten die Paveier dort gespielt. Welter erinnerte sich nach kurzem Überlegen. „Stimmt“, gab er zu. Erleichtert sagte er, wie groß der Unterschied zu damals sei und das natürlich im positiven Sinne. Während der Pandemie durfte das Publikum weder mitsingen noch gemeinsam tanzen. Nun sei genau das wieder möglich und die Zuschauer nutzen diese Freiheit, um das Konzert in vollen Zügen zu genießen.
Wer es ruhig bevorzugt, konnte sich auf den Hang zurückziehen
Tine Siebenmorgen hatte ihre Freundin Silke Pförtner zu dem Konzert eingeladen. Gemeinsam suchten sie sich einen Stehtisch etwas abseits der Bühne. „Wir wollen einfach die Musik und die Stimmung genießen“, sagte Pförtner. Genau das schien an diesem Abend vielen wichtig zu sein.
Auch Sonja und ihre Freundin entschieden sich bewusst für einen ruhigeren Platz. Mit einer Picknickdecke machten sie es sich auf dem bewaldeten Hang hinter der Bühne gemütlich. Zwar sei die Tonqualität dort nicht ganz so gut, erzählte Sonja, doch darauf komme es ihnen gar nicht an. „Die Atmosphäre ist einzigartig. Das Konzept, Leben und Tod auf diese Weise miteinander zu verbinden, finde ich etwas ganz Besonderes.“ Veranstaltungen wie diese könnten helfen, Berührungsängste mit dem Thema Tod abzubauen.
Für Sänger Sven Welter ist der Veranstaltungsort ein besonderer
Seit vielen Jahren arbeiten die Paveier und Pütz-Roth bereits zusammen. Gemeinsam veranstalten sie unter anderem die Weihnachtskonzerte im Bergischen Löwen. Für Welter ist der Veranstaltungsort deshalb ein besonderer. „Es ist ein schöner, wichtiger und besonderer Ort“, sagte der Sänger.
Selbst nach dem letzten Lied war der Abend für viele Besucher noch nicht vorbei. Am Merchandisingstand bildete sich eine lange Schlange. Die Band nahm sich Zeit für Autogramme, Fotos und Gespräche. Besonders gefragt waren nach den heißen Tagen die Paveier-Fächer. Auch Tine Siebenmorgen und Silke Pförtner blieben noch eine Weile. Ihr Fazit fiel genauso aus wie das vieler anderer Besucher: Nicht nur die Musik machte den Abend besonders, sondern vor allem die einzigartige Atmosphäre dieses ungewöhnlichen Konzertortes blieb in Erinnerung.
